Burg Schreckenstein 2

Nur rund ein Jahr nach dem ersten Kinofilm zur beliebten „Burg Schreckenstein“-Buchreihe von Oliver Hassencamp startet bereits der zweite Teil in den Lichtspielhäusern. Als Regisseur fungiert abermals Ralf Huettner („Vincent will Meer“), der die Fortsetzung als farbenfrohes, humorvolles und kurzweiliges Jugendabenteuer inszeniert. Neben der Freundschaft der Internatsschüler und einer Schatzsuche spielen auch die ersten Flirts mit den Mädchen von Schloss Rosenfels eine Rolle.

Webseite: www.BurgSchreckenstein.de

Deutschland 2017
Regie: Ralf Huettner
Drehbuch: Christian Limmer, Simon Hauschild nach den Jugendbüchern von Oliver Hassencamp
Darsteller/innen: Maurizio Magno, Benedict Glöckle, Caspar Krzysch, Eloi Christ, Henning Baum, Uwe Ochsenknecht, Alexander Beyer, Sophie Rois
Laufzeit: 100 Min.
Verleih: Concorde
Kinostart: 7. Dezember 2017

FILMKRITIK:

Weil Graf Schreckenstein (Harald Schmidt) nach einem Zeppelinunglück im Krankenhaus liegt, übernimmt dessen Neffe Kuno (Uwe Ochsenknecht) die Geschäfte auf Burg Schreckenstein. Schnell merken die Freunde Stephan (Maurizio Magno), Ottokar (Benedict Glöckle), Mücke (Caspar Krzysch), Strehlau (Eloi Christ) und Dampfwalze (Chieloka Nwokolo), dass Kuno das verschuldete Burginternat an chinesische Geschäftsleute verkaufen will, die das Bauwerk Stein für Stein in einen Themenpark verfrachten wollen. Während der gutmütige Direktor Rex (Henning Baum) mit der strengen Frau Dr. Horn (Sophie Rois) vom Mädcheninternat Rosenfels über eine Schulzusammenlegung verhandelt, wollen die Schreckensteiner die Internatsschließung abwenden. Hoffnung macht ein Schatz, der laut einer alten Legende in der Burg versteckt liegt.

Im zweiten „Schreckenstein“-Kinofilm durchläuft das junge Ensemble eine typische Entwicklung aus Kinderfilmreihen und erreicht die Schwelle zur Pubertät. Wie „Die Wilden Hühner und die Liebe“ oder „Vampirschwestern 2 – Fledermäuse im Bauch“ triggert das „Schreckenstein“-Sequel das Motto bereits im kecken Titelzusatz: „Küssen (nicht) verboten!“ Letztendlich finden das erste Verliebtsein und die Auseinandersetzung mit Geschlechterrollen jedoch eher nebenbei statt. Zwar verkleiden sich die Jungs beispielsweise als Mädchen, um Nachforschungen in Rosenfels anzustellen, und tauschen sich zwischendurch über das erste Knutschen aus, im Vordergrund stehen aber klar die Schatzsuche und die Jungenfreundschaft der Schreckensteiner.

Wo der erste Teil die Kinderbuchvorlage stark modernisierte, besinnt sich die Fortsetzung wieder mehr auf die Kernkompetenzen des Originals, sprich auf Kinderfilm-typische Themen wie Freundschaft, Gemeinschaftssinn und Teamwork. Zwar hantieren die Kinder mit Smartphones, dem Internet und Funkgeräten, bestreiten das Abenteuer aber vor allem mit altmodischen Methoden wie der Recherche in einer Bibliothek und aufgeweckter Kombinationsgabe.

Darstellerisch überzeugt das junge „Schreckenstein“-Ensemble nur bedingt. Viele Dialoge wirken recht aufgesagt, was der Illusion nicht gerade förderlich ist. Dafür legen sich aber die standesgemäß überdrehten Erwachsenen ins Zeug. Uwe Ochsenknecht („Willkommen bei den Hartmanns“) gibt eine selbstironische Darbietung als eitler Geschäftemacher und Henning Baum („Der letzte Bulle“) gefällt als lieber Internatsdirektor, der Verständnis für den Übermut und die Sorgen seiner Schützlinge aufbringt. Den Vogel schießt indes Sophie Rois („Drei“) ab, die ihre Rolle als allseits gefürchtete Frau Dr. Horn mit einem tönenden Krächzen in der Stimme überspitzt.

Christian Horn