Nachrichten

Lockdown ab Montag!
(28.10.2020)

In einer sehr ernsthaften Pressekonferenz haben heute Abend Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Vertreter der Ministerpräsident*innen, Michael Müller aus Berlin und Markus Söder aus Bayern, den Beschluss der Bundes- und Landesregierungen verkündet, das ab Montag für den Monat November ein bundesweiter Lockdown für viele Bereiche des öffentlichen Lebens in Kraft tritt - betroffen sind auch Kinos, die damit ab Montag schließen müssen. Der Argumentation, dass mit den Kulturbereichen auch die betroffen sind, die für keinerlei Virusverbreitung stehen, wurde entgegengehalten, das mittlerweile nur noch 25 % der Ansteckungen nachvollziehbar seien und ein allgemeiner umfassender Lockdown nötig sei, um der starken exponentiellen Verbreitung des Virus Einhalt zu gebieten und nicht zu einer Überforderung des Gesundheitswesens zu kommen. Immerhin: den betroffenen Firmen soll möglichst schnell eine umfassende wirtschaftliche Entschädigung zukommen, genannt wurde die Höhe von 75 % des Umsatzes für Firmen mit bis zu 50 Mitarbeitern, bei größeren Firmen etwas weniger. Wirtschaftsminister Altmaier und Finanzminister Scholz würden noch diese Woche ein Programm dazu ausarbeiten.

Kinoappell an Ministerpräsidenten-Konferenz: Augenmaß bewahren
(27.10.2020)

Die deutschen Filmkunst-Programmkinos appellieren angesichts der bevorstehenden Ministerpräsident*innen-Konferenz mit Kanzlerin Angela Merkel - ähnlich wie  der HDF (siehe hier...) - an die verantwortlichen Politiker*innen, "bei allen berechtigten Maßnahmen zur Verhinderung der weiteren Ausbreitung des Corona-Virus Augenmaß zu bewahren.“ Kinos haben sich eindeutig als sichere Orte bewiesen, Infektionsketten sind dort bislang nicht bekannt, zudem wären Kinos von einer erneuten Schließungsanordnung übermäßig stark betroffen. Christian Bräuer, Vorsitzender der AG Kino-Gilde: „Von daher hoffen wir, dass Kulturorte wie Kinos, Konzertsäle, Theater als sichere Orte von einem wie auch immer gearteten Lockdown ausgenommen werden.“ - Der ganze Appell hier...

Bayern verlängert Kinohilfen bis Mitte 2021
(27.10.2020)

Die Bayerische Staatsregierung hat die Fortführung und Aufstockung der Anlaufhilfen für Kinos beschlossen. Die für die Kinos zuständige Digitalministerin Judith Gerlach betonte: „Wir unterstützen unsere Kinos und führen die Anlaufhilfen bis Mitte nächsten Jahres mit weiteren 12 Millionen Euro fort. So erhalten wir gelebte Filmkultur in Bayern. Corona hat auch die Filmtheater als Kultur- und Wirtschaftsbetriebe hart getroffen. Wir dürfen sie deshalb in dieser schwierigen Zeit nicht allein lassen.“

Menschenrechts-Filmpreis für "For Sama"
(27.10.2020)

Der Deutsche Menschenrechts-Filmpreis 2020 geht an den Spielfilm „For Sama“ von von Waad al-Kateab und Edward Watts (Verleih Filmperlen). Vier weitere Preise wurden in Kategorien Kurzfilme, Bildung u.a. vergeben. „In den fünf Preisträger-Filmen spiegeln sich sowohl die hohe Qualität der vorgelegten Filme als auch die Vielfalt behandelter Themen wider, die vom Themenkomplex Krieg und Flucht, Rassismus und Antisemitismus, Geschlechterdiskriminierung und Stärkung der Frauenrechte bis zum Thema ‚Verschwinden lassen‘ von Menschen geht“, so Klaus Ploth, Mitglied des Veranstalterkreises des Wettbewerbs.

Blickpunkt:Film-Kommentar: Kinos sind sicher!
(27.10.2020)

In einem engagierten Kommentar beschreibt Blickpunkt:Film-Redakteur Marc Mensch, was den Kinos in diesen Tagen bevorstehen könnte - und betont nachdrücklich, wie unsinnig dies ist: "Dass Maßnahmen notwendig sind, steht außer Frage; dass Social Distancing geholfen hat, Deutschland die erste Welle ohne größeren Verlust an Leben zu überstehen, wohl auch. Nun aber ganze Branchen in den Ruin zu treiben, um ein Geschehen einzudämmen, das kein einziges Mal auf sie, aber sehr wohl auf andere Faktoren zurückgeführt wurde, von denen private Feiern und Urlaubsreisen nicht gerade die unwichtigsten sind, wäre nach so vielen Monaten der Erfahrung mit dem Virus und seinen Infektionswegen nicht nachvollziehbar." - Der ganze B:F-Kommentar hier...

Arthouse-Charts: Eine Frau mit störrischem Esel
(27.10.2020)

Immerhin vier Neustarts konnten sich in den Arthouse-Top-10 platzieren, der Nr. 1 "Eine Frau mit berauschenden Talenten" gefährlich werden konnte aber keiner. Aber immerhin auf Platz 2 schaffte es eine weitere französische Komödie der charmant-witzigen Art, nämlich "Mein Liebhaber, der Esel und ich". Auf Rang 4 kam die Außenseiterballade "Kajillionaire", auf Rang 5 mit "Ema" ein Frauendrama aus Chile und auf Platz 7 schaffte es noch "Die Stimme des Regenwaldes".
Alle aktuellen Arthouse-Chartplatzierungen hier...

50 Jahre Abaton-Kino!
(26.10.2020)

Es ist das Flaggschiff der deutschen Programmkinos: das ABATON in Hamburg. Jetzt Donnerstag 29.10.2020 wird es 50 Jahre! Dazu Felix Grassmann: „Ein wirkliches Fest können wir derzeit natürlich nicht machen. Wir könnten viel zu wenige Gäste einladen, obwohl doch in den vergangenen 50 Jahren so viele zum Erfolg des Kinos beigetragen haben, mit denen wir nun natürlich auch gerne feiern würden. Daher feiern wir mit unserem Publikum. Jeder der am 29.10. zu uns ins Kino kommt, erhält ein kleines Geschenk. Denn letztendlich verdanken wir es dem Publikum, das es uns noch gibt.“ Gezeigt werden zum 50ten eine Mischung aus neuen und alten Filmen, u.a. einige Klassiker des Abaton-Programms wie „Themroc“, „Wir können auch anders“, „Der Partyschreck“ - und „Jimi’s last Blues“, zu dem Regisseur Rasmus Gerlach und einige Protagonisten kommen. Um zumindest doch ein bißchen Feierlaune aufkommen zu lassen, gibt es sogar selbstgebrautes Abaton-Pils! Und ein 12-seitiges Abaton-Special mit Glückwünschen vieler Filmemacher.
- Programmkino.de gratuliert Gründer Werner Grassmann und den Geschäftsführern Felix und Philip Grassmann ganz herzlich!

Kino und Buchhandlung
(26.10.2020)

An diesem Donnerstag startet im Mindjazz Pictures Filmverleih die engagierte Doku "The Booksellers - Aus Liebe zum Buch" über ausgefallene Buchhandlungen dieser Welt und überhaupt über die Liebe zum Buch. Nach einigen Previews u.a. zum Tag der Bibliotheken gibt es nun zum Kinostart für Film- und Buchliebhaber*innen 25 Sonderveranstaltungen, in denen der Film mit anschließenden Filmgesprächen in Zusammenarbeit mit Buchhandlungen, Antiquariaten, Bibliotheken präsentiert wird.

Neuer Gilden-Dienst
(26.10.2020)

...mit Filmkritiken von Thomas Engel zu "Die Wand der Schatten", "Die Unbeugsamen", "Ein bißchen bleiben wir noch" und "Der nackte König" hier...

Appell der Filmförderungsanstalt: Augenmaß für Kinos bewahren
(23.10.2020)

Der Verwaltungsrat der Filmförderungsanstalt appelliert an die Politik in Bund, Länder und Gemeinden, bei den Regulierungen für die Kinos "möglichst bundesweit einheitliche Maßnahmen zu ergreifen und deren Angemessenheit – auch im Vergleich mit Regelungen in anderen Branchen – zu bedenken und gegebenenfalls zu verbessern". Auch betont die FFA, dass "verschiedene Studien gezeigt haben, dass unter den praktizierten Hygieneregelungen die Kinos zu den Orten mit dem geringsten Infektionsrisiko gehören", kein Covid-19-Fall sei bisher auf einen Kinobesuch zurückzuführen. Der FFA-Präsident (und ehemalige Kulturstaatsminister) Bernd Neumann (Foto) wies auch darauf hin, wie wichtig neben einheitlichen und angemessenen Regulierungen auch weiterhin wirtschaftliche Hilfen seien, um die Film- und Kinoindustrie zu erhalten.

Hessische Kinopreise
(23.10.2020)

Die Hessischen Film- und Kinopreise wurden gestern vergeben: statt einer dreistündigen Gala mit Party in der Frankfurter Alten Oper sind die Preisträger am Donnerstagabend in einer 45 Minuten langen Sondersendung des Fernsehformats „Hauptsache Kultur“ des Hessischen Rundfunks bekannt gegeben worden. Eine ursprünglich geplante Online-Gala war kurzfristig abgesagt worden. Zudem ist die hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Angela Dorn (Die Grünen), an Corona erkrankt, Staatssekretärin Ayse Asar übernahm das digital übermittelte Grußwort. Insgesamt 150.000 Euro wurden an die hessischen Arthouse- und kommunalen Kinos ausgeschüttet. Die Preisträger wurden von Filmprominenten per Videogruß bekanntgegeben – u.a. von Regielegende Volker Schlöndorff (Videofoto).

"Kaiserschmarrndrama"
(22.10.2020)

"Gestatten: Eberhofer, Franz Eberhofer" - In Zeiten wie diesen, wo der Brite James Bond von Amerika aus abgepfiffen wird, muss halt der "bayerische James Bond" alias Franz Eberhofer alias Sebastian Bezzel mit seinem neuesten Fall, dem "Kaiserschmarrndrama" ran. Eigentlich liegt eine Sperrfrist auf die Kritik, aber da Blickpunkt:Film schon eine veröffentlicht hat, soll auch unsere schon zu lesen sein (im internen, passwortgeschützten Bereich). Und die ist mehr als erfreulich - unsere (selbstverständlich bayerische) Kritikerin schreibt: "Hollywood in Bayern und der stets lässig grantelnde Dorfsheriff Franz Eberhofer avanciert endgültig zum bayrischen James Bond. Was will der Fan der Kultkrimis nach der Vorlage von Bestsellerautorin Rita Falk noch mehr. Auch in der siebten Verfilmung begeistert das brillante österreichisch-bayerische Dreamteam mit unwiderstehlich derben Charme und schrägem Witz. Sex und Crime in Niederkaltenkirchen halten den launigen Antiheld auf Trab. Eberhofer alias Sebastian Bezzel steht vor pikanten Ermittlungen... Eine Mordsgaudi mit schrägem Witz, einem Hauch Anarchie und subversiven Charme garantiert der neue Provinzkrimi. Ein humorvoller Lichtblick in diesen Zeiten. ...Eine unwiderstehliche Typenkomödie."

Deutsche Filmkunstkinos: Sichere Kulturorte stärken – Kinos unterstützen
(20.10.2020)

Die deutschen Filmkunsttheater fordern die Politik in Bund und Ländern auf, differenzierte Infektionsschutzmaßnahmen zu treffen statt sichere Orte der Zusammenkunft abzustrafen: „Auch wir Kinobetreibende betrachten die gegenwärtige Entwicklung mit großer Sorge. Sicherheit und Gesundheit gehen vor und als sozialer Kulturort sind wir uns unserer Verantwortung voll und ganz bewusst,“ so Christian Bräuer, Vorsitzender der AG Kino - Gilde, „doch Verschärfungen wie Sperrstunden, Maskenpflicht auch bei gesicherter Einhaltung des Mindestabstands am Sitzplatz und teilweise auch Verzehrverbote, wie wir sie in einigen Bundesländern und Kommunen beobachten, sind weder sachlich nachvollziehbar noch verhältnismäßig.“ Menschen sind soziale Wesen, die gemeinsam etwas erleben wollen. Aus Sicht des Verbands der Filmkunsttheater ist es zielführender, die Orte zu stärken, an denen dies kontrolliert und unter strengen Auflagen und mit Nachverfolgbarkeit möglich ist. Und verweist dabei auch auf eine internationale Studie, wonach weltweit kein einziger Coronafall durch einen Kinobesuch nachgewiesen werden konnte.

Julia von Heinz eröffnet 54. Hofer Filmtage
(20.10.2020)

Am heutigen Dienstag starten die 54. Internationalen Hofer Filmtage (20.-25. Oktober 2020) als duales Modell. Der Kinofilm "Und morgen die ganze Welt" feiert am Abend als Eröffnungsfilm Deutschlandpremiere in Hof. Autorin und Regisseurin Julia von Heinz wird mit dem Cast dem Publikum ihren Film persönlich vorstellen. Neben Julia von Heinz werden heute Produzent Fabian Gasmia, die Darstellerinnen und Darsteller Mala Emde, Tonio Schneider, Luisa Céline-Gaffron, Nadine Sauter und Ivy Ließack sowie Tobias Lehmann, Fabien Arséguel und Mattias Fabian vom Verleih Alamode persönlich bei der Premiere vor Ort in Hof sein.

Arthouse-Charts: Eine Frau mit berauschendem Stehvermögen
(20.10.2020)

Auch an ihrem zweiten Wochenende war Isabelle Huppert als EINE FRAU MIT BERAUSCHENDEN TALENTEN die Nr. 1 der deutschen Arthouse-Charts – und zwar mit großem Abstand. Ähnlich gut besucht in den Arthouse-Kinos war im übrigen nur „Jim Knopf und die wilde 13“, der allerdings als Kinderfilm bei den Arthouse-Charts nicht mitgezählt wird. Auf Platz 2 schaffte es die Kapitalismus-Kritik „Oeconomia“, auf Platz 4 „I am Greta“ und auf 9 und 10 schließlich noch „Der Bär in mir“ und „Mrs. Taylor’s Singing Club“.
ALLE aktuellen Arthouse-Chartplatzierungen hier…