NEU in Programmkinos
Wie ich lernte, bei mir selbst Kind zu sein
Die Geschichte einer Jugend im Wien der 50er Jahre
Tea with the Dames
Judi Dench, Eileen Atkins, Joan Plowright und Maggie Smith beim Kaffeeklatsch
Streik
Angestellte einer Firma wehren sich gegen ihre Entlassung
Atlas
Ein alter Möbelpacker wird plötzlich mit seiner Vergangenheit konfrontiert
Auch Leben ist eine Kunst – Der Fall Max Emden
Dokumentarfilm über den jüdischen Geschäftsmann Max Emden
DEMNÄCHST in Ihrem Kino
Der Flohmarkt von Madame Claire
Drama über verlorene Erinnerungen zwischen Mutter und Tochter
Zu jeder Zeit
Dokumentarfilm über angehende KrankenpflegerInnen
A Man of Integrity
Cannes-prämierte Thriller-Tragödie
Das schönste Paar
Ein Paar muss sich mit bereits überwunden geglaubten Probleme auseinander setzen
Liebesfilm
Berliner Lovestory um ein ungleiches Paar
Bungalow
Deutsches Coming-of-Age-Drama
Jubiläum Metropol Gera
(28.1.2019)
Im November 2014  eröffneten die Geschwister Caren und Christian Pfeil in Gera gemeinsam mit Markus Eisele und der Arena Filmtheater BetriebsGmbH das bis dahin lange leerstehende METROPOL-Kino neu. Jetzt feierten sie Jubiläum: „Nun sind die ersten vier Jahre seit der Wiedereröffnung geschafft, und schon werden wir 100!“ Denn: 1919 war das ehemalige Ausflugslokal „Etablissement Leipnitz“, eine Gaststätte mit Gartenbetrieb und Tanzlokal, zu einem Kino mit 500 Plätzen umgebaut und als eines der ersten großen Lichtspieltheater in Gera mit „Die Austernprinzessin“ von Ernst Lubitsch eröffnet worden. Das Metropol-Kino feiert das ganze Jahr über Jubiläum, den Auftakt bildete jetzt am Mittwoch die Premiere eines neuen Imagetrailers. Denn: „Wie unser Kinopublikum weiß, beginnt jede Vorstellung mit unserer ganz eigenen Begrüßung.“

Die engagierten Kinomacher ausführlich in ihrer Mitteilung zum Jubiläum:

100 Jahre METROPOL

Als im Juni 2014 die Geschwister Caren und Christian Pfeil gemeinsam mit der Arena Filmtheater BetriebsGmbH die Ausstellung „Die Austernprinzessin und Gojko – Da geht doch was“ im Foyer des seit 1998 geschlossenen METROPOL eröffneten und ein schnell gedrucktes Plakat präsentierten, das die Wiedereröffnung des Kinos für den Herbst des gleichen Jahres ankündigte, war das so wagemutig wie verrückt. Geglaubt haben es nur wenige. Doch am 20. November 2014  um 17:30  drängelten sich einige hundert Menschen vor dem METROPOL auf der Leipziger Straße, um zu den ersten zu gehören, die in den beiden neuen Kinosälen Filme schauen würden.
Nun sind die ersten vier Jahre seit der Wiedereröffnung geschafft, und schon werden wir 100!

Diese 100 Jahre hatten es in sich.

1919 war das ehemalige Ausflugslokal „Etablissement Leipnitz“, eine Gaststätte mit Gartenbetrieb und Tanzlokal, zu einem Kino mit 500 Plätzen umgebaut und als eines der ersten großen Lichtspieltheater in Gera mit „Die Austernprinzessin“ von Ernst Lubitsch eröffnet worden. In den Jahren danach gab es zwar kleinere Umbauten und größere Pläne dafür, der Spielbetrieb war aber stabil, ausgenommen die Zeit des Zweiten Weltkrieges, über die uns aber keine weiteren Informationen vorliegen.
1946 wurde der ehemalige Kinobesitzer enteignet und das Kino kurzzeitig in „Kino der Geraer Schaffenden“ umbenannt, später hieß es wieder METROPOL. Beim Umbau und der Sanierung 1968/ 69 – 72 wurde der Rang mit seinen „Schwalbenschwänzen“ ganz weggenommen, weil er für die Breitwandprojektionen nicht mehr funktionierte. Der Vorführraum wurde heruntergesetzt und die Platzanzahl von 500 auf etwa 300 Zuschauer reduziert. Danach wurde es als Kinder- und Jugendfilmtheater wieder eröffnet, hatte aber auch einen Abendspielplan. 1973  wurde das METROPOL Gründungskino des Kinderfilmfestivals Goldner Spatz, das ja bis heute zumindest zu einigen Teilen in Gera stattfindet. Leider noch nicht bei uns, aber wir arbeiten dran. In dieser Zeit entstand unterm Dach auch das kleine Kino SPATZ für ca. 30 Personen, also genau für eine Schulklasse.
Der gesellschaftliche Umbruch 1989 ging am METROPOL nicht spurlos vorbei. Nun war Kino keinem kulturpolitischen Auftrag mehr verpflichtet (wie ideologisiert auch immer dieser gewesen war), sondern dem Markt. Der Verkauf des METROPOL über die Treuhand an die Ufa 1991 gelang, war aber nicht wirklich erfolgreich. Zwar entstanden in den 90er Jahren noch zwei weitere kleine Studiokinos, die Säle „Eule“ (das ehemalige Pressekino im Erdgeschoss) und „Kuckuck“ (das ehemalige Werbemittellager). Es konnte auch ein Abriss und ein überdimensionierter Neubau verhindert werden, aber am. 21. Januar 1998 war es vorbei, das METROPOL schloß mit einer letzten Vorstellung von „Comedian Harmonists“.
Das modernere und größere Palasttheater stellte kurze Zeit später mit dem Film „Besser geht’s nicht“ seinen Spielbetrieb ein. Mit der Kinokultur in Gera war es vorbei, abgesehen von einem großen Mainstream - Tempel. Bis zum 20. November 2014.

Die Entwicklung des METROPOL seit seiner Wiedereröffnung war ausgesprochen erfolgreich. Risikobereitschaft und der unermüdliche Einsatz eines ganzen Teams von Kinoenthusiasten haben sich gelohnt.

2014 bis 2019 in Fakten und Zahlen

In unsere 3 Säle („Halbe Treppe“ - 77, „39 Stufen“ - 71, und „DREI“ - 25 Plätze) kamen bis Ende 2018 mehr als 165.000 Zuschauer. Dabei ging die Publikumsentwicklung von 32.000 im Jahr 2015 bis zu über 47.000 im vergangenen Jahr 2018. Ohne zu übertreiben können wir sagen: es ist eine Erfolgsgeschichte. Vielen Dank an unser treues, neugieriges und immer wieder mit Neuem zu begeisterndes Publikum!
Über die Leinwände flimmerten seitdem mehr als 700 Filme in einem vielfältigen und anspruchsvollen Programm mit bis zu 12 Vorstellungen täglich. Dazu gibt es CINEMA LINGO – Filme in der Originalfassung, mehrere Dokumentarfilm bereichern jeden Monat den Spielplan, jährlich im September ist die dreiwöchige Dokumentarfilmreihe bereits eine Tradition, mit deutlich steigenden Zuschauerzahlen.
Kinderkino ist uns ein ganz besonderes Anliegen. Sind wir mit Kinderfilmen immer am Mittwoch, Samstag und Sonntag gestartet, spielen wir inzwischen beinahe täglich für Kinder, und das zu sehr familienfreundlichen Preisen. Es gibt ein vielgestaltiges Ferienkinderkino und jede Menge Schulvorstellungen an den Vormittagen inklusive eines französischsprachigen und eines englischsprachigen Schulfilmfestivals. Denn das Publikum der Zukunft holen wir uns heute schon ins Haus.
Die vielen Sonderveranstaltungen und Filmgespräche mit Filmemachern und Experten zu den Themen der Filme sind beim Geraer Publikum ausgesprochen beliebt und ein Indiz dafür, dass die Geraer Kino auch als einen Ort von Begegnung und Auseinandersetzung begreifen. Das entspricht auch unserem Anspruch und das freut uns sehr.
Seit Januar 2018 wählen wir außerdem in unserer MEHRfilm – Reihe ganz besondere Filme aus, die keinen Platz im regulären Programm finden würden. Wir bieten: noch mehr Inhalt, mehr Experiment, mehr Kunst, mehr Risiko, mehr Welt, kurz gesagt: MEHRfilm.
Beim monatlichen Frühstückskino hat das Publikum außerdem Gelegenheit, auch noch die Kochkünste unseres Teams kennenzulernen. Und nicht nur dabei sind wir sehr eigenwillig.
Kino ohne Popcorn und ohne Werbung! Dafür stehen wir auch weiterhin ein.  

Das  100 - jährige Jubiläum 2019

Da wir bei unserer Recherche keinen konkreten Eröffnungstag 1919 finden konnten, haben wir aus der Not eine Tugend gemacht und feiern das ganze Jahr über.
Den Auftakt bildet die Premiere unseres neuen Imagetrailers am 23.01.2019. Wie unser Kinopublikum weiß, beginnt jede Vorstellung mit unserer ganz eigenen Begrüßung. War es 2014 das dafür animierte Eröffnungsplakat, in dem das METROPOL – Schiff an den Geraer Ufern mit dem Slogan „Das Kino ist zurück in der Stadt“ anlandete, folgte 2017 die „Schrecksekunde mit Filmriss“,  verbunden mit der guten Botschaft „Das Kino bleibt in der Stadt“.
Für unseren Geburtstag hat der Grafiker Gerald Risch (Bild + Animation) gemeinsam mit der Kinoleiterin Caren Pfeil (Idee) und dem Geschäftsführer Christian Pfeil und dessen Monopol-News-Partner Marcus Morlinghaus (Text, Ton und Geräusche) das Kunststück geschafft, 100 Jahre METROPOL in 100 Sekunden zu erzählen. Das Kino hat Zukunft. Schauen Sie selbst!

Am 29. Mai 2019 wird es ein großes Fest für und mit unserem Publikum geben. Natürlich mit Filmen, mit Musik und Überraschungsgästen von Nachmittag bis Nachts. An diesem Tag präsentieren war außerdem den Kalender 100 Jahre METROPOL, der die Geschichte des Kinos mit vielen historischen Fotos und großen und kleinen Kinogeschichten erzählt.
Dazu gibt es in der neuen Reihe Klassiker Matinee Filme aus 100 Jahren Kinogeschichte. Wir beginnen mit „Schindlers Liste“, der vor 25 Jahren seine Weltpremiere erlebte und den wir am 27. Januar, dem Holocaust Gedenktag zeigen. Im Februar folgt Charlie Chaplins „The Kid“ von 1921, der erste Langspielfilm des großen Kinomagiers. In jedem Monat folgt ein weiterer Klassiker, der die 100-jährige Kinogeschichte künstlerisch mit der Zeitgeschichte verbindet. Denn gutes Kino ist immer auch ein Spiegel seiner Zeit. Dafür steht die Filmauswahl im METROPOL auch heute.

Das Kino hat Zukunft.

Das ist auch deshalb unsere Überzeugung, weil wir in den vergangenen vier Jahren in Gera mehr und mehr Partner aus der Wirtschaft gewinnen konnten, die unsere Arbeit als Kulturpartner unterstützen. Ganz aktuell freuen wir uns, dass die Haltestelle der Straßenbahn Linie 3 direkt vor unserem Kino in Leipziger Straße / METROPOL umbenannt wird.
Die GVB Verkehrs- und Betriebsgesellschaft Gera mbH (GVB) hat die Anfrage von Kinobetreiber und Stadtverwaltung, den Haltestellennamen anzupassen, gerne aufgegriffen und realisiert sie  pünktlich zur Geburtstagsfeier. Bereits seit der Wiedereröffnung ist die GVB Kulturpartner des METROPOL und verteilt die aktuellen Wochen- und Monatsprogramme in den Prospekthaltern in Bussen und Bahnen. So können die Geraer ihren nächsten Kinobesuch ganz bequem schon unterwegs planen.

Das Kino in den 70er Jahren:



Das Kino heute - von außen und von innen: