Gilde-Preise 2017

Die LAUDATIONES der Gilde-Preise 2017, verliehen im Rahmen der Filmkunstmesse Leipzig

(Fotos zum Vergrößern bitte Anklicken; Fotos: AG Kino-Gilde)


(Adrian Kutter, Christian Bräuer)

Ehren-Gildepreis 2017 für ADRIAN KUTTER
Laudatio von Christin Bräuer


Ich freue mich, dass Sie und Ihr alle heute gekommen seid, um mit uns zu feiern
in diesem Jubiläumsjahr. 1977 wurde der Gilde-Filmpreis zum ersten Mal verliehen, das heißt wir feiern heute:
    40 Jahren Gilde-Filmpreis
    40 Jahre Leidenschaft fürs Kino.
    40 Jahre Begeisterung für Filmkunst
    40 Jahre Gewissheit, dass Kino mehr ist u. mehr sein muss als ein herausragender Film

Dass wir hier heute 40 Jahre Gilde-Filmpreis und die einzigartige Kino- und Filmvielfalt feiern dürfen, ist keine Selbstverständlichkeit! Dass dies so ist, liegt an mutigen und engagierten Cineasten, die ein Kino jenseits Mainstreams wagten und wagen. Vor allem braucht es aber auch Menschen, die mit klugen Argumenten für Ihre Überzeugungen eintreten, die ihre Meinung vertreten, auch wenn diese einmal nicht populär sein sollten, Menschen, denen es gelingt, andere von ihren visionären Ideen zu überzeugen und die mit Leidenschaft und Tatkraft diese auch verwirklichen!

Dass wir heute hier das 40. Jubiläum des Gilde-Preises feiern dürfen, verdanken wir einem solchen Visionär und Pionier der Filmkunstbranche:
Lieber Adrian Kutter - oder einfach nur: Lieber Mr. Gilde, wie dich viele ebenso liebevoll und anerkennend nennen. Mit deiner Idee des Gilde-Filmpreises hast du die deutsche Filmkunstbranche nachhaltig bereichert.

Preise und Auszeichnungen sind wichtig in unserem Metier: natürlich wichtig als Anerkennung für herausragende Leistungen, natürlich um Sichtbarkeit für die Relevanz der 7. Kunst herzustellen, natürlich als Grund zum Feiern. Sie dienen aber auch der Standortbestimmung und Identitätsfindung!

Lieber Adrian, du hast nicht nur der Gilde-Filmpreis initiiert, als Vorsitzender hast du über viele Jahrzehnte die Gilde-Filmkunsttheater geführt und dich für die Belange der Filmkunstkinos eingesetzt. Dein Wirken galt und gilt dem deutschen Film! Du hast das Filmfest Biberach initiiert. Dein außerordentliches Engagement und deine Kompetenz wurde allseits geschätzt, nicht nur im Verband, auch als Mitglied und Vorsitzender der fbw als Mitglied der Auswahlkommission für den deutschen Filmpreis, als Mitglied der Jury der Berlinale 1989 und bis heute als Leiter des Gilde-Preises.

Lieber Adrian, ohne dich wäre die deutsche Filmkunstbranche ärmer, mit deinem Engagement hast du einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung des Filmkunstmarkts geleistet. Mit deinem Verzicht auf den Vorsitz hast du die Grundlage der Fusion der
Verbände AG Kino und Gilde gelegt. Und bist dem Verband und auch mir persönlich immer mit Rat und höchster Loyaltität zur Seite gestanden.

Lieber Adrian, ohne dich wäre die Filmkunstszene in Deutschland nicht so fest verankert, wie sie es heute ist. Dafür sind wir dir alle vom Herzen dankbar! Und dafür zeichnen wir dich heute mit dem Ehren-Gildepreis aus.



Hermann Thieken, Gwen Weisser und Patrick Allgeier ("Weit"), Birgit Gamke und Marlies Weber (Filmagentinnen)

Sonderpreis "Kinophänomen des Jahres" für "WEIT - DIE GESCHICHTE VON EINEM WEG UM DIE WELT"
Laudatio von Hermann Thieken


VORAB: Genau am Tag der Preisverleihung wurde auf SPIEGELonline ein Artikel über die Filmförderung in Deutschland veröffentlicht. Gleich zu Beginn heißt es: "Von diesen Zuschauerzahlen können die meisten deutschen Filme nur träumen: Mehr als 200.000 Tickets wurden für den eigenproduzierten Dokumentarfilm 'Weit' bereits gelöst. Das Bemerkenswerteste: Weder hat der Film einen klassischen Verleih, noch eine professionelle Produktionsfirma, noch eine übliche Marketing-Kampagne. Wenn es mit rechten Dingen zuginge, dann müsste der Film in aller Munde sein. Doch von ein paar einsamen Stimmen abgesehen, schweigt sich die Branche dazu aus."
SCHWEIGT SICH DIE BRANCHE AUS? Die AG Kino-Gilde hat sogar extra für dieses Phänomen eine neue Kategorie beim Gilde-Preis kreiert! Wir danken dem SPIEGEL schon mal vorab, wenn er denn auch das berichten würde... gez. Hermann Thieken



Manchmal im Leben gibt es Wunder. Wenn man als Kinobetreiber - wie ich gleich mehrfach - mitten in der Stadt angesprochen wird: „Ich war gestern bei ihnen im Kino, das muss ich ihnen unbedingt sagen, wir sind immer noch ganz begeistert…”; wenn Studenten aus Freiburg ihre Eltern anrufen: “Wenn der Film bei euch kommt, müsst ihr da unbedingt reingehen”; wenn das Publikum geradezu „schwelgt“ - dann weiß man: hier passiert gerade ein kleines Kinowunder. Dieses Phänomen hat der Film WEIT - DIE GESCHICHTE VON EINEM WEG UM DIE WELT geschaft. Die Traveller-Doku kommt über alle Maße gut an beim Publikum. „Sooo sympathisch…“ ist das, was ich in Bezug auf den Film am meisten gehört habe. Und die Begeisterung hält an: Er ist jetzt bei über 240.000 Besuchern und damit mit Abstand der erfolgreichste Dokumentarfilm des Jahres. Und es ist kein Ende in Sicht.
 
Dreierlei macht den Film zu einem Sonderfall:
    1. Seine inhaltliche, so positive Authentizität
    2. Sein Erfolg allein durch Rumsprecheffekt
    3. Seine Vermietung als quasi Alternativer Content

WEIT ist keine gewöhnliche Doku: Reisefilme gibt es viele, aber dieser verzichtet ganz auf touristische Bilder, sondern erzählt von den Begegnungen mit Menschen während der Reise, vom Kennenlernen und Anfreunden von Menschen die sich fremd sind, die aber voller Neugier und Respekt und Freundlichkeit miteinander umgehen. Er zeigt gelebte Völkerverständigung. Das macht den Film, besonders in Zeiten globaler Krisen und Fremdenfeindlichkeit, so sympathisch und ist wohl auch das Geheimnis, weswegen die Kinobesucher ihn so ausdrücklich lieben und weiterempfehlen.
 
Und wie sie ihn weiterempfohlen haben! Angefangen hat alles in Freiburg bei Michael Wiedemann und Ludwig Amman, von da aus sprach er sich rum und wurde in immer mehr Orte und Kinos getragen - unterstützt von der großen Bereitschaft der beiden Filmemacher Gwen Weisser und Patrick Allgaier, viele unserer Kinos zu besuchen und ihren Film persönlich dem Publikum vorzustellen. Insgesamt waren sie in sage und schreibe über 40 Orten!

Bei diesem Film gab es kein Marketingbudget, keinen Werbeplan, keine Filmförderung – der Film war ganz aus sich heraus durch die Begeisterung der Menschen erfolgreich. Wann hatten wir je so ein Phänomen in unseren Kinos? Wann gab es so viel Rumsprecheffekt, “unbedingt” ins Kinos zu gehen!
 
Einen wichtigen Anteil an diesem „Kino-Phänomen des Jahres“ haben auch die Filmagentinnen Birgit Gamke und Marlies Weber. Sie haben nach den ersten Erfolgen nicht gleich „das nächste große Ding“ verkündet, sondern haben unseren Kinos die Freiheit gelassen, ihn so einzusetzen, wie es vor Ort am besten passte. Sie haben ihn damit nicht in die allgemeine Filmflut geworfen, sondern ihn klug als quasi Alternativen Content präsentiert – wodurch er aus dem Alltag herausstechen und als etwas Besonderes wahrgenonmmen werden konnte.
 
Und deswegen – weil angesichts von Filmflut und immer ähnlicheren Filmprogrammen Sonderprogramme, die vielen alternativen Extras immer wichtiger werden, all die Dokumentarfilm-Sondervorstellungen, die Originalfassungen, die Musikeventfilme, weil all diese Extras immer stärker zu unsem Programmprofil als Arthouse-Kinos beitragen – deswegen verleihen wir in diesem Jahr zum ersten Mal einen Sonderpreis für ein alternatives, außergewöhnliches Kinophänomen.
Damit sagen wir Danke für einen etwas anderen Film und Glückwunsch an die Macher von WEIT Gwen Weisser und  Patrick Allgaier, die heute Abend zu uns nach Leipzig gekommen sind, und an die Filmagentinnen Birgit Gamke und Marlies Weber.



Kalle Somnitz,  Philippe Bober (Produzent) und Tobias Lehmann (Alamode)

Gildepreis 2017 Internationaler Film für "THE SQUARE"
Laudatio von Kalle Somnitz


Ich habe die Ehre, nun den Gildepreis für den Besten Ausländischen Spielfilm vergeben zu dürfen. Die AG-Kino zeichnet hiermit in der Regel einen Film aus, der für unser Programm über eine besondere Relevanz verfügt, viele Besucher erreicht hat und auch bei unserem Publikum gut angekommen und diskutiert worden ist. Ob das alles bei unserem diesjährigen Preisträger der Fall ist, wissen wir aber noch nicht, denn der Film startet erst nächsten Monat in unseren Kinos.

Trotzdem hat sich die Jury für diesen Film entschieden, weil er nicht nur für unser Publikum, sondern auch für uns selbst als Kinomacher eine entscheidende Bedeutung hat.

Dies gelingt dem Preisträger dadurch, dass er gerade das in Frage stellt, was wir in unserem Beruf als Kulturschaffende täglich tun. Für wen kuratieren wir ein Programm und nach welchen Kriterien stellen wir es zusammen? Tun wir es aus Idealismus und Überzeugung, unter monetärem Aspekt oder im Hinblick auf die Fördergelder, die man braucht, um in der wirtschaftlich schwierigen Branche von Kunst und Kultur überleben zu können?

Zu unserer Überzeugung zählt sicher, dass wir das Kino als einen Ort von geteilter Erfahrung und Gemeinschaft verstehen. Damit hat es eine soziale Funktion, die auch politische Konsequenzen hat. Aber sind unsere Kinos wirklich noch Freiräume oder sogar Orte einer Gegenöffentlichkeit, die neue und kritische Impulse bieten? Oder müssen wir in vielen Punkten doch Kompromisse machen, um auf dem Markt bestehen zu können?

Unser Preisträger geht diese Spannungsverhältnisse des Kulturbetriebs im Allgemeinen auf unterhaltsame Weise und mit sehr viel schwarzem Humor an. Dabei spiegelt er unser Alltagsverhalten so gut, dass sich jeder darin wiederfindet und der eine oder andere nach der Vorstellung seinen Gefühlen wohl lautstark Ausdruck verleihen möchte, denn das ist sicherlich Ziel des Films: eine öffentliche Debatte darüber zu schaffen, was für uns heute die Öffentlichkeit ist.

Bewegt Kultur noch etwas, oder kommt das Publikum nur für einen gemütlichen Abend in stilvollem Ambiente? Schafft sie es, Menschen auch jenseits der Unterhaltung mit ernsten Themen anzusprechen und abzuholen – oder ist sie dann nur noch eine elitäre Veranstaltung - abschreckend und selbstzentriert?

Der Film, den wir heute Abend auszeichnen , ist deswegen so stark, weil er kein einfaches Urteil fällt und nicht nur eine Geschichte erzählt – sondern ein ganzes Problemfeld aufmacht, aus dem man nicht so einfach rauskommt. Er hält uns den Spiegel vor und lacht dabei auch über sich selbst. Manchmal ist der Kulturbetrieb ein echtes Affentheater – auch das zeigt er uns.

Provokation ist das Stilmittel dieses Regisseurs, der neben etablierten Größen wie Michael Haneke oder Lars von Trier als neue kritische Stimme des europäischen Kinos erscheint. Den Goldenen Bären hat er schon gewonnen, allerdings für einen Kurzfilm: „Zwischenfall vor einer Bank“, den man jederzeit bei You Tube anschauen kann.(2009). Danach ging es für ihn direkt nach Cannes, wo er 2011 in der Quinzaine mit PLAY für Aufruhr sorgte, als er die kriminellen Spiele von Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund in Stockholm inszenierte. „Darf man das so zeigen oder ist das schon Rassismus?“, fragte man sich danach.  

Die Zuschauer zu verunsichern gehört auch zum Stil dieses aufstrebenden Filmemachers, der damals schon mit dem „Coup de Coeur“ - einer besonderen Empfehlung ausgezeichnet wurde. 2014 gewann er den Jury-Preis der Un Certain Regard mit HÖHERE GEWALT, der ihn auch bei uns bekannt machte und im wahrsten Sinne des Wortes eine Lawine auslöste – im Film selbst, bei den Protagonisten, die ihre idyllischen Familienvorstellungen plötzlich kritisch beleuchten müssen – aber auch beim Publikum, das vor der Frage steht: Wie hätte ich in so einer Situation gehandelt?

Das Forcieren solcher Reaktionen, zu denen neben Scham und Verunsicherung immer auch großes Gelächter und gehaltvoller Spaß gehören, kennzeichnet auch seinen neuen Film, der in diesem Jahr die Goldenen Palme gewann, und in unseren Kinos sicherlich eine lebhafte Diskussion auslösen wird. Wir gratulieren Ruben Östlund für seinen großartigen Film „The Square“!



Detlef Rossmann, Hans-Christian Boehse (Piffl),  Danny Krausz (Produzent), Chris Kraus (Regisseur)

Gildepreis 2017 Deutscher Film für "DIE BLUMEN VON GESTERN"
Laudation von Detlef Rossmann


Billy Wilder hat einmal drei Regeln für das Filmemachern aufgezählt: „Du sollst nicht langweilen. Du sollst nicht langweilen. Und: Du sollst nicht langweilen.“ Der hier geehrte Film zum Thema Holocaust hält sich strikt Billy Wilders Regeln. Und er hält sich an die Tradition von Ernst Lubitsch und Roberto Benigni.

Es ist ihm gelungen, am Startwochenende in Deutschland gegen ganz starke Konkurrenz den Platz zwei der Arthouse-Charts zu belegen. Man könnte jetzt einwenden, Platz zwei ist eben nicht Platz eins. In diesem Fall aber war Platz eins belegt mit „Lala Land“ und wir Programmkinos konnten uns im Januar glücklich schätzen, zwei so starke Filme zu zeigen.

Worum geht es im Film? Mitten in einer heftigen Midlife-Krise macht ein deutscher Holocaust-Forscher die Bekanntschaft einer französische Assistentin jüdischer Herkunft mit ausgeprägter und verständlicher Abneigung gegen die Deutschen. Eine aberwitzige Geschichte beginnt.

Das Buch, die Inszenierung, die Dialoge wandeln mitunter auf einem schmalen Grad zwischen Groteske und Klamauk, weswegen einige deutsche Filmkritiker der Vergangenheitsbewältigung von Opfer- und Täternachkommen die gelbrote Karte gezeigt haben. Aber in Programmkino.de hieß es: »Eine intelligente und berührende Komödie über den Kampf gegen das Vergessen, mit starken Charakteren – und einer klaren Haltung.«

Das Drehbuch zu diesem Film wurde 2013 von der MFG Baden-Württemberg mit dem Thomas-Strittmatter-Preis ausgezeichnet. In der Begründung hieß es: „ das Drehbuch (erspart uns nicht die) Auseinandersetzung mit den dunklen Seiten der Vergangenheit, aber es malt niemals Schwarz-Weiß; es unterhält und zwar blendend, obwohl uns manchmal das Lachen vergeht“. Das Buch hat der Regisseur selbst geschrieben wie schon bei seinen beiden Kinofilmen „Vier Minuten“ und „Poll“.

Die filmische Umsetzung für das Kino gelingt wunderbar auch dank eines Schauspielerensembles, das bis in die Nebenrollen grandios besetzt ist: Lars Eidinger spielt einen nervösen, von Ich-Zweifeln geplagten Toto Blumen, der die Holocaustforschung gegen ihre mediale Eventvermarktung retten will. Der junge französische Shooting-Star Adèle Haenel hat extra für die Rolle der Praktikantin Zazie Lideau Deutsch gelernt und überdreht die kritische Sicht auf alles Deutsche in die Situationskomik. Jan Josef Liefers und Hannah Herzsprung überdehnen ihre Rollen ebenso ins Absurde wie die großartigen Nebendarsteller Sigrid Marquardt und Rolf Hoppe. Allein für das Gespräch zwischen der von Sigrid Marquardt gespielten Holocaustüberlebenden Frau Rubinstein und Toto Blumen über ihre unerlässliche Mitwirkung an dem geplanten Auschwitz-Kongress muss man eigentlich zweimal ins Kino gehen.

Zur publikumswirksamen Inszenierung tragen freilich auch das detailverliebte Szenenbild von Silke Buhr und die Musik von Annette Focks bei. Wobei die komponierte Filmmusik emotional ergänzt wird durch zwei Französinnen, nämlich Charlotte Gainsbourg mit „Got to let go“ und Carla Bruni mit „Quelqu'un m'a dit“. Bei Bruni heißt es: „Quelq'un m'a dit que tu m'aimes encore“ – jemand hat mir gesagt, dass du mich noch liebst – das ist ein schöner musikalischer Verweis auf die Liebesgeschichte zwischen Toto und Zazie.

Aber ganz besonders rührt uns das Gedicht von Kadidja Wedekind über die Kaiserin von Kalumina, das Zazie zitiert und an das wir wieder in der letzten Szene des Films im weihnachtlichen New Yorker Kaufhaus erinnert werden. Dann verlassen wir das Kino und wissen, wir sind nicht nur nicht gelangweilt worden, sondern wir haben einen Film gesehen, der noch lange nachwirkt

Dafür ehren wir heute den Regisseur Chris Kraus und den Produzenten Dany Krausz für ihren wunderbaren Beitrag zur Filmkunst. Der Gildepreis 2017 für den besten deutschen Film geht an den Film „Die Blumen von Gestern“.



Petra Rockenfeller, Tom Blieninger (Produzent), Natja Brunckhorst (Drehbuch), Reno Koppe (Farbfilm), Tobias Wiemann (Regisseur) und Jochen Gottlöber (Produzent))

Gildepreis 2017 Kinderfilm für "AMELIE RENNT"
Laudatio von Petra Rockenfeller


Dieses Jahr vereint der von uns ausgezeichnete Kinofilm hinter sich eine geballte Kompetenz der Kinderfilmszene: Einen engagierten Verleih, eine erfolgreiche Produktionsfirma, einen jungen und schon mehrfach ausgezeichneten Regisseur und vor allem eine erfahrene Drehbuchautorin, die die Grundlage geschaffen hat, eine authentische, spannende, amüsante und originäre Geschichte für das Kino zu schreiben.

Das junge Publikum, dass diesen Film sieht, weiß vor allem eins: Sie wollen wie die wunderbare Heldin in diesem Film sein.

Kleine Helden sind immer der Mittelpunkt von tollen Kinderfilmen, in diesem Film sind sie zusätzlich starke Helden, die wir in unseren Kinos zeigen müssen, die wir lange mit ihrer Geschichte auf unseren großen Kinoleinwänden in den Mittelpunkt stellen sollten. Diese Geschichten sind die Grundlage für eine Gesellschaft, die weiß das Individualität und vielfältige Meinung uns zu toleranten, offenen und eigenständigen Menschen macht.

Filmvielfalt ist gerade für uns Programmkinos, auch für die jüngsten Zuschauer und Zuschauerrinnen, das Wichtigste, um zu zeigen, was die jüngste Kunst Film für das junge Publikum alles bieten kann. Damit diese Filme noch sichtbar werden, sind wir alle aufgefordert, noch intensivere und nachhaltigere Wege zu beschreiten, um Kinderfilme zu fördern.

Gerade die Kinobilder und die Story dieses Films vermitteln, wie im Kino ein Film seine volle visuelle und erzählerische Kraft entwickeln kann.

Ausgezeichnet werden für den Film AMELIE RENNT die Produktionsfirma Lieblingsfilm mit Thomas Blieninger und Jochen Gottlöber, der farbfilm verleih mit Rene Koppe, die Drehbuchautorin Natja Brunckhorst und der Regisseur Tobias Wiemann.



Sigrid Limprecht, Melanie Berke (Produzentin), Hans-Christian Boehse (Piffl)

Gildepreis 2017 Dokumentarfilm für "BEUYS"
Laudatio von Sigrid Limprecht


Der  Gildepreis für den besten Dokumentarfilm 2017 geht an einen Film, der schon 2014 als Projekt gestartet wurde. Während des akribischen Schaffens wurde das Konzept nochmals komplett umgestellt und ein Neuanfang mit Mut zur bewussten Lücke gewagt. In jahrelanger mühevoller und geduldiger Kleinarbeit wurde ein Vertrauensverhältnis mit den Hütern des Materials hergestellt. Dadurch konnte die Deutungshoheit über das Werk erweitert und gänzlich neue Aspekte präsentiert werden.

In dem Film kann sehr schön besichtigt werden, zu welcher Leistung das öffentlich-rechtliche Fernsehen in seiner Vergangenheit in der Lage war, und wie schön Autos mal ausgesehen hatten. Der Film kommt zur richtigen Zeit wie gerufen - und manche froh, der Protagonist wäre noch am Leben!

Der Preis geht an BEUYS von Andres Veiel












Drucken