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Zahlen lügen (nicht)?
(30.6.2014)
In Folge der "Love Steaks"-Diskussion um zeitgleichen VoD-Start zum Kinostart (und damit Aufhebung des Kinofensters) wird in den letzten Wochen in diversen Zeitungsartikeln gerne eine EU-Studie zitiert, nach der diese Zeitgleichheit einen Sinn ergeben könne. Um dies ein für alle Mal zu klären, hier kurz die Wahrheit über diese "Studie":
Beim Filmfestival in Cannes hat „Creative Europe“ (ehemals Media Programm) die Ergebnisse eines zweijährigen „Day-And-Date- Modellversuchs“ vorgestellt. Der mit 2 Mio EUR finanzierte Modellversuch hatte zum Ziel, kleine europäische Filme zeitgleich im Kino und als VoD zu starten, um mehr Besucher für europäische Filme zu gewinnen. Die Ergebnisse des Versuchs waren desaströs. Gleichwohl wurde in Cannes eine positive Aussicht auf zeitgleiche VoD-Starts präsentiert, trotz deutlicher Kritik der anwesenden Vertreter der Filmwirtschaft (aus Deutschland u.a. Torsten Frehse, Christian Bräuer und Detlef Rossmann). In einer Pressemitteilung einige Tage nach Cannes ließ „Creative Europe“ dann folgende  Zusammenfassung des Modellversuchs veröffentlichen: „Aus der Studie geht hervor, dass ein Film durch die gleichzeitige Veröffentlichung auf mehreren Plattformen zwischen 3% (Viramundo in Polen) und 181% (For those in Peril in Italien) mehr Zuschauer erreicht hat. In jedem Fall scheint die gleichzeitige Auswertung im Kino und auf VOD die Folge zu haben, dass grundsätzlich mehr Zuschauer gewonnen werden.“ (Europe creative)
Diese außerordentlich positive Einschätzung aus Brüssel wird mittlerweile von zahlreichen Journalisten zitiert, verbunden mit Kritik an traditionellen Vertretern der Filmwirtschaft. Dabei machen sich diese Journalisten nicht einmal die Mühe, die Studie selbst zu lesen. Daher wollen wir hier die Zahlen des Modellversuchs veröffentlichen (s.u.). Sie zeigen eindeutig, dass der Modellversuch ein verheerendes Ergebnis hatte. Die VoD-Download-Zahlen und die Besucherzahlen der geförderten Filme im Kino waren bis auf drei Ausnahmen kaum messbar und für eine gewissenhafte, auch nur halbwegs seriöse  wissenschaftliche Untersuchung eigentlich nicht verwertbar.
Nur zwei Filme erreichten in insgesamt drei Territorien knapp über 10.000 Zuschauer (und bei diesen Filmen ist die Quote 13 %, 14 % und 4,7 % - aber auch 10.000 Zuschauer sind ja keine relevante Zahl, zumal in Frankreich! Es gibt auch einen Film mit der Quote 0 %: Luxemburg, 170 Kinobesucher, kein VoD-Abruf, diese Quote nennt aber Creative Europa natürlich nicht!).  Ganz offensichtlich handelt es sich um Filme unterhalb der Wahrnehmungsschwelle. Einzig beim englischen Film "For Those in Peril" kam eine VoD-Quote von 181 % zustande - in Italien, wo der Film im Kino landesweit 488 Kinobesucher (!) hatte und 881 Downloads. Bei allen Filmstarts waren die VoD-Downloads also tatsächlich so gering, dass man sich fragt, was die am Modellversuch beteiligten Filmverleiher und VoD-Portale mit der finanziellen Unterstützung in Höhe von 2 Mio. EUR angestellt haben. Mit dem Betrag hätten in Europa 20 Kinos mit einer Anschubhilfe von je 100.000 EUR wiederbelebt oder neu gegründet werden können.
NACHTRAG:
68.585 Nutzer (Kino + VoD) mit der EU-Studie - d.h.: jede bezahlte Nutzung wurde mit über 29 EUR subventioniert.
Zudem: Je höher die Kinobesucherzahl war, desto geringer war der VoD-Anteil. Aber Creative Europe spricht von 181 % mehr Umsatz...
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