Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks

Nach dem großen Erfolg des vorherigen Films war es nur eine Frage der Zeit, bis das Duo Alexandre Astier und Louis Clichy mit einem Sequel aufwarten würde. „Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks“ ist dabei etwas Ungewöhnliches. Denn anders als bei den meisten Animationsfilmen rund um den gewieften Gallier und seinem dicken Freund hat man hier eine ganz neue Geschichte ersonnen. Herausgekommen ist ein beschwingtes Abenteuer mit reichlich Humor.

Webseite: www.Asterix-und-das-Geheimnis-des-Zaubertranks-Film.de

Astérix: Le secret de la potion magique
Frankreich 2019
Regie: Alexandre Astier, Louis Clichy
Buch: Alexandre Astier
Dt. Stimmen: Milan Peschel, Charly Hübner u.a.
Länge: 85 Minuten
Verleih: Universum Film
Kinostart: 14. März 2019

FILMKRITIK:

Mit „Asterix im Land der Götter“ feierte man im Jahr 2015 einen großen Erfolg. Alleine in Deutschland sahen den Film drei Millionen Menschen im Kino. Neu war damals, dass es sich um den ersten computeranimierten Film mit den Galliern handelte. Auf dem damals etablierten Look baut „Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks“ nun auf.
 
Der Druide Miraculix sammelt auf den Bäumen des Waldes die Zutaten für seinen Zaubertrank, als er abstürzt und sich den Knöchel verstaucht. Aber Druiden sollen auf Bäumen herumturnen, als wären sie Äffchen. Runterfallen geht gar nicht. Dem Druiden ist klar: Er wird alt. Darum macht er sich mit Asterix, Obelix und der kleinen Vitrine auf, um in ganz Gallien nach einem Nachfolger zu suchen, dem er das Geheimnis seines Zaubertranks anvertrauen kann. Doch der böse Dämonix ist auch hinter dem Zaubertrank her und schmiedet Pläne, die den Widerstand des gallischen Dorfs gegen die Römer ein für alle Mal zunichtemachen könnten.
 
Dies ist der zehnte Animationsfilm mit Asterix, aber erst der zweite nach „Asterix erobert Rom“ aus dem Jahr 1976, der eine originäre Geschichte nutzt und nicht eine vorhandene aus den Alben von Albert Uderzo und Rene Goscinny adaptiert. Das mag auch daran liegen, dass einige der besten bereits umgesetzt wurden, so dass sich das Gefühl einstellen mag, die großen Klassiker wären nicht mehr übrig. Den einen oder anderen Comic würde man aber doch gerne in bewegter Form sehen. Ebenso interessant ist es jedoch, eine ganz neue Geschichte erleben zu können, weil sich damit naturgemäß ein größeres Maß an Überraschung ergibt. Das ist auch hier der Fall, zumal der neue Film mit ein paar Traditionen bricht und Konventionen auf den Kopf stellt.
 
Das gelingt auf locker-amüsante Art, während man den alten Running Gags auch frönt. So kommen die Piraten, deren Schiff ein ums andere Mal von den Galliern versenkt wird, hier gleich dreimal vor – obwohl das ganze Abenteuer eigentlich auf dem Land spielt. Auch Caesar ist mit von der Partie und die Wildschweine leben wie immer gefährlich. Doch auch hier trauen sich die Macher etwas. Und das nicht nur, indem sie Miraculix Wildschweinisch sprechen lassen.
 
Die Computeranimation ist makellos, man spielt aber auch mit der Form. Ein Rückblick, der die gemeinsame Historie von Miraculix und Dämonix erläutert, ist in grobem Zeichentrick gehalten – ganz im Stil von Bleistiftzeichnungen von Comics, die erst noch mit Tusche verfeinert werden müssen.
 
In der deutschen Fassung sprechen erneut Milan Peschel und Charly Hübner, die Asterix und Obelix mit Leben erfüllen. Sie passen auch so gut, weil sie perfekte Kandidaten wären, würde man einen Realfilm mit deutschen Schauspielern umsetzen.
 
„Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks“ ist lockere und amüsante Unterhaltung für Jung und Alt, das alle Elemente besitzt, die ein „Asterix“-Film haben muss, die bekannte Formel aber auch etwas auflockert.
 
Peter Osteried