Brokeback Mountain

Ang Lees bewegendes Drama über die schwierige Liebe zweier Cowboys – ausgezeichnet mit vier Golden Globes und drei Oscars (beste Regie, beste adaptiertes Drehbuch, beste Musik)

Als Regisseur Ang Lee neues Werk im September 2005 bei den Filmfestspielen in Venedig den Goldenen Löwen erhielt, konnte wohl noch keiner ahnen, welchen Siegeszug dieser Film in den kommenden Monaten antreten würde. Jetzt, 40 Auszeichnungen und weitere 36 Nominierungen später, ist „Brokeback Mountain“ auf dem Weg in den Kino-Olymp.

Webseite: www.brokebackmountain.de

Kanada 2004.
Regie: Ang Lee.
Darsteller: Heath Ledger, Jack Gyllenhaal, Michelle Williams, Ann Hathaway u.a.
Länge: 134 Min.
Verleih: Tobis
Start: 9. März 2006

PRESSESTIMMEN:

"Ein leiser, präziser, wunderbar bewegender Film. Fulminant."
Tagesspiegel Berlin

"Vieles über einen Film zu wissen hat selten so wenig ersetzt, selber zu schauen, wie hier."
Frankfurter Allgemeine Zeitung

“Eine epische und komplexe Liebesgeschichte, die dem Zuschauer mit beispielloser emotionaler Wucht die Tränen in die Augen treibt. Ein Superlativ von einem Film, ein Klassiker.”
KulturSPIEGEL

“Weise, leise und ungemein selbstsicher erzählt Regisseur Ang Lee von einer großen Liebe, die zwei Liebende bis in den Tod verbergen müssen. Ein Meisterwerk.”
STERN

"…hat alles, was großes Kino ausmacht: wuchtige Landschaftsbilder, wunderbare Darsteller und große Gefühle. – Herausragend."
Tip Berlin

"Das Publikum soll nach dem Wunsch von Regisseur Ang Lee "Brokeback Mountain" nicht als Schwulenfilm sehen, sondern als echte große Liebesgeschichte. Und es gelingt ihm meisterhaft, diese Liebesgeschichte auf die Leinwand zu bringen – bis hin zum Finale, das herzzerreißend ist, ohne dabei auf die Tränendrüse zu drücken. Radio Bayern 3 urteilt: "’Brokeback Mountain’ handelt vom Gefühle Unterdrücken und geheim Halten. Und weil das Drama so gut gespielt und inszeniert ist, stimmt es so traurig." Auch "Kino Kino" lobt: "Nach dem Schwertkämpfer-Märchen ‘Tiger & Dragon’ ein neuer Geniestreich von Ang Lee. Ein Meisterwerk."´
ARD

„’Brokedown Mountain’ geht weder plump noch plakativ vor, sucht nicht billige Klischees oder möglichst skandalöse Bilder, sondern nähert sich den Figuren dezent und einfühlsam und nimmt sich Zeit für ihre Entwicklung. Der Umgebungsraum, der all das subtil einrahmt, ist dabei vor allem die atemberaubend schön fotografierte Natur rings um das titelgebende Bergmassiv. Und so ist die erzählte Geschichte nur oberflächlich eine dezidiert homosexuelle. Darunter entfaltet sich das universelle Dilemma zweier Menschen, die letztlich nicht an der Gesellschaft zerbrechen, in der sie (größtenteils) leben, sondern an den Schranken in ihren eigenen Köpfen. Weshalb sie sich ein Leben in Freiheit immer wieder selbst verbieten."
epd film

"Zweifellos einer der wichtigsten Filme des Jahres."
Cinema

"Dank seiner brillanten und mutigen Hauptdarsteller Heath Ledger und Jake Gyllenhaal universell nachvollziehbar, ein großartig emotionales Filmerlebnis, das nachhaltig fesselt."
Blickpunkt Film 

FILMKRITIK:

Als Regisseur Ang Lee neues Werk im September 2005 bei den Filmfestspielen in Venedig den Goldenen Löwen erhielt, konnte wohl noch keiner ahnen, welchen Siegeszug dieser Film in den kommenden Monaten antreten würde. Jetzt, 40 Auszeichnungen und weitere 36 Nominierungen später, ist „Brokeback Mountain“ auf dem Weg in den Kino-Olymp.

Und dies zum Entsetzen der christlicher Fundamentalisten in den USA, die bereits die moralischen Werte der amerikanischen Gesellschaft untergehen sehen. Nicht nur, dass der Film sich in die Herzen einer immer größer werdenden Zahl von  Zuschauern schleicht, selbst die Katholische Bischofskonferenz schien infiziert („Director Ang Lee’s well-crafted film, which is superbly acted (…) turns out to be a serious contemplation on loneliness and connection“. Erst empörte Reaktionen von Hardcore-Christen veranlassten die Organisation dazu, dem Film die Wertung O (highly morally offensive) zu verpassen.

Ang Lee greift in seiner kongenialen Literaturverfilmung auf eine preisgekrönte Kurzgeschichte der Pulitzer-Preisträgerin Annie Proulx zurück, die schon mit der Verfilmung ihrer „Schiffsmeldungen“ für Furore in den Programmkinos sorgte.

Der schweigsame Hilfsarbeiter Ennis del Mar und der Rodeoreiter Jack Twist treffen erstmals im Jahre 1963 aufeinander, als sie für einen Sommer als Schafhüter im texanischen Brokeback Mountain engagiert werden. Im Laufe ihrer Zusammenarbeit kommen sich die beiden wortkargen Männer in der abgeschiedenen Berglandschaft  näher. Vorsichtig beginnen sie sich einander zu öffnen. Bald geht die Zuneigung über pure Kameradschaft hinaus. In einer kalten Nacht teilen sie sich erstmals ein Zelt und es kommt zum Sex. Natürlich sei man nicht schwul, versichert man sich gegenseitig verlegen am nächsten Morgen. Doch auch wenn die beiden es sich zunächst nicht eingestehen wollen, es bleibt nicht bei diesem einmaligen Ereignis. Im Laufe des Sommers entwickelt sich zwischen Ennis und Jack eine ebenso leidenschaftliche wie tiefe Beziehung.

Doch mit Ende des Jobs kehren die beiden in ihr normales Leben zurück, heiraten und gründen Familien; vier Jahre lang sehen und hören sie nichts voneinander. Bis eines Tages bei Ennis ein Brief eintrifft von Jack, der ein Treffen vorschlägt. Die alte Leidenschaft entflammt erneut. Hinter dem Rücken ihrer Ehefrauen treffen sie sich fortan mehrmals im Jahr „zum Fischen“ in den Bergen. Obwohl beide inzwischen die Tiefe ihrer Beziehung erkannt haben, gelingt es insbesondere Ennis angesichts der herrschenden engen Moralvorstellungen und einer traumatischen Kindheitserfahrung nicht, sich von den gesellschaftlichen Konventionen zu lösen und zu Jack zu stehen. Erst als es zu spät ist, erkennt Ennis die verpasste Chance auf ein gemeinsames glückliches Leben.

„Brokeback Mountain“ ist großes Gefühlskino, das ohne Pathos auskommt, vielmehr von leisen, aber ungeheuer  nuancierten Zwischentönen lebt. Die betörend fotografierte Landschaft voll rauher Schönheit spiegelt kongenial die Einsamkeit und innere Zerrissenheit ihrer Helden wider. Verzweifelt versuchen sie sich in einer Gesellschaft zu arrangieren, in der es nur unter Einsatz des eigenen Lebens möglich zu sein scheint, für das einzustehen, was man liebt. Mit einfachsten erzählerischen Mitteln gelingt Lee – wie eine führende Filmzeitschrift zu Recht schreibt – eine der menschlichsten und ergreifendsten Geschichten, die das US-Kino der letzten 20 Jahre hervorgebracht hat.
 
Anne Wotschke