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Bayerischer Ehrenfilmpreis für Werner Herzog
(14.12.2017)
Der Regisseur und Produzent Werner Herzog erhält bei der 39. Verleihung des Bayerischen Filmpreises den Ehrenpreis des Ministerpräsidenten. Die Auszeichnung wird während der Filmpreisgala am Freitag, 19. Januar 2018 im Münchner Prinzregententheater übergeben. Der Bayerische Rundfunk produziert die feierliche Gala und überträgt die Verleihung ab 20.15 Uhr im BR Fernsehen.
In einer Mitteilung des BR heißt es dazu:

 
Werner Herzog zählt zu den bedeutendsten deutschen Regisseuren und Produzenten der Gegenwart. Mehr als 60 Spiel- und Dokumentarfilme hat der international wohl bekannteste deutsche Filmemacher unserer Zeit inszeniert, produziert und geschrieben. Zum herausragenden Vertreter des „Neuen Deutschen Films“ wurde er mit Filmen wie „Aguirre, der Zorn Gottes“, „Nosferatu: Phantom der Nacht“ und „Fitzcarraldo“, die Kinogeschichte schrieben und alle unter Mitwirkung des Schauspielers Klaus Kinski entstanden. Das Time Magazine zählte den Filmemacher 2009 zu den hundert einflussreichsten Persönlichkeiten der Welt. 2012 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen.
 
Die stellvertretende Ministerpräsidentin und Medienministerin Ilse Aigner wird die begehrte Auszeichnung am Freitag, 19. Januar 2018, im Rahmen der Filmpreisgala im Münchner Prinzregententheater überreichen. Ministerpräsident Horst Seehofer betont: „Der gebürtige Münchner Herzog, ein Regie-Autodidakt, der bereits als 19-Jähriger seinen ersten Kurzfilm drehte, ist einer der bekanntesten deutschen Regisseure und hat nicht nur in den USA Kultstatus erlangt.“
 
Der 1942 in München geborene Werner Herzog wuchs in dem bayerischen Dorf Sachrang auf. Mit zwölf Jahren zog er nach München, wo er nach dem Abitur Geschichte, Literatur und Theaterwissenschaft studierte. 1962 veröffentlichte Herzog seinen ersten Film, den zwölfminütigen Kurzfilm „Herakles“, im Jahr darauf gründete er seine eigene Produktionsfirma.
 
Mit „Aguirre, der Zorn Gottes“, 1972 unter extremen Bedingungen in Peru gedreht, begann die Zusammenarbeit mit dem Schauspieler Klaus Kinski. Der mit Kinski ebenfalls in Südamerika gedrehte „Fitzcarraldo“ wurde 1982 mit dem Deutschen Filmpreis in Silber sowie dem Regiepreis bei den Filmfestspielen in Cannes ausgezeichnet. Für das Historiendrama „Cobra Verde“, die letzte Zusammenarbeit mit dem Schauspieler, wurde Werner Herzog 1988 beim Bayerischen Filmpreis mit dem Produzentenpreis geehrt. Über die oftmals schwierige Beziehung zu Kinski drehte er 1999 den Dokumentarfilm „Mein liebster Feind“. Neben seinem fiktionalen Werk ist Herzog international renommiert für seine zahlreichen Dokumentarfilme, die das Spannungsfeld zwischen Mensch und Natur erforschen, wie "Grizzly Man" (2005), "Begegnungen am Ende der Welt" (2007) und "Höhle der vergessenen Träume" (2010).
Dank seiner kultur- und grenzüberschreitenden Werke ist der Filmemacher auch in den USA längst zum Star geworden und arbeitet mit Hollywoodgrößen wie Nicolas Cage, Nicole Kidman, Christian Bale und Tom Cruise zusammen. Darüber hinaus hat das Multitalent mehr als ein Dutzend Bücher veröffentlicht, ist in zahlreichen Filmen als Schauspieler zu sehen und inszenierte Opern und Rock-Konzerte.
 
Die Filmpreis-Jury schreibt über den Ausnahmeregisseur: „Mit seinem Kino öffnet uns Werner Herzog ein Fenster in die Welt. Er ist der große Abenteurer unter den deutschen Filmemachern.“
 
Der Ehrenpreis des Bayerischen Ministerpräsidenten ging in den letzten Jahren unter anderem an Hannelore Elsner, Wim Wenders, Armin Mueller-Stahl, Margarethe von Trotta, Gernot Roll, Molly von Fürstenberg und Bruno Ganz. Der Bayerische Filmpreis wurde 1979 zum ersten Mal vergeben. Er zählt zu den renommiertesten und bestdotierten Auszeichnungen in der deutschen Filmbranche.
 
Die Verleihung des Bayerischen Filmpreises 2017 findet am Freitag, 19. Januar 2018 im Münchner Prinzregententheater statt. Wie jedes Jahr produziert der Bayerische Rundfunk dieses Highlight des bayerischen Filmkalenders, das ab 20.15 Uhr im BR Fernsehen übertragen wird. Präsentiert wird die Gala von „quer“-Moderator Christoph Süß. Eine Zusammenfassung ist am Samstag, 20. Januar 2018 um 23.10 Uhr in 3sat zu sehen. Die ganze Sendung steht außerdem in der BR Mediathek zu Verfügung.