Nachrichten

Deutsche Filmkunstkinos: Sichere Kulturorte stärken – Kinos unterstützen
(20.10.2020)

Die deutschen Filmkunsttheater fordern die Politik in Bund und Ländern auf, differenzierte Infektionsschutzmaßnahmen zu treffen statt sichere Orte der Zusammenkunft abzustrafen: „Auch wir Kinobetreibende betrachten die gegenwärtige Entwicklung mit großer Sorge. Sicherheit und Gesundheit gehen vor und als sozialer Kulturort sind wir uns unserer Verantwortung voll und ganz bewusst,“ so Christian Bräuer, Vorsitzender der AG Kino - Gilde, „doch Verschärfungen wie Sperrstunden, Maskenpflicht auch bei gesicherter Einhaltung des Mindestabstands am Sitzplatz und teilweise auch Verzehrverbote, wie wir sie in einigen Bundesländern und Kommunen beobachten, sind weder sachlich nachvollziehbar noch verhältnismäßig.“ Menschen sind soziale Wesen, die gemeinsam etwas erleben wollen. Aus Sicht des Verbands der Filmkunsttheater ist es zielführender, die Orte zu stärken, an denen dies kontrolliert und unter strengen Auflagen und mit Nachverfolgbarkeit möglich ist. Und verweist dabei auch auf eine internationale Studie, wonach weltweit kein einziger Coronafall durch einen Kinobesuch nachgewiesen werden konnte.

Julia von Heinz eröffnet 54. Hofer Filmtage
(20.10.2020)

Am heutigen Dienstag starten die 54. Internationalen Hofer Filmtage (20.-25. Oktober 2020) als duales Modell. Der Kinofilm "Und morgen die ganze Welt" feiert am Abend als Eröffnungsfilm Deutschlandpremiere in Hof. Autorin und Regisseurin Julia von Heinz wird mit dem Cast dem Publikum ihren Film persönlich vorstellen. Neben Julia von Heinz werden heute Produzent Fabian Gasmia, die Darstellerinnen und Darsteller Mala Emde, Tonio Schneider, Luisa Céline-Gaffron, Nadine Sauter und Ivy Ließack sowie Tobias Lehmann, Fabien Arséguel und Mattias Fabian vom Verleih Alamode persönlich bei der Premiere vor Ort in Hof sein.

Arthouse-Charts: Eine Frau mit berauschendem Stehvermögen
(20.10.2020)

Auch an ihrem zweiten Wochenende war Isabelle Huppert als EINE FRAU MIT BERAUSCHENDEN TALENTEN die Nr. 1 der deutschen Arthouse-Charts – und zwar mit großem Abstand. Ähnlich gut besucht in den Arthouse-Kinos war im übrigen nur „Jim Knopf und die wilde 13“, der allerdings als Kinderfilm bei den Arthouse-Charts nicht mitgezählt wird. Auf Platz 2 schaffte es die Kapitalismus-Kritik „Oeconomia“, auf Platz 4 „I am Greta“ und auf 9 und 10 schließlich noch „Der Bär in mir“ und „Mrs. Taylor’s Singing Club“.
ALLE aktuellen Arthouse-Chartplatzierungen hier…

25 Jahre Cinecittà Nürnberg
(19.10.2020)

Es ist eines der erfolgreichsten Kino Deutschland (jahrelang das erfolgreichste!), das CINECITTÀ Nürnberg. Jetzt feiert Wolfram Weber, der visionäre Macher des Kinopalastes, 25-jähriges Jubiläum. Der Bayerische Rundfunk würdigte: "Ganz großes Kino: 23 Kinosäle, Platz für mehr als 4.600 Menschen, Bars und Restaurants: das Cinecitta in Nürnberg gehört zu den bundesweit größten Kinos. Seinen 25. Geburtstag feiert es in schwierigen Zeiten. Doch Inhaber Wolfram Weber ist trotz allem optimistisch." (BR-Bericht hier...) Und die Nürnberger Zeitung/Nachrichten ergänzen: "Eine Erfolgsgeschichte gegen alle Widerstände, die auch Corona trotzt." (Nordbayern.de hier...) - Programmkino.de gratuliert ganz herzlich!

Christian Bräuer: Kinos fördern und mit Augenmaß behandeln - ntv: Kinos könnten gerade im Winter gegen den Corona-Blues helfen
(19.10.2020)

In einem ausführlichen Artikel berichtet ntv über die aktuelle Situation der Kinos, die strengen (zu strengen und nicht gerechtfertigten) Corona-Abstandsregulierungen einerseits und die Verschiebung von US-Blockbustern andererseits. Und zitiert u.a. Christian Bräuer, den Vorsitzenden der AG Kino-Gilde, der weitere staatliche Förderung einfordert: "Klar ist, und das gilt für alle Kinos: Wenn keine staatliche Förderung kommt, halten die unabhängigen Kinos einige Monate durch und dann war's das". Und in bezug auf die Abstandsregelungen: "Mit Augenmaß wäre hier und da mehr zu erreichen". Unter der Überschrift "In einigen Monaten war's das - Hollywood lässt die Kinos im Stich" heißt es im ntv-Bericht: "Seit Mai öffnen Kinos wieder ihre Vorhänge. Mit leeren Sälen, wegen der Abstandsregeln dürfen sie nur ein Viertel ihrer Tickets verkaufen. Durch die Verschiebung des neuen Bond-Films verlieren sie erneut viel Geld. Dabei könnten sie gerade im Winter gegen den Corona-Blues helfen." - Der ganze ntv-Bericht hier...

FFA-Präsident Bernd Neumann: Die Auflagen für die Kinos sind nicht optimal
(19.10.2020)

In einem Interview mit dem Weser-Kurier spricht der FFA-Präsident (und ehemalige Kulturstaatsminister) Bernd Neumann über die Situation der Kinos, der Filmverleiher und der Filmproduzenten. Er betont, wie wichtig es ist, dass jetzt deutsch-europäische Produktionen ins Kino kommen, wo sich die amerikanischen verweigern. Und betont: "Nicht zuletzt liegt es an den Zuschauern, die Kinos zu retten, indem sie sie auch besuchen. Demnächst soll eine entsprechende Kampagne anlaufen, die die Filmförderungsanstalt auch unterstützt." - Das ganze Weser-Kurier-Interview hier...

BKM-Verleihförderung
(19.10.2020)

Kulturstaatsministerin Monika Grütters vergibt Förderungen für den Verleih künstlerisch anspruchsvoller Filme in Höhe von rund 800.000 Euro. Zur Stärkung des Filmabsatzes wurden die Mittel für die kulturelle Verleihförderung bis Ende 2021 im Rahmen von NEUSTART KULTUR um vier Millionen auf insgesamt rund fünf Millionen erhöht und damit nahezu verfünffacht. In einer Mitteilung des BKM heißt es: "Insbesondere für den Verleih von Arthouse-und Independent-Filmen wird so in schwierigen Zeiten das wirtschaftliche Risiko bei der Herausbringung von Filmen reduziert und ein breites und vielfältiges Angebot an hochwertigen Filmen im Kino erhalten. Zudem wird ein Anreiz für eine verlässliche flächendeckende Wiedereröffnung der Kinos mit fortlaufender Programmplanung geschaffen."

Neuer Gilden-Dienst
(19.10.2020)

...mit Filmkritiken von Thomas Engel zu "Das Haus der guten Geister", "Now", "Neubau" und "Rosas Hochzeit" hier...

Aktionstag der Kinos in Schleswig-Holstein
(16.10.2020)

Am heutigen Freitag findet der AKTIONSTAG der schleswig-holsteinischen Kinos, die sich neu im Kinoverbund SH zusammengeschlossen haben, statt. Mit verschiedenen Aktionen wollen sie auf die prekäre Situation der Kinos durch die Corona-Maßnahmen aufmerksam machen - und fordern trotz neuer Infektionszahlen weitere Lockerungen wie sinnvollere Abstandsregelungen. Denn: Kino ist sicher, sicherer etwa als Büros. Schirmherr ist Ministerpräsident Daniel Günther, der sich tatsächlich im Kino filmen ließ und betonte: "Ich fühl mich sicher". -
In einem Bericht des NORDDEUTSCHEN RUNDFUNKS heißt es: "Betreiber wollen Hälfte aller Plätze anbieten" - "Forscher halten Kinos für weniger gefährlich". - Der NDR-Bericht hier...
Zur Facebook-Seite des Kinoverbundes SH hier...

MV- Staatssekretär Geue bei der Verleihung des Kinokulturpreises: Wir brauchen Kino!
(15.10.2020)

Bei der Verleihung des Kinokulturpreises des Landes Mecklenburg-Vorpommern am Mittwoch im Schweriner Capitol betonte der Chef der Staatskanzlei, Staatssekretär Dr. Heiko Geue, die Bedeutung des Kinos in Mecklenburg-Vorpommern auch in der Corona-Pandemie: „Alle Kinogänger wissen, dass Filme schauen im Netz nicht dasselbe ist wie im Kino. Es gibt viele leidenschaftliche Kinobetreiber in unserem Land, kommerzielle und nichtkommerzielle Kinos in den Städten und auf dem Land. Der Kinokulturpreis ist ein deutliches Zeichen der Wertschätzung für das Kino und die Menschen, die den Kinobesuch als Erlebnis gestalten. Sie alle sind unverzichtbar für die Kultur in Mecklenburg-Vorpommern.“ Geue wies darauf hin, dass die Kinokulturpreise, die in 2019 erstmals vergeben wurden, nicht nur wie bisher geplant auf 50.000 Euro, sondern jetzt auf 75.000 Euro erhöht wurden. Zusätzlich werde es ein "Cinema contra Corona"-Sonderhilfsprogramm in Höhe von 700.000 Euro für die Kinos geben. Der Spitzenpreis für das beste Jahresprogramm 2019 in Höhe von 9.750 € ging an das Luna Filmtheater Ludwigslust.

NACHTRAG:
Aktuell wurde auch bei der Kinoprogrammpreis-Verleihung in Rheinland-Pfalz ein Sonderprogramm in Höhe von 200.000 Euro verkündet, jedes Preisträgerkino erhält damit zusätzlich eine einmalige Sonderprämie von 10.000 Euro.
Und für Baden-Württemberg ist eine Erhöhung der Kinoprogrammpreise auf 600.000 Euro angekündigt.

FFA-Studie: Finanzielle Auswirkungen von Covid-19 auf die deutsche Kinowirtschaft
(15.10.2020)

Dass den deutschen Kinobetreiber*innen durch die Covid-19-Pandemie erhebliche wirtschaftliche Schäden entstehen, ist bekannt. Nun hat die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC im Auftrag der Filmförderungsanstalt FFA die Auswirkungen von Covid-19 auf die Kosten und Einnahmen der Kinos bis zum Jahresende analysiert.

Corona-Einschränkungen
(15.10.2020)

Die gestern von der Kanzlerin und den Ministerpräsident*innen vereinbarten neuen Corona-Maßnahmen lassen nichts Gutes ahnen. Treffend bringt es BLICKPUNKT:FILM auf den Punkt: "Man könnte vor Wut die Wände hochgehen: Wirtschaftszweige wie die Kinobranche dürfen nun ausbaden, was allem Anschein nach vor allem bei privaten Feiern verbockt wurde, bei Verstößen, auf die bislang nicht oder nur mit lächerlichen Sanktionen reagiert wurde." - Der ganze Blickpunkt:Film-Beitrag hier...

5. Europäischer Kinotag
(15.10.2020)

Am 8. November 2020 wollen der Internationale Filmkunstkinoverband CICAE und die nationalen in Europa - in Deutschland die AG Kino-Gilde - mit dem 5. EUROPÄISCHEN KINOTAG gemeinsam zeigen, dass Kino da ist und den Kinobesuchern ein vielfältiges Programm bieten. Thematisch heißt es: Im Kino reisen und mit den Filmen die Vielfalt Europas genießen - DEIN TICKET DURCH EUROPA! Als künstlerische Patin für die fünfte Ausgabe des Europäischen Kinotages konnte Caroline Link gewonnen, die Regisseurin von "Der Junge muss an die frische Luft" und "Als Hitler das rosa Kaninchen stahl". Die Kinos werden gebeten, eine Teilnahme am 5. Europäischen Kinotag unter folgendem Link anzumelden: artcinemaday.org/de/register-precheck

Kinotour mit Stuttgarter Oper
(15.10.2020)

Ein Film für Opernfans: Die Doku DAS HAUS DER GUTEN GEISTER spürt dem besonderen Geist an der Oper Stuttgart nach, der das Haus zu beeindruckenden internationalen Erfolgen geführt hat und unter der Intendanz von Jossi Wieler von einer in der Theaterwelt sehr ungewöhnlichen Arbeitsweise geprägt ist: Musiktheater als integratives Gemeinschaftswerk. Der offizielle Kinostart in Deutschland ist am 5.11.2020 (Verleih: mindjazz pictures) - zur Premierenwoche gibt es eine kleine Kinotour mit Terminen auch in Nord-, West- und Ostdeutschland. Geplant sind anschließende Podiumsgespräche, bei der die Filmemacher*innen "mit anderen spannenden Personen aus der Welt von Oper, Theater, Kunst, Film und Wirtschaft den Dialog über den Film hinaus weiterführen werden". - Die Termine:

Süddeutsche Zeitung: "Warum die Kinos nicht sterben dürfen"
(14.10.2020)

Unter der Überschrift "Warum die Kinos nicht sterben dürfen" beschäftigt sich die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG mit den Auswirkungen der Pandemie und dem Boom der Streamingdienste auf die Kinos und auf die Ästhetik der Kinofilme. Im Vortext heißt es: "Streamingdienste verzeichneten schon vor der Pandemie historische Zuwächse, Covid-19 erledigt nun den Rest. Wird das Kino also unaufhaltsam zum Heimkino? So einfach ist das nicht - nicht einmal für Netflix." Im Kino, so betont SZ-Redakteurin Susann Vahabzadeh, "kann ein Film volle Konzentration herstellen und auch einfordern", Streamingdienste dagegen müssen jeden Tag neue Filme und Serien einstellen: "Um den Zuschauern das Gefühl zu geben, dass sich die Mitgliedschaft lohnt, wird heute bereits immer mehr Mist produziert, und in dem versinken unerkannt Juwelen. Nicht umsonst verbreiten die Streamingdienste eine Atmosphäre wie auf dem Grabbeltisch. Prinzip: Viel mehr anbieten, als man jemals wird ansehen können, denn mit dem Erfolg eines einzelnen und einzigartigen Films machen diese Dienstleister keinen Cent mehr Profit." - Der ganze Artikel der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG hier...