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Hessischer Preis Nachhaltiges Kino für Bali/Filmladen Kassel
(27.6.2018)
Am Dienstag wurde im Frankfurter Kino Orfeo´s Erben der Hessische Preis für nachhaltiges Kino vergeben. Der Preis und 5 Würdigungen wurden von Patrick Burghardt, Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, überreicht. Der mit 5000 € dotierte Preis ging an den Filmladen/Bali Kinos Kassel. Würdigungen gingen an Filmtheater Friedrichsdorf, Capitolkino Witzenhausen, Mal seh´n Kino Frankfurt, Hafen 2 Kino Offenbach und Studentischer Filmkreis Darmstadt.

Staatssekretär Patrick Burghardt (l) gratuliert Frank Thöner von den BALI-Kinos Kassel zum Erfolg



In einer Mitteilung des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst heißt es:

Für den Preis „Nachhaltiges Kino“ bewertete eine Jury die eingereichten Vorschläge zum Beispiel danach, ob fair gehandelte Speisen und Getränke verkauft werden, es Mitarbeiterfortbildungen gibt oder das Programm die Auseinandersetzung mit umweltpolitischen Themen fördert. Sie setzt sich aus Fachleuten der Kinobranche sowie Vertretern des Film- und Kinobüros Hessen e.V. und der Lust auf besser leben gGmbH zusammen, die Unternehmen in Nachhaltigkeitsstrategien berät.

Die Jury begründet ihre Entscheidung für die „BALI Kinos“ in Kassel damit, dass das Kino umweltfreundliches Denken sowohl inhaltlich als auch wirtschaftlich umsetzt. So stellten die Betreiber gemeinsam mit der Universität Kassel eine Studie zum Energieverbrauch vor und gaben dem Publikum Tipps dazu mit auf den Weg. Zudem unterhält das Kino ein Elektrofahrzeug, stellt aus alten Filmbannern Taschen her und arbeitet für die Programme mit einer regionalen Druckerei zusammen. Die Filmauswahl konzentriert sich ebenso auf Nachhaltigkeitsthemen.

Auch die gewürdigten Kinos zeigen, wie vielfältig das Thema Nachhaltigkeit ist: Das „Filmtheater Friedrichsdorf“ etwa legt viel Wert auf langlebige Einrichtung und Technik und verzichtet auf überflüssige Papier-Werbung. Der studentische Filmkreis an der TU Darmstadt setzt auf basisdemokratische Organisation, Foodsharing und fährt mit Lastenrad und öffentlichen Verkehrsmitteln zum Einkaufen für die Filmpräsentationen. Die Betreiber des Hafenkinos Offenbach legen ihren Fokus auf transkulturelle Veranstaltungen, mit denen sie auch Flüchtlinge ansprechen wollen, während das „Mal Seh’n“-Kino in Frankfurt Bio-Speisen anbietet, mit Naturstrom arbeitet und barrierefrei eingerichtet ist. Fahrgemeinschaften und Ausbildungsangebote gehören beim „Capitol Kino“ in Witzenhausen zum Nachhaltigkeitskonzept.“

„Mit dem Preis ‚Nachhaltiges Kino‘ ist Hessen bundesweit vorangegangen. Wichtig war dabei von Anfang an, Nachhaltigkeit in all ihren Dimensionen zu begreifen: ökologisch, ökonomisch, sozial und kulturell – also nicht nur auf Energiemaßnahmen beschränkt. Hessen lebt von den vielen Kinos in den ländlichen Regionen, deren Erhalt für das kulturelle Leben in ihren Orten sehr wichtig ist. Mit dem Preis will Hessen den Kinos helfen, die aktuellen Herausforderungen wie die Digitalisierung und sich ändernde Freizeitgestaltung anzunehmen, ihr Profil zu schärfen und ihre Attraktivität zu steigern“, so Staatssekretär Patrick Burghardt abschließend.

Die Jury bestand aus:
Frau Niruman Bayram, Kommunales  Kino Freiburg (Vertreterin des Bundesverbands kommunale Filmarbeit) Herr Matthias Damm, Casablanca Nürnberg (Vertreter der AG Kino/Gilde deutscher Filmkunsttheater) Herr Erwin Rajkovcanin, Schauburg Dortmund (Vertreter des HDF)