NEU in Programmkinos
Wackersdorf
Spielfilm-Politdrama über den Protest gegen den Bau der Atomkraft-Wiederaufbereitungsanlage in Wackersdorf
Wir sind Champions
Über einen Basketballtrainer, der eine Mannschaft geistig Behinderter trainiert
Shut up and play the Piano
Dokumentarisches Porträt über "The Musical Genius" Chilly Gonzales
Power to the Children
Dokumentation über Kinder in Kinderparlamenten in Indien
Kleine Helden
5 schwerkranke Kinder nehmen uns mit in ihre Welt
DEMNÄCHST in Ihrem Kino
Offenes Geheimnis
Penelope Cruz und Javier Bardem in einem melodramatischen Thriller des iranischen Regisseurs Asghar Farhadi.
Ballon
Die wahre Geschichte einer Flucht aus der DDR mit einem Heißluftballon - inszeniert von Michael Bully Herbig.
The Man who killed Don Quixote
Terry Gilliams irrwitziger Film über einen Filmemacher, der gegen die Windmühlen der Filmindustrie kämpft.
Alles ist gut
Die Geschichte einer jungen Frau, die nach einer Vergewaltigung versucht, die Tat zu verdrängen.
Balkan Dreams - Ein Leben im 9/16 Takt
Langzeitdoku über jugoslawische Migranten in Berlin, die einen Bezug zur Musik ihrer Heimat haben.
Das stille Leuchten - Die Wiedereroberung der Gegenwart
Doku über eine neue Strömung im Bildungssystem.
Weserlust Hotel
"Der verrückte Filmdreh 'All inclusive'“ - ein Making-Of.
Sweet Country
Drama aus Australien, das vom Zusammenprall der Welt der Aborigines mit jener der weißen Zuwanderer handelt.
Nachlass
Doku über sieben Kinder und Enkel von NS-Tätern, Wehrmachtsangehörigen und Holocaust-Überlebenden.
Ava
Ein junges Mädchen auf dem Weg zum Erwachsenwerden, verliert allmählich sein Augenlicht.
Offener Brief: "Preisdumping soll das Kino retten?"
(8.6.2018)
Die aktuelle Preisstrategie von Cinemaxx ist umstritten. Mustafa El Mesaoudi, Betreiber der Wuppertaler Häuser Cinema und Rex und damit als Kinobetreiber an einem der betroffenen Standorte davon betroffen, kritisiert dies in einem Offenen Brief vehement. „Welches Signal senden wir in Richtung Netflix und Amazon Prime?“ fragt er – und vermutet vor allem den Versuch einer Marktbereinigung. Schon Achim Flebbe, dessen Zoo-Palast gerade als Kino des Jahres ausgezeichnet wurde, hatte jüngst im Blickpunkt:Film-Interview betont: "Ich halte nichts von Preis-Dumping". - Der Offene Brief von Mustafa El Mesaoudi im Wortlaut hier…
Wer diskutieren möchte, dem sei das FORUM der AG Kino empfohlen:

http://forum.agkino.de/



Der offene Brief von Mustafa El Mesaoudi im Wortlaut hier…


Tradiertes Preisdumping soll das Kino retten?

Cinemaxx-Geschäftsführer Carsten Horn begründete im März die Einführung von Dumpingpreisen an drei Cinemaxx-Standorten (Offenbach, Wolfsburg und Halle) mit positiven Erfahrungen, die man an anderer Stelle gemacht habe (wo, wurde nicht verraten). Keine zwei Monate später wurden weitere Standorte hinzu genommen, u.a. Wuppertal. Weitere Standorte werden folgen. Wie man in so kurzer Zeit valide Daten sammeln konnte, um zu evaluieren wie sich die Preissenkungen auswirken, bleibt natürlich unerwähnt. Vor allem in einer Zeit, wo sich die Besucherzahlen, nicht nur wetterbedingt, auf einem schwachen Niveau bewegen. Nein, diese Begründung ist nicht nur schlichtweg nicht plausibel, sie ist falsch. Denn die Superkinotage aus der Vergangenheit haben das Gegenteil bewiesen: Preissenkungen wirken sich nicht nachhaltig auf die Besucherzahlen aus.

Vor dem Hintergrund, dass gerade Cinemaxx in den vergangenen Jahren mit einer entgegen gesetzten Argumentation und einer intransparenten Preispolitik - wie nicht nachvollziehbare Filmzuschläge oder "Logen"zuschläge, die bis in die vordersten Reihen Anwendung fanden - die Preise erhöhte, ist eine solche Preissenkung schlichtweg unglaubwürdig.

Ich als Wuppertaler Kinobetreiber vermute etwas völlig anderes. Cinemaxx möchte eine Marktbereinigung einleiten. Nichts anderes kann aus meiner Sicht dieses Preisdumping erklären. Es sollen Marktteilnehmer an den Dumpingstandorten verdrängt werden.

Unabhängige Kinobetreiber könnten in ernste Schwierigkeiten geraten. 2018 wird eh schon ein betriebswirtschaftlich herausforderndes Jahr. Das erste halbe Jahr gibt Anlass zu Sorge, die WM und die schwer einzuschätzenden Filme des zweiten Halbjahres geben keinen Anlass für Optimismus.

Und wo ist der Aufschrei? Wie gehen wir mit einer solchen Situation um? Können sich Verleiher auf "Wir können auf die Preisfindung eines Kinos keinen Einfluss nehmen" zurückziehen? Dumping ist keine Preisfindung! Welches Signal senden wir in Richtung Netflix und Amazon Prime? Schafft sich das Kino nun ab?

Die Kampagne "Das Kino. Läuft bei uns.", die in Baden Baden vorgestellt und positiv aufgenommen wurde, wird hoffnungslos verpuffen, sollten nun weitere Kinobetreiber dem Beispiel von Cinemaxx folgen.

Wir brauchen mehr Besucher! Aber nicht durch Preisdumping! Es ist an der Zeit, dass Verleiher und Kinobetreiber tabulos die Herausforderungen, vor denen wir stehen, angehen und Strategien entwickeln. Dazu gehören die Flexibilisierung der Spielzeiten wie auch die Instandsetzung und Modernisierung der Kinos, aber dazu gehört auch, jenseits von Facebook exklusive digitale Kanäle zu etablieren um endlich auch die Reichweiten zu erzielen, die uns Facebook und Co derzeit nicht liefern, zumindest bei einem Großteil der Filme.

Wenn wir das Kino nicht neu erfinden, so wie es uns andere Branchen vormachen, dann müssen wir uns nicht wundern, wenn Kino in die Bedeutungslosigkeit abdriftet!