Der Blick über den nationalen Tellerrand zeigt, dass der gesamte Filmmarkt noch immer stark von der Pandemie gezeichnet ist. Die Erfolge der Wiedereröffnung nach dem zweiten Lockdown zeigen, dass das das Publikum zurück in die Kinos kommt und qualitativ gute Filme schätzt. Doch obwohl eine Erholung stattfindet, müsse die europäische und nationale Politik wachsam sein und die Kinos auch in der Spätphase der Pandemie unterstützen:

„Nach diesen schweren Jahren, in denen die Kinoindustrie ausgesprochen hart von der Pandemie getroffen wurde, haben sich die Kinos als resilient und anpassungsfähig bewiesen. Doch ihre Situation bleibt fragil. Gerade jetzt muss die Politik die Kinos also auf allen Ebenen unterstützen und ihnen mit gezielter Förderung einen wirklichen Neustart ermöglichen“, so Christian Bräuer, Präsident der CICAE und des deutschen Arthouse-Kinoverbands AG Kino – Gilde deutscher Filmkunsttheater.

Neben einer zielgerichteten Förderung sei Regulierung der Schlüssel für den Schutz der Kinos. Die Wahrung des Territorialitätsprinzips und eine pragmatische Medienchronologie sind für das gesamte Film-Ökosystem notwendig, ermöglichen es aber auch dem Publikum, von der Kuratierung und Sichtbarkeit einer vielfältigen und wertvollen Filmproduktion zu profitieren, so der Tenor der Diskussionen während der Vollversammlung. Diese Einschätzung würde jüngst auch in einer Studie des französischen Arthouse-Kinoverbands bestätigt, welche erhebt, dass das Publikum der Streamingplattformen sich auf Serien konzentriert, wohingegen der Fokus der Kinos auf filmischer Vielfalt liegt.

„Die Bedeutung des Kinos zeigt sich in dieser Zeit mehr denn je. Für ihre Nachbarschaften, in denen sie verwurzelt sind, tragen sie zur kulturellen Vielfalt bei und werden zu Orten der Begegnung und des Diskurses. Gleichermaßen bieten sie als kuratorische Stimme die Grundlage für eine Orientierung gegen die tiefen Weiten des Internets mit einer scheinbar unendlichen, aber auch überfordernden Auswahl“, so Christian Bräuer.