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FFA: Das Kinojahr 2018 in Zahlen
(10.4.2019)
Der Kinomarkt in Deutschland musste im vergangenen Jahr bekanntlich bedeutende Einbußen verkraften – Umsatz und Besucherzahlen gingen nach den Ergebnissen des GfK Consumer Panels jeweils um rund 15 Prozent auf 100 Mio. Besucher bzw. 893 Mio. Euro zurück. In seinem Vortrag „Das Kinojahr 2018 – Marktzahlen aus Deutschland“ beim Kinokongress 2019 analysierte Frank Völkert, stellvertretender Vorstand der Filmförderungsanstalt FFA, am gestrigen Dienstag, was die Marktdaten zum Verständnis der Ursachen für den Besuchereinbruch beitragen können. Sicher scheint demnach, dass Jahrhundertsommer und Fußball-Weltmeisterschaft zwar Einfluss auf das Besucherverhalten hatten, die Hauptursachen aber woanders liegen.
In einer Mitteilung der FFA heißt es:

2018 waren knapp 25 Mio. (37 Prozent) der Deutschen über 10 Jahre mindestens einmal im Kino. Im Vergleich zu 2017 ist dies ein stabiler Wert, in der Langzeitbetrachtung geht die Reichweite jedoch deutlich zurück: Vor 10 Jahren besuchten noch 44 Prozent der Deutschen ab 10 Jahren ein Kino.

Die Besuchsintensität sank im Vergleich zum Vorjahr von 4,7 auf 4,1 Besuche pro Kopf um 14 Prozent. Es zog also nicht weniger Menschen ins Kino, sondern diejenigen, die ins Kino gingen, taten dies weniger häufig.
Mit 37 Prozent Reichweite gingen 2018 immer noch mehr Personen ins Kino, als Personen, die Home-Video-Produkte (34 Prozent) nutzen. Im Vergleich zu 2017 haben sich diese Anteile nicht verändert. Auch der Anteil der Home-Entertainment-Nutzer, die ins Kino gehen, ist 2018 mit 69 Prozent stabil – obwohl die Umsätze des Teilbereichs SVoD 2018 um 77 Prozent zugelegt haben.

Wie im Vorjahr waren im Jahr 2018 55 Prozent aller SVoD-Nutzer gleichzeitig Kinogänger. Die SVoD-Konsumenten gingen also auch in dem schwachen Kinojahr 2018 ins Kino und taten dies zwar weniger als im Vorjahr, aber dennoch weiterhin häufiger als der Gesamtmarkt. Gleichzeitig gaben sie dort auch mehr Geld aus als andere Filmkonsumenten und zahlen im Vergleich zum Gesamtmarkt vier Prozent höhere Eintrittspreis.

Dennoch verändert sich für die Kinobetreiber die Struktur ihrer Kinogänger: Waren 2017 noch 23 Prozent der Kinogänger gleichzeitig SVoD-Kunden, hat sich dieser Anteil 2018 auf 28 Prozent erhöht.

„Der Wettbewerb um das Zeitbudget der Kinogänger hat sich letztes Jahr verstärkt“, so Frank Völkert, „und wir müssen zumindest für 2018 feststellen, dass die Kinos zurückgefallen sind. Wir sehen aber auch, dass die VoD-Abonnenten zwar nicht mehr so oft, aber nach wie vor ins Kino gegangen sind. Das deutet darauf hin, dass die Hauptursachen für die Rückgänge woanders liegen.“

Auffällig im Vergleich der Jahre 2017 und 2018 ist der Umsatzrückgang bei den Top-10-Titeln: 30 Prozent minus. Damit gehen knapp zwei Drittel der Boxoffice-Verluste auf das schwächere Abschneiden der Top 10 zurück. Hatten 2017 noch drei Filme 4 bis 6 Mio. Besucher, überschritt 2018 kein Film die 4-Mio.-Besucherschwelle.

Zum Fehlen der traditionellen Blockbuster kam, was den Umsatz betrifft, noch der stark überproportionale Rückgang im hochpreisigeren 3D-Markt um 30 Prozent: Im Jahr 2018 gingen 8,3 Mio. Personen für einen 3D-Film ins Kino (Vorjahr noch 10,2 Mio.). Nur 48 Prozent der Tickets von 3D-Filmen wurden auch für eine 3D-Vorstellung gelöst, 52 Prozent sahen sich diese Filme in 2D an. In den Vorjahren waren die Werte umgekehrt.

Beim deutschen Film lagen Besucher- und Umsatzverluste proportional zum Gesamtmarkt, immer noch wurde etwa jede vierte Eintrittskarte für einen deutschen Film verkauft. Anders als beim Gesamtmarkt war er aber nicht so sehr von weniger Besuchen pro Kopf (Extensivierung) betroffen. Besucher deutscher Filme kauften rund 2 Tickets pro Person, allerdings ging die Zahl der Besucher, die sich überhaupt für einen deutschen Film entschieden, von 13,8 Mio. 2017 um 12 Prozent auf 12,1 Mio. 2018 zurück.

„Insgesamt können wir feststellen, dass 2018 genauso viele einzelne Menschen ins Kino gegangen sind, sie taten es nur seltener,“ fasste Frank Völkert zusammen. „SVoD ist ein zweifellos ein wichtiger Faktor bei der Marktentwicklung, aber es scheint, dass es 2018 vor allem an der Qualität des Filmangebots gelegen hat, das die Menschen seltener als in den Vorjahren in die Kinos gezogen hat.“