Asterix im Land der Götter

Der ersten computeranimierten Asterixverfilmung „Asterix im Land der Götter“ gelingt es mühelos, den Charme der alten Zeichentrickfilme ins 3D Zeitalter zu übertragen. Die Allianz aus subtilem satirischen Humor und buntem Klamauk trifft erneut den richtigen Ton, der die Comics von René Coscinny und Albert Uderzo quer durch alle Altersschichten zum Millionenerfolg machte. Das unterhaltsame Animationsabenteuer der wackeren Gallier basiert auf der Comic-Vorlage „Die Trabantenstadt“ aus dem Jahre 1971, die fast parabelartig funktioniert und nichts von ihrer Faszination eingebüßt hat.

Webseite: www.asteriximlanddergoetter.de

OT: Astérix – Le Domaine des Dieux
Frankreich 2014
Regie: Alexandre Astier, Louis Clichy
Deutsche Sprecher: Milan Peschel, Charly Hübner
Länge: 93 Minuten
Verleih: Universumfilm
Kinostart: 26. Februar 2015
 

FILMKRITIK:

Die Geschichte von Asterix und seinem dicken Freund Obelix, die ihr kleines gallisches Dorf immer wieder vor der Eroberung durch die übermächtigen Römer bewahren, ist nach wie vor unschlagbar. Während die intelligenten und perfekt gezeichneten Original-Comics zu Recht als Klassiker gelten und die Zeichentrick-Adaptionen über unwiderstehlichen Charme verfügen, konnten die Real-Verfilmungen oftmals nicht ganz so begeistern. Die erste computeranimierte Version der beiden französischen Regisseure Alexandre Astier, Louis Clichy überzeugt freilich bis ins Detail.
 
Das liegt nicht zuletzt an der Vorlage. Das Animationsabenteuer orientiert sich stark an dem Comic „Die Trabantenstadt“ von 1971. Darin soll römische Lebensart den Willen der unnachgiebigen Gallier brechen. Der Kaiser lässt neben dem Dorf eine Luxuswohnanlage für reiche, vergnügungsfreudige Römer bauen: Das Land der Götter.  Er hofft, dass die wehrhaften Dorfbewohner dem römischen Wohlstand und der Verlockung nicht widerstehen können. Sein durchtriebener Plan geht zunächst nicht auf. Denn sein Architekt Quadratus sowie die mit seiner Sicherheit beauftragten Legionäre kommen mit der Rodung der Baustelle nicht voran.
 
Bei Nacht wachsen die gefällten Eichen, wie durch Zauberhand, wieder nach. Dahinter steckt natürlich Druide Miraculix mit seinen Zaubermitteln. Währenddessen lässt Cäsar bereits die ersten römischen Bewohner im Rahmen eines Gewinnspiels im Circus Maximus zwangsrekrutieren. Als dann Sklaven für die Rodungsarbeiten eingesetzt werden, verabreichen Asterix und Obelix ihnen Zaubertrank, um einen Aufstand zu unterstützen. Doch die Sklaven verwenden ihre ungewohnten Kräfte nur, um bessere Arbeitsbedingungen und endlich Bezahlung durchzusetzen. Und auch die Dorfbewohner lassen sich alsbald, von Habgier getrieben, verführen. Selbst Asterix, mit seinem legendären Scharfsinn, muss zusammen mit Obelix alles aufbieten, um Cäsars perfide Pläne zu durchkreuzen.
 
Längst avancierte der tapfere kleine Antiheld Asterix zum Mythos und internationalen Symbol des Widerstands gegen Monopole. Asterix und Obelix, als nie versiegende Quelle an Gags, sind inzwischen schützenswertes Kulturerbe. Allerdings geht der gute Geist der Gallier vor allem auf den frühverstorbenen René Goscinny zurück. Der Szenarist Goscinny formte die Serie maßgeblich. Er erfand die besten Geschichten, füllte die Sprechblasen mit Anspielungen und intelligenten Sprachspielereien – und schuf so die Grundlage des großen Erfolgs der inzwischen über 300 Millionen Mal verkauften Comics. Ganz zu schweigen von seinen Kino-Triumphen.
 
Luitgard Koch