Die drei ??? – Das Geheimnis der Geisterinsel

Die Jungdetektive aus Rocky Beach reisen nach Südafrika, um Urlaub zu machen. Schnell wird jedoch klar, dass hier bereits ein neuer Fall auf sie wartet. Der erste Kinoausflug der drei Fragezeichen birgt eine ausgewogene Mischung aus Abenteuer, Krimi und Mystery, hat aber  weniger mit dem Kult der Buch- und Hörspielreihe gemein.

Webseite: http://die-drei-fragezeichen.movie.de

Deutschland 2007
Originaltitel: The Three Investigators and the Secret of Skeleton Island
Regie: Florian Baxmeyer
Produktion: Studio Hamburg
Darsteller: Chancellor Miller, Cameron Monaghan, Nick Price, James Faulkner, Nigel Whitmey, Langley Kirkwood, Naima Sebe
94 Minuten
Verleih: Buena Vista
Prädikat: besonders wertvoll
Kinostart: 08.11.2007

PRESSESTIMMEN:

…auf film-zeit.de

FILMKRITIK:

Um Haaresbreite sind „Die drei ???“ bei der Auflösung ihres letzten Falls mit dem Leben davongekommen. Dabei gelang es Justus Jonas (Erster Detektiv), Peter Shaw (Zweiter Detektiv) und Bob Andrews (Recherche und Archiv), einen herabstürzenden Fahrstuhl aufzuhalten, gerade noch rechtzeitig auf einer Kunstauktion zu erscheinen und den Fälscher Victor Hugenay zu überführen. Einmal mehr sind sie ihrem Ruf als kleine Superdetektive gerecht geworden. Doch auch ein Superdetektiv braucht mal Urlaub und nach diesem Kräftezerrenden Fall sind die Drei wahrlich reif für die Insel. Da scheint es wie eine glückliche Fügung, dass Peters Vater, Al Shaw, die Jungs nach Südafrika einlädt. Genauer gesagt ans Kap der Guten Hoffnung, auf eine vor der Küste gelegenen Insel – die Geisterinsel.

 

Doch was Anfangs noch wie ein Urlaub anmutet, entpuppt sich als neuer Fall für die drei Detektive. Auf der Insel angekommen, werden sie Zeuge eines rätselhaften Vorfalls. Miss Wilbur, eine reiche Erbin, die auf dem Eiland ein Vergnügungspark errichten will, wird auf der gemeinsamen Erkundungstour in einer Höhle angegriffen. Wie bereits bei einem Bauunternehmer vor ihr, soll ein mysteriöses Tier namens „Tokolosh“, für die Kratzwunden verantwortlich gewesen sein. Dabei hatte Gamba, ein Einheimischer aus dem nahe Kapstadt gelegenen Township, die fremden Besucher noch gewarnt. Man befände sich in großer Gefahr und solle die Insel am Besten sofort wieder verlassen, so seine Worte. Dass er durch diese Warnung selbst in den Verdacht gerät, für die tätlichen Angriffe verantwortlich zu sein, ist nahe liegend. Nicht jedoch für das jugendliche Detektivtrio aus dem südkalifornischen Rocky Beach, das sich niemals mit der augenscheinlichen Lösung zufrieden gibt. Und so machen sich die drei Fragezeichen – offiziell von der Tochter Gambas beauftragt – daran, ihren neuen Fall zu lösen: das Geheimnis der Geisterinsel.

Wer die Erfolgsgeschichte der drei ??? betrachtet, wird sich vermutlich wundern, warum der Einzug in die Kinosäle nicht schon viel früher erfolgte. Was Anfang der 60er Jahre mit dem ersten Roman begann, hat sich bis heute über die nicht minder erfolgreiche Hörspielreihe und die Adaption für das Theater fortgesetzt. Mehr als 100 Bücher der drei Detektive wurden in 23 Sprachen übersetzt und bis heute weit über 30 Millionen Mal verkauft. Die Hörspiele erreichen allein in Deutschland eine jährliche Auflage von drei Millionen Exemplaren und haben unlängst Kultstatus erreicht. Was einerseits dem Erfolg des ersten Leinwandabenteuers zugute kommen dürfte, ist andererseits sein großes Verhängnis. Eine allzu große Fangemeinschaft, die zu einem nicht unerheblichen Anteil aus all den Lesern und Zuhörern besteht, die bereits vor Jahrzehnten mit den Geschichten der drei Detektive aufgewachsen sind, wird die filmische Umsetzung nicht unvoreingenommen betrachten können. Dabei geht es hier aufgrund der Hörspiele über die übliche Diskrepanz von Film und Buchvorlage hinaus. Es sind insbesondere die altbekannten Stimmen, die die einzelnen Figuren doch sehr geprägt haben. Immerhin hat Oliver Rohrbeck, die Hörspielstimme von Justus Jonas, für den Film die Synchronregie übernommen.

Letztlich muss man unter Berücksichtigung der Buch- und Hörspielreihe leider zu dem Schluss kommen, dass die Verfilmung des 1966 entstandenen Romans sichtlich Mühe hat an den alten Charme der Geschichte heranzureichen. So fällt es wahrlich schwer, die drei Hauptdarsteller in der Verkörperung der Jungdetektive zu akzeptieren. Denn wenngleich sie keinen schlechten Job machen, passen sie nur bedingt in das über Jahrzehnte vorgefertigte und lieb gewonnene Bild. Lediglich in der viel zu kurzen Sequenz, die in dem Hauptquartier der Detektive auf dem Schrottplatz von Titus Jonas spielt, erkennt der wahre Fan die wahren drei ???. Hier wurde ein Set mit viel Liebe zum Detail geschaffen. Darüber hinaus hat der gesamte Film zu wenig mit den erwähnten Vorlagen gemein und sollte von daher hiervon losgelöst betrachtet werden. Gelingt dies, darf sich der junge Zuschauer auf ein rasantes und kurzweiliges Kinoerlebnis freuen, das eine ausgewogene Mischung aus Abenteuer, Krimi und Mystery birgt. Die älteren Fans der Hörspiele sollten lieber weiterhin zu diesen greifen.

Gary Rohweder