Bibi und Tina – Mädchen gegen Jungs

Jeweils rund 1,2 Millionen Zuschauer hatten die ersten beiden Teile von „Bibi und Tina“, kein Wunder also, das unter der Regie von Detlev Buck nun schon Teil 3 des Mädchen/ Pferde/ Hexerei-Abenteuers in die Kinos kommt. Darin verschlägt es Bibi und Tina in ein Ferienlager in dem – wie der Titel schon sagt – Mädchen auf Jungen treffen. Nicht wirklich ernsthaft, aber doch ganz unterhaltsam.

Webseite: www.bibiundtina-derfilm.de

Deutschland 2015
Regie: Detlev Buck
Buch: Bettina Börgerding, Detlev Buck
Darsteller: Lina Larissa Strahl, Lisa-Marie Koroll, Louis Held, Michael Maertens,
Winnie Böwe, Martin Seifert, Maximilian von der Groeben, Charly Hübner,
Fabian Buch, Phil Laude, Kostja Ullmann, Katharina Thalbach
Länge: 110 Minuten
Verleih: DCM
Kinostart: 21. Januar 2016
 

FILMKRITIK:

Kinderfilme sind in Deutschland ja bekanntermaßen meist eine sichere Sache, doch der Erfolg der „Bibi & Tina“-Reihe überrascht doch. Einerseits bedienen die Filme die Lust der meist jungen, weiblichen Zuschauer nach gefälligen Abenteuern um Pferde und Freundschaft, andererseits scheint sich Regisseur und Co-Drehbuchautor Detlev Buck einen Spaß daraus zu machen, subversive Elemente in einen Kinderfilm zu schmuggeln, der dadurch fast zur Selbstparodie wird. Im zweiten Teil der Reihe ging es etwas behäbiger zur Sache, doch Teil 3 „Bibi und Tina – Mädchen gegen Jungs“ ist wieder voll von Reitszenen, Gesangseinlagen und für einen Kinderfilm merkwürdig unpassend wirkenden Szenen, in denen besonders Charly Hübner herausragt.

Nach den geradezu komplizierten Abenteuern der ersten beiden Teile geht es nun betont schlicht zu: Auf Schloss Falkenstein findet die Falkensteiner Schatzsuche statt, an der internationale Klassen teilnehmen. Während Bibi (Lina Larissa Strahl) und Tina (Lisa-Marie Koroll) ein Team bilden, lässt sich Alex (Louis Held) vom Austauschschüler Urs (YouTube-Star Phil Laude) in sein Team locken, was den eigentlich freundschaftlich gemeinten Wettkampf endgültig zum Wettstreit zwischen Mädchen und Jungs macht. Diverse pfadfinderartige Aufgaben müssen die Teams lösen, sie streifen durch die Wälder, begeben sich auf Schnitzeljagd und Schatzsuche, um am Ende doch gemeinsam gegen einen verheerenden Waldbrand zu kämpfen.

Neben den Streitigkeiten zwischen den Jugendlichen kommen auch die Erwachsenen nicht zu kurz: Neben Michael Maertens als Graf Falkenstein und seinem treuen Butler Dagobert (Martin Seifert) klamaukt sich besonders Neuzugang Kostja Ullmann durch seine Rolle als Pfadfinderführer, der sich bald in Tinas Mutter (Winnie Böwe) verguckt. Deutlich überzeugender ist einmal mehr Charly Hübner als Hans Kakmann, der in Teil eins der überkandidelte Antagonist war und nun im Wald als Einsiedler im Einklang mit der Natur lebt. Wenn er seine psychedelischen Säfte serviert, wenn die von Rosenstolz-Mitglied Peter Plate geschriebenen Songs ertönen, entfaltet „Bibi und Tina – Mädchen gegen Jungs“ seinen ganzen Charme, artet das bunte Treiben zunehmend aus. Dass nicht jede Idee zündet, das manche Szene eher unfreiwillig komisch wirkt, ist kaum zu vermeiden, haben Buck und seine Co-Drehbuchautorin Bettina Börgerding die etwas langen 110 Minuten doch mit Einfällen vollgestopft. Ein ernsthafter, vielschichtiger Kinderfilm ist dies zwar nicht, aber ein oft erstaunlich unterhaltsames Potpourri.
 
Michael Meyns