NEU in Programmkinos
Lommbock
15 Jahre nach Lammbock: Die Fortsetzung der Kult-Kiffer-Komödie
Der Himmel wird warten
Engagiertes Sozial- und Familiendrama über die Rekrutierung von weiblichen Dschihadisten
Bauer unser
Dokumentation über die ungeschönte Realität der Bauernhöfe heute
Alles gut
Wie schwer ist es, als Geflüchteter in Deutschland Fuß zu fassen? Eine Doku
Jean Ziegler - Der Optimismus des Willens
Porträt des Schweizer Globalisierungskritikers Jean Ziegler
DEMNÄCHST in Ihrem Kino
Die andere Seite der Hoffnung
Mit dem Silbernen Bären der Berlinale ausgezeichnetes melancholisch-lakonisches Sozial- und Flüchtlingsdrama
A United Kingdom
Die wahre Geschichte einer schwarz-weißen Liebe in Zeiten der Apartheit
Tanna - Eine verbotene Liebe
Eine Liebesgeschichte über Einheimische im Südpazifik – nominiert für den Oscar als bester fremdsprachiger Film 2017
I am not your Negro
Oscar-nominierter Essayfilm über den noch immer herrschenden Rassismus in den USA
Gaza Surf Club
Dokumentation über die überraschenderweise vorhandene Surferkultur im Gazastreifen
Una und Ray
Rooney Mara als junge Frau, die 15 Jahre später in ihre dunkle Vergangenheit blickt
Wenn der Vorhang fällt
Dokumentation über die HipHop-Kultur in Deutschland: mehr als nur Sprechgesang
Zazy
Neues, erfrischendes Genrekino aus Deutschland
Didaktische DVD „Film verstehen I Geschichte: Holocaust“
(6.2.2017)
Der 27. Januar als Internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust war an vielen Schulen Anlass, im Unterricht die NS-Verbrechen zu thematisieren. Zu diesem Thema stellt VISION KINO neues Lehrmaterial zur Verfügung: Die didaktische DVD „Film verstehen | Geschichte: Holocaust“ mit Unterrichtsmaterialien für Schüler/-innen ab der Jahrgangsstufe 9 greift Themen des Holocaust mithilfe von Ausschnitten aus Spielfilmerzählungen auf.
Realisiert werden konnte das Lehrmaterial dank der Unterstützung der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ) und entstand in Zusammenarbeit mit dem Fritz Bauer Institut in Frankfurt am Main, dem Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin und mit der Justus-Liebig-Universität Gießen.

 Sich heute mit 14, 15 oder 16 Jahren in eine Zeit vor über 70 Jahren zu versetzen und über die Gräueltaten der NS-Zeit zu sprechen, fällt Jugendlichen oft schwer. Gleichzeitig haben die meisten Jugendlichen längst einiges zum Holocaust erfahren, häufig über Infotainmentformate im Fernsehen, im Internet oder über populäre Spielfilme. Bilder und Meinungen von zufälligen Begegnungen mit dem Thema haben sich oft verselbständigt: Sie geben das Gefühl, „Bescheid zu wissen“, werden aber kaum hinterfragt.

Das didaktische Konzept der DVD „Film verstehen | Geschichte: Holocaust“ verbindet die Themen Film und Holocaust. Die Filmausschnitte werden genutzt, um zu erkunden, wie eine bestimmte Inszenierung ein Thema des Holocaust aufgreift und darstellt. So öffnet Film als Leitmedium der Jungen den Schüler/-innen den Weg zu den schwierigen, oft belastenden Themen des Holocaust. Der Film wird dabei nicht als illustratives Beiwerk im Unterricht verstanden. Vielmehr werden die Themen Holocaust und Film gleichwertig behandelt und miteinander verschränkt: Die Kombination aus der Vermittlung von Faktenwissen über den Holocaust und Filmkompetenz bietet einen fächerübergreifenden, praxisbezogenen Ansatz.

Ein zentrales Anliegen der Unterrichtsmaterialien ist es dabei, das Spannungsverhältnis zwischen historischer Wirklichkeit und Spielfilmwirklichkeit aufzuzeigen. Der Vergleich und die Beschäftigung mit unterschiedlichen Inszenierungen desselben Sujets fördern bei den Jugendlichen einen fragenden, auch kritischen Blick auf historische Spielfilmerzählungen über den Holocaust. Umgekehrt fördert die Beschäftigung mit und die Arbeit an den Filmen das Interesse der Schüler/-innen an den so bearbeiteten Ereignissen selbst.

Die für die DVD ausgewählten 29 Spielfilmausschnitte entstammen acht inhaltlich und filmisch aufschlussreichen Inszenierungen:

·    Auf Wiedersehen, Kinder (Louis Malle, Frankreich 1987)
·    Der Pianist (Roman Polanski, Frankreich/Polen/Deutschland/GB 2002)
·    Jakob der Lügner (Frank Beyer, DDR 1974)
·    Defiance (Edward Zwick, USA 2008)
·    Fateless (Lajos Koltai, Ungarn/Deutschland/GB 2004)
·    Im Labyrinth des Schweigens (Giulio Ricciarelli, Deutschland 2014)
·    Rosen für den Staatsanwalt (Wolfgang Staudte, BRD 1959)
·    Hannas Reise (Julia von Heinz, Deutschland/Israel 2013)

Acht frei wählbare Unterrichtsmodule eröffnen Themen wie Diskriminierung, Denunziation, Solidarität, Ghettoisierung, Kennzeichnungspflicht, jüdischer Widerstand und Verdrängung in der deutschen Nachkriegsgesellschaft. Die Schüler/-innen erhalten damit Gelegenheit, sich auf neue Weise mit Phänomenen wie Ausgrenzung, Entrechtung, Menschenwürde, Gewalt und Zivilcourage auseinanderzusetzen, die auch für eigenes (heutiges) Leben von Interesse und Relevanz sind.

Ab sofort kann die DVD „Film verstehen | Geschichte: Holocaust“ kostenfrei auf der Webseite von VISION KINO bestellt werden:
www.visionkino.de/publikationen/didaktische-dvds/dvd-film-verstehen-geschichte-holocaust/

Auf der Webseite finden sich auch Termine zu Fortbildungen, bei denen die Inhalte und Einsatzmöglichkeiten der didaktischen DVD im Unterricht ausführlich vorgestellt werden.