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FFA-Langzeitstudie über Dokumentarfilmkinobesucher
(12.6.2017)
Dokumentarfilme, so das Ergebnis einer Dokumentarfilm-Langzeitstudie der Filmförderungsanstalt, entwickeln sich im Kino weitgehend unabhängig vom Gesamtmarkt und sprechen ein ganz eigenes Publikum an, vor allem so genannte Heavy User. Auffällig ist zudem, dass Dokumentarfilme deutlich länger brauchen, um sich im Kino zu entwickeln: Während rund zwei Drittel (66%) der Filme aller anderen Genres zusammengenommen in den ersten drei Wochen nach Filmstart im Kino gesehen werden, erreicht ein Drittel der Dokumentarfilme seine Besucher erst dreieinhalb Monate – oder noch später nach ihrem Kinostart. Deutsche Dokumentarfilme sind dabei äußerst populär: Im Sechs-Jahresvergleich weisen sie in diesem Marktsegment einen Marktanteil von deutlich über 50 Prozent auf – 2012 wurden für dieses Genre sogar acht von zehn Tickets (81%) für eine deutsche Produktion an der Kinokasse verkauft.

In einer Mitteilung der FFA heißt es:

Insgesamt haben in den Jahren 2011 bis 2016 an den Kinokassen in Deutschland jeweils zwischen 1,2 und 2,3 Millionen Menschen ein Ticket für einen Dokumentarfilm gekauft. Mehr als drei Viertel (78%) davon haben dann aber auch nur einen Dokumentarfilm im Jahr gesehen – auch wenn die Zielgruppe überproportional von Heavy Usern besetzt ist und im Durchschnitt rund 16 Mal im Jahr ins Kino geht. Diese Zahlen belegt eine heute veröffentlichte aktuelle Studie der FFA, mit der erstmals die Besucher von Dokumentarfilmen über einen längeren Zeitraum betrachtet und analysiert werden.

Weitere Details aus der Studie:

-    Der typische Dokumentarfilm-Besucher  interessiert sich grundsätzlich für anspruchsvolle Kinofilme (77%) und informiert sich regelmäßig über das aktuelle Kinoprogramm (59%)
-    Zwei Drittel aller Besucher von Dokumentarfilmen (65%) sind älter als 50 Jahre
-    Erfolgreichster Dokumentarfilm der letzten Jahre war die Fußball-WM-Verfilmung von „Die Mannschaft“ mit fast einer Million Besuchern – annähernd so viel wie in den beiden darauffolgenden Jahren die Dokumentarfilme jeweils insgesamt ins Kino zogen
-    Im Laufe des Betrachtungszeitraum gab es unterschiedliche thematische Schwerpunkte beim Dokumentarfilm: 2011 bis 2013 stand der Erfolg des Dokumentarfilms im Zeichen von Natur, Musik und Geschichte, 2014 war es „Die Mannschaft“ und somit eher sportlich ausgeprägt, während 2015 und 2016 Biographien und zeitgeschichtliche Themen im Vordergrund standen
-    Besucher von Dokumentarfilmen verzehren deutlich weniger und seltener als andere im Kino: Weniger als jeder Dritte (29%) gibt überhaupt Geld im Kino für Snacks oder Getränke aus und verzehrt dann im Durchschnitt für 4,75 Euro – im Vergleich zu 7,18 Euro, die von mehr als der Hälfte der Kinobesucher aller anderen Genres ausgegeben werden

Die FFA veröffentlicht seit 25 Jahren regelmäßig Studien über die Struktur des Kinobesuchs und die Entwicklung im Besucherverhalten. Grundlage für die Auswertungen ist das Individualpanel Media*Scope der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), dessen filmwirtschaftliche Daten der FFA exklusiv zur Verfügung stehen. Das Panel umfasst 25.000 Teilnehmer und steht repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 10 Jahren.

Zur Studie „Der Kinobesucher von Dokumentarfilmen 2011-2016“ hier...