Wish Upon

Die oft zitierte Weisheit Sei vorsichtig, was du dir wünscht, bewahrheitet sich in John R. Leonettis Thriller „Wish Upon“ auf deutlichste Weise, wie die 17jährige Clare feststellen muss. Mit Hilfe einer mysteriösen chinesischen Wunschbox möchte das Mädchen aus seinem tristen Alltag entkommen, muss aber bald feststellen, dass jeder erfüllte Wunsch auch einen sehr teuren Preis hat.

Webseite: www.wish-upon-film.de

USA 2017
Regie: John R. Leonetti
Darsteller: Joey King, Ryan Philippe, Ki Hong Lee, Mitchell Slaggert, Shannon Purser, Sydney Park
Länge: 89 Minuten
Verleih: Splendid
Kinostart: 27. Juli 2017

FILMKRITIK:

Als kleines Mädchen musste Clare (Joey King) mit ansehen, wie sich ihre Mutter erhängte. Nun ist sie 17 und lebt mit ihrem Vater (Ryan Philippe) zusammen. In der Highschool ist sie zwar Außenseiterin, die von den Schönheiten der Schule geschnitten wird, aber mit zwei guten Freundinnen eine Clique der Außenseiter bildet. Dennoch ist sie unzufrieden mit sich, ihrem Leben im Allgemeinen, ihrem Vater im Speziellen. Denn der beschäftigt sich damit, in Abfallcontainern nach Verwertbarem zu suchen, was dem Ruf Clares wenig zuträglich ist.
 
Bei einer dieser Suchexpeditionen stößt der Vater auf eine schön verzierte Box, deren chinesische Schriftzeichen sie als exotisches Artefakt ausweisen. Als Clare nun eines Tages erneut von der Highscool-Schönheit erniedrigt wurde wünscht sie – die Hände auf der Box –  ihr die Pest an den Hals. – Und ist am nächsten Tag erstaunt, dass ihr Wunsch in Erfüllung gegangen ist. Voller Begeisterung macht sie weiter und erwünscht sich nach und nach ein besseres Leben: Wohlstand, Beliebtheit, einen weniger peinlichen Vater.
 
Doch nicht nur Clare muss feststellen, dass all die äußerlichen Veränderungen sie nicht zu einem zufriedeneren Menschen machen, eine Reihe merkwürdiger Todesfälle in ihrem Bekanntenkreis lassen sie bald erkennen, dass es eine Verbindungen mit den Wünschen gibt. Verzweifelt versucht Clare nun, ihre Wünsche rückgängig zu machen.
 
Schnörkelloses Spannungskino ist John R. Leonettis „Wish Upon“, eine gelungene Mischung aus Highschool-Film, Thriller und moralischer Fabel. Keine typische Außenseiterin ist Clare dabei, kein Mauerblümchen ohne Freunde, sondern ein recht gewöhnliches Mädchen mit Freunden, aber auch mit den typischen Sorgen einer 17jährigen. Ein besseres Leben wünscht sie sich dennoch, wer könnte es ihr verdenken, doch wie es sich für eine fast märchenhafte Fabel mit moralischem Unterbau gehört, muss Clare erst schmerzhafte Lektionen lernen, bevor sie erkennt, was wirklich wichtig ist.
 
Mit grobem Strich erzählt Leonetti seine Geschichte, ökonomisch und schnell entwickelt sich der Konflikt, in kurzen, prägnanten Szenen, die weit entfernt von der oft ausufernden Erzählweise des großen Hollywoodkinos unserer Zeit ist. Vordergründig ist „Wish Upon“ zwar ein Film mit fantastischen Momenten, auch einigen Szenen, die nah am Horrorkino sind, doch viel mehr funktioniert er als Thriller, der in kaum 90 Minuten zu seinem überraschenden, konsequenten Ende findet. 
 
Michel Meyns