Die Biene Maja – Die Honigspiele

In ihrem zweiten neuen Kinoabenteuer erlebt die Biene Maja zusammen mit ihrem besten Freund Willi erneut aufregende Abenteuer, bei denen das Überleben ihres Stammes auf dem Spiel steht. Erst als Maja lernt, sich weniger egoistisch zu verhalten und an die Gruppe zu denken, können „Die Honigspiele“ erfolgreich bewältigt werden. Hübsch bunt ist dieser deutsche Animationsfilm, moralisch und eine gelungene Modernisierung des Klassikers.

Webseite: www.diebienemaja-film.de

Animationsfilm
Deutschland 2017
Regie: Alexs Stadermann & Noel Cleary
Buch: Fin Edquist, Christopher Weekes, Adrian Bickenbach
Länge: 85 Minuten
Verleih: Universum Filmverleih
Kinostart: 1. Februar 2018

FILMKRITIK:

Immer noch ist die kleine Biene Maja die wildeste unter den Bienen vom Stamm am Klatschmohnfeld, mutet ihrem besten Freund Willi einiges zu, aber auch ihrer Königin. Die hat gerade eine schwerwiegende Nachricht erhalten: Ihre Schwester, die Kaiserin, hat den Stamm dazu aufgefordert, die Hälfte ihrer Honigvorräte zu Ehren der jährlich stattfindenden Honigspiele abzugeben. Reine Erpressung, aber was will die Königin machen?

Maja dagegen will nicht klein beigeben und fliegt persönlich in die Hauptstadt Summtropolis, denn Maja würde zu gern selbst an den Honigspielen teilnehmen. Schließlich bekommt sie auch ihren Wunsch, doch die Kaiserin stellt harte Bedingungen: Verliert das Team von der Klatschmohnwiese, dann müssen sie sämtliche Honigvorräte abgeben, was den sicheren Tod des Stammes bedeuten würde.
 
Natürlich führt Maja das Team an, das neben Willi noch aus der Spinne Luna, der Kakerlake Fussel, der Blattlaus Caruso und den beiden roten Kampfameisen Eddy und Freddy besteht. Eine bunte Truppe, die sich keine Chance auf den Sieg ausrechnet, zumal Summtropolis ein starkes Team aufbietet, das von der fiesen Biene Violet angeführt wird. In ihr erkennt Maja ihre größte Widersacherin, aber auch eine Biene, die ebenso ehrgeizig und egoistisch ist wie sie selbst.
 
Eine lange Geschichte hat Die Biene Maja schon hinter sich, seit 1912 Waldemar Bonsels sein erstes Buch über die kleine Biene veröffentlichte. In der Stummfilmzeit gab es tatsächlich eine Realverfilmung (!), doch erst mit der deutsch-japanischen Trickfilmserie aus dem 70er Jahren erlangte die Biene Maja ihre größte Popularität. Nicht zuletzt dank des von Karel Gott gesungenen Titelliedes, dessen eingängige Melodie auch hier einmal von Willi selbst gesummt wird.
 
Der einzige Verweis an die alte Serie, denn wie sich das für eine modernisierte Version eines Klassikers gehört, bezieht sich auch „Die Biene Maja – Die Honigspiele“ auf die Moden der Gegenwart: Wenn da bei Festen getanzt wird, ist moderne Popmusik zu hören, angereichert mit deutschem Rap, Maja und Willi zelebrieren Handschläge, ihre Konkurrentin Violet und ihr Gefolge agieren wie Oberzicken auf dem Schulflur.
 
Und doch: Auch diese im Computer entstandene Biene Maja entfaltet einigen Charme, ist bunt, oft witzig und manchmal ein bisschen gruselig. Die lose an die beliebten „Hunger Games“ Romane und Filme angelehnte Handlung sorgt für eine straffe Dramaturgie, bei der unterschiedliche Wettkämpfe das Team nach und nach zusammenschweißen. Ein kurzweiliges Vergnügen ist diese Neuauflage des Klassikers, behutsam, aber nicht zu sehr modernisiert und im Kern immer noch ein charmantes Abenteuer um die kleine, schlaue, freche Biene Maja.
 
Michael Meyns