Der Grinch

Einst war es Jim Carrey der hinter aufwändiger Maske den Grinch spielte und Weihnachten stahl, nun kommt eine rasant animierte Version der Geschichte ins Kino. Aus demselben Animationsstudio wie die Erfolgsfilme „Ich – Einfach unverbesserlich“ und „Die Minions“ stammt „Der Grinch“ und ist dementsprechend bunt, atemlos und vergnüglich.

Webseite: www.facebook.com/Grinch.DE

Animationsfilm
USA 2018
Regie: Yarrow Cheney & Scott Mosier
Buch: Michael LeSieur & Tommy Swerdlow, nach dem Buch von Dr. Seuss
Länge: 95 Minuten
Verleih: Universal
Kinostart: 29. November 2018

FILMKRITIK:

Während in Whoville die Whos voller Vorfreude der Weihnacht, ihrem liebsten Feiertag, entgegensehen, die Stadt festlich geschmückt wird und Unmengen Geschenke gekauft werden, lebt der Grinch in seiner Höhle an einem kargen Berghang über der Stadt und ist schlecht gelaunt wie immer. Allein sein treuer Hund Max leistet ihm Gesellschaft, doch dummerweise hat der Grinch in seinem Kummer sämtliche Lebensmittelvorräte verbraucht und so muss er sich wohl oder übel in die Stadt begeben, und das zur für ihn schlimmsten Zeit des Jahres.
 
Denn nichts hasst er so sehr wie das Weihnachtsfest, das besinnliche Zusammensein glücklicher Familien, singen und essen, all das ist ihm ein Graus, seit er als kleiner Grinch im Kinderheim eine einsame Weihnacht erleben musste. Und so fasst er einen finsteren Plan: Wenn er schon keine Weihnachten mag, dann sollen auch alle Whos keine Weihnacht erleben: Er will Weihnachten ihnen Weihnachten vermiesen und sämtliche Geschenke stehlen.
 
Ganz anders dagegen das kleine Mädchen Cindy Lou: Sie liebt Weihnachten und freut sich schon auf die Geschenke, die ihre alleinerziehende Mutter vorbereitet hat. Doch eigentlich würde sie zu gern einmal den Weihnachtsmann persönlich kennenlernen, von dem immer nur die Rede ist, den aber noch niemand mit eigenen Augen gesehen hat. Und da der Weg zum Nordpol zu weit ist, plant sie mit ihren Freunden den Weihnachtsmann dabei zu überraschen, wenn er durch den Schornstein kommt, um die Geschenke zu verteilen. Und so kreuzen sich die Wege von Cindy Lou und dem Grinch und der wahre Wert der Weihnacht wird offenbart.
 
Das 1957 veröffentlichte „Wie der Grinch Weihnachten gestohlen hat“ zählt zu den bekanntesten Kinderbüchern von Theodor Seuss Geisel, besser bekannt als Dr. Seuss, der vor allem im angelsächsischen Raum Erfolg hatte. In Deutschland wurden seine Bücher wie „Der Grinch“, „Ein Kater macht Theater“ oder „Horton hört ein Hu!“ erst Anfang der Nuller Jahre übersetzt, im Zuge der zahlreichen Neuverfilmungen der Bücher. Den Anfang machte dabei Ron Howards Realfilm mit Jim Carrey, doch die eigentlich logische Heimat für Verfilmungen von Dr. Seuss Büchern ist das Animationskino.
 
Die unbegrenzten Möglichkeiten dieses Mediums nutzen die Regisseure Yarrow Cheney und Scott Mosier dann auch reiflich aus, nicht nur im aufwändig animierten Grinch, bei dem sich jedes einzelne Haar einzeln zu bewegen scheint, sondern vor allem in der bunten Welt von Whoville und seiner Bewohner. Überbordend detailreich sind die Kleinstadt und ihre Bewohner imaginiert, bonbonbunt und weihnachtlich und kaum einmal zur Ruhe kommend.
 
Sanft modernisiert wurde die Geschichte, gerade Cindy Lou und ihre Freunde agieren mehr wie zeitgenössische Kinder als wie Gestalten aus den 50er Jahren, doch die Moral der Geschichte bleibt erhalten. Ideal besetzt ist dabei in der deutschen Synchronisation Otto Waalkes als der Grinch, der vom ersten Moment an andeutet, dass der Grinch zwar griesgrämig wirkt, aber eigentlich ein gutes Herz hat, das nur geweckt werden muss, was in dieser mal lauten, mal besinnlichen Weihnachtsgeschichte auch eindrücklich gelingt.
 
Michael Meyns