Der kleine Rabe Socke 2 – Das große Rennen

Der tollpatschige, aber liebenswürdige Rabe mit der Socke am linken Fuß ist zurück und sorgt in seinem zweiten Leinwand-Abenteuer wieder für gehörig Chaos. Nachdem er die Holzhütte mit den Lebensmittel-Vorräten für den Winter zerstörte, bleibt ihm nur noch ein durch den Wald verlaufendes Rennen als Wiedergutmachung. Dessen Sieger erhält 100 Goldtaler, womit Socke neue Lebensmittel kaufen könnte. "Der kleine Rabe Socke 2 – Das große Rennen" sorgt wie schon der Erstling für kindgerechte und sympathisch-liebenswürdige Unterhaltung für die Kleinsten. Für zusätzlichen Spaß sorgen die rasanten Renn-Szenen sowie die prominenten Stimmen von Jan Delay, Katharina Thalbach und Gerhard Delling in seiner ersten Gast-Sprecherrolle.

Webseite: www.rabe-socke-film.de

Deutschland 2015
Regie: Ute von Münchow-Pohl, Sandor Jesse
Buch: Katja Grübel, nach den Kinderbüchern
von Nele Moost
Länge: 73 Minuten
Verleih: Universum Film GmbH
Kinostart: 20. August 2015
 

FILMKRITIK:

Der kleine Rabe (Jan Delay) mit der rot-weiß-gestreiften Socke sorgt mal wieder für allerlei Turbulenzen im Wald: versehentlich zerstört er die Holzhütte, in der sich der gesamte Wintervorrat der Tiere befindet. Unzählige Erdnüsse, Beeren und sonstige, mühsam gesammelte Nahrung landet im Fluss und schwimmt davon. Eine Katastrophe, vor allem, wenn Frau Dachs (Katharina Thalbach) davon erfährt. Die Aussicht auf einen Winter ohne genug zu essen sorgt für schlechte Stimmung bei Socke. Da liest er zufällig, dass ein großes Rennen im Wald stattfinden soll, dessen Sieger genug Goldtaler erhält, um einen komplett neuen Vorrat an Lebensmitteln zu kaufen. Für Socke und seine Freunde steht fest: das Rennen muss gewonnen werden. Doch die Konkurrenz ist groß und vor allem der rennerfahrene Papagei Rinaldo erweist sich als harter Brocken im Kampf um die ersehnten 100 Goldtaler.

"Der kleine Rabe Socke" hat sich zu einer weltweit erfolgreichen Marke entwickelt: die Bücher wurden in 20 Sprachen übersetzt, der Sprung ins Fernsehen (als Figur im "Sandmännchen"-Universum) sowie auf die große Leinwand ist gelungen und es existieren dutzende Fan-Artikel wie Malbücher, Shirts, Tassen und sogar Computer-Lernprogramme. Erdacht hat sich die Abenteuer des tollpatschigen Raben die Autorin Nele Moost in den 90er-Jahren. Nach dem Erfolg des ersten Kinofilms 2012, folgt nun der zweite Streich, der von den erfahrenen Filmschaffenden Ute von Münchow-Pohl und Sandor Jesse inszeniert wurde. Von Münchow-Pohl führte u.a. bei "Werner – Das muss kesseln" (1996) Animationsregie, Jesse arbeitete schon Ende der 70er-Jahre an der Kult-Serie "Pumuckl" mit.

Wie schon der erste Kinofilm vor drei Jahren, ist auch die Fortsetzung explizit ein reiner Kinderfilm. Darauf weisen vor allem die Einfach- und Klarheit des Plots, die lehrreichen Botschaften und die liebevoll umgesetzte, schlichte Animation hin. Das unterscheidet das Werk u.a. deutlich von den auf das breite (Familien) Publikum zugeschnitten Disney-Animationsfilmen oder jenen aus der Dreamworks-Schmiede. Problemlos können Kinder hier der Geschichte folgen, die ohne große Überraschungen und Wendungen auskommt – so war es schon bei Teil eins und so ist es auch diesmal. Das verhindert, dass die Kleinsten beim Betrachten überfordert werden.

Und erneut ist die zentrale Botschaft des Films, dass man am Besten im Verbund mit anderen sowie im Zuge einer gemeinschaftlichen Anstrengung, fast jedes noch so ferne Ziel erreichen kann. Die weiteren sinnvollen, lehrreichen Botschaften: Jeder macht mal Fehler und jeder Mensch hat eine zweite Chance im Leben verdient, auch wenn er mal etwas verbockt hat – so wie Rabe Socke in "Das große Rennen" mit der Zerstörung der Holzhütte. Einer der wenigen aber doch zentralen Unterschiede: die Action-Einlagen haben zugenommen, dafür sorgt allein schon die Tatsache, dass sich Socke fast die meiste Zeit des Film in seiner sorgsam aufbereiteten Seifenkiste befindet. Action zumindest für Kinderaugen, für die die etlichen, rasanten Überholmanöver auf jeden Fall genug Abwechslung bieten.

Und auch an die markant nasale Stimme von Jan Delay hat man sich in der Zwischenzeit gewöhnt. Das fiel vor drei Jahren noch schwerer, in der Zwischenzeit passen Rabe Socke und Jan Delay aber schon fast so gut zusammen wie Pumuckl und Hans Clarin. Gelungener Gag für die Älteren: Sportmoderator Gerhard Delling gibt sein Debüt als Sprecher in der Rolle des Rennleiterbibers. Zudem sorgen auch die immer wieder behutsam eingestreuten und sinnvoll platzierten Gesangseinlagen für Unterhaltung und Ablenkung. Und zu guter Letzt sind auch die knapp 70 Minuten Lauflänge für einen Animationsfilm sehr kindgerecht.

Björn Schneider