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Verleihung Deutscher Menschenrechts-Filmpreis
(4.12.2018)
Am 8. Dezember wird in Nürnberg zum 11. Mal der Deutsche Menschenrechts-Filmpreis verliehen. Damit findet die aktuelle Wettbewerbsrunde des 1998 ins Leben gerufenen Filmwettbewerbs ihren Höhepunkt und Abschluss. Der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck wird als Festredner erwartet, Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly, die Präsidentin der Deutschen Filmakademie Iris Berben und Musiker Wolfgang Niedecken sind weitere Ehrengäste des Abends. Die Preise, die in jeder Kategorie mit 2.500 Euro und einer individuell angefertigten Statue dotiert sind, werden am Samstagabend in der Nürnberger Tafelhalle an die sechs Preisträger überreicht. Den Menschrechtsfilmpreis in der Kategorie Langfilm erhält "STYX" (Foto) von Wolfgang Fischer. „STYX“ wird am Sonntag (9.12.) um 11.00 Uhr in einer Matinee im Casablanca Filmkunsttheater in Nürnberg gezeigt. Der Regisseur Wolfgang Fischer ist anwesend. Diese Veranstaltung ist ebenfalls öffentlich und kostenlos.
In einer Mitteilung des Menschenrechtsfilmpreis heißt es:

„Flucht“ bleibt wichtigstes Thema
Zwischen Ende April und Mitte August waren 382 Filme in den fünf Wettbewerbskategorien Langfilm, Kurzfilm, Magazinbeitrag, Hochschule und Amateur den vier Fachjurys zur Sichtung und Bewertung vorgelegt worden. Eine dieser Jurys vergab zusätzlich einen Preis in der Kategorie „Bildung“. Die Preisträger 2018 sind:
•    Kategorie Langfilm: „STYX“ von Wolfgang Fischer
•    Kategorie Kurzfilm: „Joe Boots“ von Florian Baron
•    Kategorie Magazinbeitrag: „Erst integrieren, dann abschieben: Deutschlands absurde Asylpolitik“ von Naima El Moussaoui und Ralph Hötte
•    Kategorie Hochschule: „Thinking like a Mountain“ von Alexander Hick
•    Kategorie Amateur: „Just a normal Girl“ von Vanessa Ugiagbe und Yasemin Markstein
•    Kategorie Bildung: „Der Tatortreiniger – Sind Sie sicher?“ von Arne Feldhusen und Mizzi Meyer
Der Jahrgang wird erneut geprägt von zahlreichen Filmen, die sich dem Themenfeld Vertreibung/Flucht/Geflüchtete annehmen. Hierbei beschäftigten sich die Filmemacher_innen insbesondere mit den Fluchtursuchen und -verläufen. Darüber hinaus mit den Bedingungen, unter denen Geflüchtete in Deutschland aufgenommen werden und leben. Einige Filme begleiten abgeschobene Flüchtlinge zurück in ihre Heimatländer.

Gleichzeitig haben die Regisseur_innen andere Menschenrechtsthemen recherchiert und filmisch kommentiert. Die Filme befassen sich mit Menschenrechtsverletzungen, porträtieren Menschenrechtsaktivist_innen und zeigen Beispiele gelingenden Menschenrechtsschutzes, die anderen Mut machen sollen, sich für den Schutz der Menschenrechte einzusetzen.
„Wenn man einen Wandel in den Einreichungen beschreiben müsste, wäre es vor allem der veränderte Blickwinkel der Filmemacher_innen. Vor 15 oder 20 Jahren waren Menschenrechte und deren Verletzung oft ein Thema, das am anderen Ende der Welt zu beobachten ist. Heute schaut man viel genauer hin, was in Europa und Deutschland hinsichtlich der Lage der Menschenrechte geschieht. Von Datenmissbrauch über Einschränkungen der Pressefreiheit bis zu einer nach wie vor anzutreffenden Benachteiligung von Menschen mit Behinderungen reichen hier die Themen“, so Marko Junghänel, Gesamtkoordinator des Wettbewerbs.
Nach wie vor sind demnach auch gefestigte Demokratien nicht frei von Menschenrechtsverletzungen. Der Wettbewerb, der im Rhythmus von zwei Jahren stattfindet, hält das Bewusstsein dafür wach, dass die Institutionen des Staates, Zivilgesellschaft und alle Bürger_innen ihren Beitrag dazu leisten müssen, dieses hohe Gut zu schützen und zu verteidigen.

Zahlreiche Ehrengäste erwartet
Die gewachsene Bedeutung des Filmwettbewerbs lässt sich – neben Zahl und Qualität der Einreichungen – auch an der Wertschätzung im politischen und gesellschaftlichen Kontext erkennen. So hat Joachim Gauck, Bundespräsident a. D., die Schirmherrschaft über den Wettbewerb übernommen und wird zur Preisverleihung als Festredner erwartet.

Gleichzeitig kommt Iris Berben in ihrer Funktion als Präsidentin der Deutschen Filmakademie nach Nürnberg, um die Laudationes auf die Preisträger zu halten. Dieser Besuch belegt, dass der Deutsche Menschenrechts-Filmpreis inzwischen zu den renommierten Filmwettbewerben im deutschsprachigen Raum gehört. Daneben wird der Oberbürgermeister von Nürnberg, Dr. Ulrich Maly, Gast der Preisverleihung sein und ein Grußwort an die fast 500 Gäste des Abends richten.

Die elfte Verleihung des Deutschen Menschenrechts-Filmpreises wird in der Nürnberger Tafelhalle stattfinden. Dem Veranstalterkreis ist es zudem gelungen, Wolfgang Niedecken zu gewinnen, der die Preisverleihung musikalisch umrahmen wird. Niedecken ist Träger des Beethoven-Menschenrechtspreises, mit dem er 2017 für sein politisches und zivilgesellschaftliches Engagement geehrt wurde. Der Kabarettist, Fernsehmoderator und Musiker Christoph Süß wird die Gäste aus Politik, Medien, Kirchen und Verbänden durch den Abend führen.

Für die Preisverleihung stehen leider keine Karten mehr zur Verfügung – die Veranstaltung wird jedoch vollständig über den eigenen Youtube-Kanal http://youtube.menschenrechts-filmpreis.de übertragen.

Alle Preisträger-Filme in voller Länge
Im Anschluss an die Preisverleihung sind ab ca. 21.45 Uhr alle aktuellen Preisträgerfilme (außer „STYX“) in voller Länge im Saal der Tafelhalle zu sehen. Für die „Lange Nacht des Menschenrechts-Films“ sind noch Karten verfügbar. Die Filmpräsentation ist öffentlich und kostenfrei.

Der Deutsche Menschenrechts-Filmpreis ist ein unabhängiger Medienwettbewerb. Insbesondere bestehen keine inhaltlichen Abhängigkeiten zu staatlichen Akteuren, Branchenverbänden oder Unternehmen der Medienwirtschaft.
Der bundesweit aktive Filmwettbewerb wird aktuell von 21 Organisationen der Zivilgesellschaft gestaltet, finanziert und durchgeführt. Die Zusammenarbeit erfolgt in Form einer Arbeitsgemeinschaft engagierter Einzelpersonen und Institutionen – ohne Vereins-, Verbands- oder Stiftungsstruktur.
Zu den Trägern gehören Organisationen der Menschenrechts-, Bildungs-, Kultur- und Medienarbeit, konfessionell geprägte Organisationen, Gewerkschaften sowie Wohlfahrtsverbände und kommunale Einrichtungen. Sie sind geeint im Ziel der Achtung und Wahrung der Menschenrechte.

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