NEU in Programmkinos
Mackie Messer - Brechts 3Groschenfilm
Lars Eidinger als Bert Brecht!
Glücklich wie Lazzaro
Poetisch-neorealistisches Kino aus Italien
Eingeimpft - Familie mit Nebenwirkungen
Umstrittener Dokumentarfilm über das Impfen von Neugeborenen
Styx
Packendes (Flüchtlings)Drama auf hoher See
Seestück
Ein Film über die Ostsee als Abschluss von Volker Koeppens filmischen Zyklus
Cobain
Eine bewegende Mutter-Sohn-Geschichte. Weltpremiere auf der Berlinale 2018 in der Generation 14plus
Al Berto
Porträt über den größten modernen Dichter Portugals
Naomis Reise
Menschliche Schicksale und die Verfahrensweise deutscher Gerichte
Tokat
Drei Kleinkriminelle und ein Blick auf ihr Leben 20 Jahre später
Leave no Trace
Ein Leben am Rande der Gesellschaft – inszeniert von Debra Granik
DEMNÄCHST in Ihrem Kino
Wackersdorf
Spielfilm-Politdrama über den Protest gegen den Bau der Atomkraft-Wiederaufbereitungsanlage in Wackersdorf
Wir sind Champions
Über einen Basketballtrainer, der eine Mannschaft geistig Behinderter trainiert
Shut up and play the Piano
Dokumentarisches Porträt über "The Musical Genius" Chilly Gonzales
Power to the Children
Dokumentation über Kinder in Kinderparlamenten in Indien
Kleine Helden
5 schwerkranke Kinder nehmen uns mit in ihre Welt
Carlo Chatrian und Mariette Rissenbeek als neue Doppelspitze der Berlinale berufen
(22.6.2018)
Unter Vorsitz der Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters, hat heute der Aufsichtsrat der Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin GmbH (KBB) dem Vorschlag der Findungskommission zugestimmt, Carlo Chatrian (vom Locarno Filmfestival) als künstlerischen Direktor und Mariette Rissenbeek (von German Films) als Geschäftsführerin der Internationalen Filmfestspiele Berlin ab 2020 zu berufen. Damit hat BKM Monika Grütters, wie sie betont, einen "Arthouse-affinen" Festivalleiter gefunden und gleichzeitig mit Mariette Rissenbeek in der Doppelspitze die Führung des Festival "weiblicher" gemacht.
In einer Mitteilung des Festival heißt es:

Carlo Chatrian, geboren 1971 in Turin, ist von Haus aus Filmpublizist und leitet seit 2013 das Locarno Film Festival. Er hat dabei bewiesen, dass er erfolgreich ein Arthouse-Publikumsfestival kuratieren und verantworten kann. Er steht für eine künstlerisch anspruchsvolle Mischung im Programm und hat auch immer einen Fokus auf noch unentdeckte Talente gelegt.

Gemeinsam mit der neuen Berlinale Geschäftsführerin Mariette Rissenbeek, (geboren 1956 in Posterholt/Niederlande), der bisherigen langjährigen Geschäftsführerin von German Films, dem Informations- und Beratungszentrum für die internationale Verbreitung deutscher Filme, wird Carlo Chatrian die Berlinale ab 2020 leiten. Mariette Rissenbeek zeichnet sich aufgrund ihrer bisherigen erfolgreichen Tätigkeiten im Filmgeschäft für diesen Posten aus. Sie hat langjährige Erfahrung im Umgang mit allen bedeutenden Filmfestivals der Welt und ist sowohl national als auch international in der Filmbranche sehr gut vernetzt.

Die Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters, erklärte:
„Mit der neuen Doppelspitze ist nun gewährleistet, dass die Berlinale über 2019 - dem letzten Berlinale-Jahr unter der Leitung Dieter Kosslicks - hinaus als Publikumsfestival mit politischem Charakter und anspruchsvollem Filmprogramm erhalten bleibt und sich gleichzeitig weiter entwickelt. Jünger, internationaler und experimentierfreudig wird die künftige Leitung mit Carlo Chatrian, der gleichzeitig die künstlerisch-kuratorischen Kompetenzen mitbringt, die sich viele Experten und Filmkünstler gewünscht haben.
Weiblicher wird die künftige Leitung mit Mariette Rissenbeek, die gleichzeitig für Kontinuität und filmwirtschaftliche Kompetenz steht, die verschiedene Film-Festivals und alle deutschen Player kennt und über einen reichen Erfahrungsschatz und ein weit verzweigtes Netzwerk verfügt. Mit dem neuen Führungstandem behält die Berlinale auch in Zukunft - unter sich verändernden Bedingungen des Filmschaffens - ihren Platz in der Champions League der Filmfestivals, den sie sich unter Dieter Kosslick erarbeitet hat.
Seiner hervorragenden Arbeit in 17 prägenden Jahren ist es zu verdanken, dass die Berlinale heute ein größeres Publikum denn je erreicht und sich mit ihrem ausgeprägten politischen Profil auch im 21. Jahrhundert als international hoch angesehenes A-Festival behauptet. Bei den vielen Gesprächen, die wir weltweit in der Nachfolgefrage geführt haben, hat sich der erstklassige Ruf der Berlinale einmal mehr eindrucksvoll bestätigt.“

Die neue Leitung wird ihre Tätigkeit mit mehrmonatigem Vorlauf aufnehmen, so dass sie die Abläufe im Rahmen der Berlinale 2019 bereits kennenlernen.





Statement der Kulturstaatministerin Monika Grütters zur Neubesetzung der Berlinale-Leitung am 22. Juni 2018 in Berlin
 
ES GILT DAS GESPROCHENE WORT
[Anrede],

 
Vermutlich hätte es Sie nicht gewundert, meine Damen und Herren, wenn eben über dem Martin-Gropius-Bau weißer Rauch aufgestiegen wäre. Man fühlte sich ja schon beinahe an die Wahl eines neuen Papstes erinnert angesichts der Spannung, mit der die Entscheidung über die künftige Leitung der Berlinale erwartet worden ist. Geraucht haben aber allenfalls die Köpfe der Findungskommission, die in ihre Arbeit all die hoch gesteckten Erwartungen einzubeziehen hatte.
 
Umso mehr freue ich mich, Sie heute zur Pressekonferenz am Rande der KBB-Aufsichtsratssitzung begrüßen zu können - zwar ohne weißen Rauch, aber mit einem Ergebnis, von dem ich sagen kann: Die Zukunft der Berlinale ist in guten und bewährten Händen. Wir haben heute im KBB-Aufsichtsrat folgende Beschlüsse gefasst:
 
Die künstlerisch-kuratorische Leitung der Berlinale wird Herr Carlo Chatrian übernehmen. Carlo Chatrian ist seit 2013 künstlerischer Leiter für das Programm des Filmfestivals in Locarno und hat in dieser Position bewiesen, dass er erfolgreich ein Arthouse-Publikumsfestival leiten kann. Sein Name steht für eine sehr gute, künstlerisch anspruchsvolle Mischung im Programm, das in jeder Sektion die ganze Bandbreite des Kinos spiegelt, und auch für den Fokus auf noch unentdeckte Talente. Deshalb bin ich überzeugt, dass er als künftiger künstlerischer Direktor der Berlinale eine ausgezeichnete Wahl ist.
 
Ihm zur Seite stehen wird Frau Mariette Rissenbeek als Geschäftsführerin. In dieser Funktion wird sie die Gesamtverantwortung tragen und Herrn Chatrian in den nicht-programmatischen Aspekten unterstützen. Dazu gehören unter anderem die Budgetverantwortung, die Organisation der gesamten Festivallogistik und - mit Herrn Chatrian zusammen - auch die Betreuung der Sponsoren. Frau Rissenbeek kennt aufgrund ihrer bisherigen Tätigkeit als Geschäftsführerin von German Films alle bedeutenden Filmfestivals, ist national wie international bestens vernetzt und bringt einen umfangreichen Erfahrungsschatz in den Bereichen Filmverleih und -vertrieb mit.
 
Beide bekommen vor Übernahme der Gesamtverantwortung eine Vorbereitungszeit, um sich mit den Abläufen des Festivals vertraut zu machen. So ist vorgesehen, dass Herr Chatrian bereits ab September 2018 bei der Berlinale präsent sein wird. Frau Rissenbeek wird im Frühjahr 2019 dazukommen, den genauen Termin stimmen wir noch ab. Beide erhalten dann Verträge mit der üblichen Laufzeit von 5 Jahren. Eine Wiederwahl ist möglich.
 
Lassen Sie mich nun kurz auf den Entscheidungsprozess und die Gründe für diese Personalentscheidungen eingehen. Wie Sie wissen, hat die Findungskommission in den vergangenen Monaten zahlreiche Gespräche mit nationalen und internationalen Kandidatinnen und Kandidaten geführt. Dabei haben wir uns auch mehrfach mit einem Beraterkreis, unter anderem bestehend aus Produzentinnen und Produzenten, Regisseurinnen und Regisseuren, Schauspielerinnen und Schauspielern, Festivalkennern sowie auch mit Beschäftigten der Berlinale getroffen. Die Meinungsäußerungen aus diesem Kreis waren so vielstimmig, wie Personen beteiligt waren, was die Suche nach geeigneten Kandidaten zwar nicht erleichtert hat, uns aber bei der Präzisierung des Anforderungsprofils geholfen hat. Denn einige Kriterien haben sich bei den kontroversen Diskussionen im Beraterkreis dann doch herauskristallisiert:
 
Maßgebliche Leitlinien für unsere Entscheidung waren demnach eine Stärkung des künstlerisch-kuratorischen Profils, eine Verjüngung des Festivals sowie neue internationale Impulse für die Berlinale. Außerdem haben wir uns darauf verständigt, dass es eine Doppelspitze geben soll. Denn mittlerweile teilen sich bei allen mit der Berlinale konkurrierenden Festivals zwei Personen die Leitungsaufgaben; und auch bei der Berlinale hat der Umfang an Aufgaben seit dem Amtsantritt Dieter Kosslicks deutlich zugenommen.
 
Für die Berlinale selbst haben wir übrigens in unseren rund 40 Gesprächen mit Kandidatinnen und Kandidaten unisono tolle Rückmeldungen erhalten und einen Eindruck bekommen, wie das Festival international wahrgenommen wird: Immer wieder war vom „bestorganisierten Festival der Welt“ die Rede, und alle Kandidatinnen und Kandidaten, mit denen wir gesprochen haben, waren bereit, die Leitung zu übernehmen - was einmal mehr für das Festival spricht und die großen Verdienste Dieter Kosslicks, die er für das Ansehen der Berlinale in der Welt hat, unterstreicht. Seiner hervorragenden Arbeit in 17 prägenden Jahren ist es zu verdanken, dass die Berlinale heute ein größeres Publikum denn je erreicht und sich mit ihrem ausgeprägten politischen Profil auch im 21. Jahrhundert als weltweit hoch angesehenes A-Festival behauptet.
 
Mit der neuen Doppelspitze stellen wir sicher, dass die Berlinale über 2019, dem letzten Berlinale-Jahr unter der Leitung Dieter Kosslicks, hinaus als Publikumsfestival mit politischen Charakter und anspruchsvollem Filmprogramm erhalten bleibt und sich gleichzeitig weiter entwickelt. Jünger und internationaler wird die künftige Leitung mit Herrn Chatrian (Jahrgang 1971), der gleichzeitig die künstlerisch-kuratorischen Kompetenzen mitbringt, die wir uns gewünscht haben.
 
Weiblicher wird die künftige Leitung mit Frau Rissenbeek, die gleichzeitig für Kontinuität und filmwirtschaftliche Kompetenz steht, die verschiedenen Film-Festivals  und alle deutschen Player kennt und über einen reichen Erfahrungsschatz und ein weit verzweigtes Netzwerk verfügt. Außerdem spricht sie deutsch, was unerlässlich ist, um die Geschäftsführung eines solchen Festivals zu übernehmen, die Komplexität der wirtschaftlich relevanten Vorgänge zu durchdringen, die zuweilen komplizierte Kulturförderung in Deutschland zu verstehen und fundierte Entscheidungen treffen zu können. Wie Sie wissen, war Frau Rissenbeek auch Mitglieder der Findungskommission und hat bei der Auswahl Carlo Chatrians maßgeblich mitgewirkt. Dabei war zunächst noch gar keine Rede davon, dass sie Geschäftsführerin werden sollte.Darauf kamen Herr Böhning und ich, weil uns ihre Expertise sehr beeindruckt hat und wir für die Berlinale das bestmögliche Team aufstellen wollten - (und) manchmal liegt das Gute dann doch näher als zunächst vermutet.
 
Nun gilt es, die volle Konzentration auf die Berlinale 2019 zu richten, die unter Dieter Kosslicks Führung und meiner vollen Unterstützung stattfinden wird. An dieser Stelle großen Dank an die Berlinale-Mitarbeiter für ihre ununterbrochen engagierte Arbeit! Der Vertrag Dieter Kosslicks endet am 30. Mai 2019, sodass Herr Carlo Chatrian und Frau Mariette Rissenbeek nach der Berlinale 2019 die Arbeit aufnehmen werden. Wichtig ist, dass die künftige Leitung die Abläufe der Berlinale möglichst frühzeitig kennenlernt. Dazu haben wir für beide vor der Übernahme der Gesamtverantwortung nach der nächsten Berlinale eine Vorbereitungszeit vorgesehen.
 
Ich freue mich, meine Damen und Herren, dass wir nun über 2019 hinaus planen können und bin überzeugt: Mit dem neuen Führungstandem behält die Berlinale auch in Zukunft - unter sich verändernden Bedingungen des Filmschaffens - ihren Platz in der Champions League der Filmfestivals, so wie bisher unter Dieter Kosslick.
 
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!