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Berlinale will ein Zeichen in #MeToo-Debatte setzen
(6.2.2018)
Seit Monaten wird die Filmbranche von Missbrauchsvorwürfen erschüttert. Die Berlinale, das weltgrößte Publikumsfestival für den Film, will das Thema offensiv angehen, meldet die "B.Z." Berlin...
NACHTRAG: Eine ausführliche Meldung der Berlinale selbst dazu hier:

In einer Mitteilung der Berlinale heißt es:

Berlinale zu #MeToo

Kunst und Kultur beschäftigen sich immer sowohl mit ästhetischen als auch gesellschaftlichen Fragen. Dies spiegelt sich jährlich im Programm der Internationalen Filmfestspiele Berlin wider. Die Berlinale setzt sich daher auch für die sexuelle Selbstbestimmung und gegen jeglichen Missbrauch ein.

Die durch den Weinstein-Skandal ausgelöste Debatte ist wichtig und hat zur #MeToo-Bewegung geführt. #MeToo hat ein erschütterndes Ausmaß von Missständen aufgezeigt. Über sexualisierte Gewalt hinaus führt uns die Debatte grundsätzlich zur Hinterfragung gesellschaftlicher Machtverhältnisse. Das internationale Echo auf #MeToo hat schnell klar gemacht, dass das Problem nicht auf Hollywood zu begrenzen ist: Weltweit haben Betroffene den Mut gefunden, Missbrauch öffentlich zu machen. Auch in Deutschland werden immer mehr Stimmen laut, die konkrete Vorfälle in der Film- und Medienbranche anklagen.

Das Thema ist beim Festival 2018 präsent. Die Berlinale versteht sich als Forum, wo Probleme gehört und Impulse angestoßen werden, und unterstützt ideell verschiedene Veranstaltungen, die zu konkreten Veränderungen beitragen sollen.

Zudem möchte die Berlinale unter dem Titel „NEIN zu Diskriminierung!“ Betroffenen Beratungsangebote vermitteln. Allen Festivalbesucher*innen (Publikum und Branche), die Diskriminierung, Belästigung oder Missbrauch erleben oder beobachten, werden wir Ansprechpartner*innen und Kontakt zu Beratungsstellen (kostenlos und anonym) anbieten.

Details dazu finden Sie auf unserer Website: https://www.berlinale.de/de/_extras/Anti-Discrimination.html


Veranstaltungen während der Berlinale

Podiumsdiskussion: Kultur will Wandel – Eine Gesprächsrunde zu sexueller Belästigung in Film, Fernsehen und Theater
Akteure aus Film und Fernsehen diskutieren, welche Maßnahmen sexuelle Übergriffe verhindern und die Situation von Betroffenen verbessern können.
Montag, 19. Februar, 14:00 – 17:00 Uhr
Ort: TIPI am Kanzleramt, Große Querallee, 10557 Berlin
Sprache: Deutsch, Simultanübersetzung ins Englische und in Gebärdensprache
Mit Thomas Bellut (Intendant des Zweiten Deutschen Fernsehens, angefragt), Michael Lehmann (Studio Hamburg Produktion Gruppe), Hans-Werner Meyer (Bundesverband Schauspiel e.V.), Barbara Rohm (ProQuote Film e.V.), Jasmin Tabatabai (Schauspielerin), Karola Wille (Intendantin des Mitteldeutschen Rundfunks, angefragt), Natalia Wörner (Schauspielerin)
Grußwort: Dr. Katarina Barley (Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend; geschäftsführende Bundesministerin für Arbeit und Soziales)
Veranstalter: Bundesverband Schauspiel BFFS (Initiator), ProQuote Film e. V. und die Antidiskriminierungsstelle des Bundes
Eintritt frei


Closing the Gap. A Seminar With Creatives and Financiers on How to Take Action Towards 50/50 by 2020.
Im Rahmen des Seminars wird Daniela Elstner (CEO von Doc & Film International) die Initiative „Speak Up!“ vorstellen und gemeinsam mit weiteren Initiatorinnen ein Manifest verlesen. „Speak up!” will Betroffene von sexueller Belästigung in der Filmbranche ermutigen, ihre Stimme zu erheben. Während der Berlinale wird die Website von „Speak Up!“ lanciert (www.speakupnow.eu). Dort wird es neben Informations- auch Beratungsangebote geben.
Samstag, 17. Februar, ca. 12:15 Uhr Vorstellung „Speak Up!“
Ort: Meistersaal, Köthener Straße 38 (S&U-Bahn Potsdamer Platz)
Sprache: Englisch
Veranstalter: Swedish Film Institute, Women in Film and Television (WIFT) Deutschland, WIFT Nordic
Freier Eintritt für WIFT-Mitglieder. Tickets für Nicht-Mitglieder über www.eventbrite.com

Abschließend möchten wir noch auf die Präsenz von ProQuote Film bei der Berlinale 2018 hinweisen. Die Gleichberechtigung von Frauen in der Filmbranche wird sicher auch zu einem umfassenden Wandel in der Wahrnehmung von Sexismus, Machtmissbrauch und der Festlegung von Geschlechterrollen führen – und damit auch zu verändertem Verhalten.