Die drei ??? – Das verfluchte Schloss

Das zweite Leinwandabenteuer der drei ??? verschlägt die Meisterdetektive nach Nordkaliforniern. In einem unheimlichen Spukschloss versuchen sie das Rätsel zu lösen, das eine Videobotschaft aus dem Jenseits ihnen auftrug. Wenngleich die Fans der bekannten Vorlagen, sich nach wie vor nicht in der Kinoadaption wieder finden dürften, schlägt dieser Film seinen Vorgänger in Sachen Spannung, Witz und Tempo doch um Längen.

Webseite: www.die-3-fragezeichen.de

Deutschland/Südafrika 2009
Originaltitel: The Three Investigators and the Secret of Terror Castle
Regie: Florian Baxmeyer
Darsteller: Chancellor Miller, Nick Price, Cameron Monaghan, James Faulkner, Jonathan Pienaar, Annette Kemp, Axel Milberg, Julia Bremermann
Verleih: Walt Disney
Kinostart: 19.03.2009

PRESSESTIMMEN:



FILMKRITIK:

Geburtstage sind seine Sache nicht und so geht die Überraschungsparty für den ersten Detektiv, Justus Jonas, auch gehörig nach hinten los. Seit seine Eltern vor vielen Jahren auf rätselhafte Weise ums Leben kamen, möchte er an diesem denkwürdigen Tag einfach nur in Ruhe gelassen werden. Insbesondere wenn neben den Detektivkollegen und seinem Onkel Titus auch noch ein gebuchter Clown für aufgesetzt gute Stimmung sorgt. Zumal, wie sich herausstellen soll, keiner der Beteiligten den Witzbold engagiert hat. So schlägt die gedämpfte Partystimmung alsbald in Neugier um. Ein Zustand, der die drei Spürnasen in sofortige Alarmbereitschaft versetzt. Und tatsächlich entpuppt sich der maskierte Spaßvogel als Einbrecher, der sich im Büro von Justus Onkel zu schaffen macht. Bei seiner Tat von drei Rotzlöffeln gestört, flieht der Langfinger unerkannt und lässt dabei das Diebesgut zurück, ein Videotape.

 

In der Zentrale der drei ??? wird der Film sogleich gesichtet. Trotz starker Beschädigung des Bandes ist eines schnell geklärt, es handelt sich um eine Botschaft aus dem Jenseits. Justus Eltern haben das Tape zu Lebzeiten aufgenommen und ihrem Sohn damit ein besonders schwieriges Rätsel hinterlassen. Ein mysteriöser Fall ist geboren, der die drei Jungermittler zu einem verlassenen Anwesen in einem einsamen Wald Nordkaliforniens führt. Hier steht das spukhaft anmutende Schloss des Erfinders Stephen Terill, welches das Geheimnis der Videobotschaft in seinen gespenstischen Gemäuern verbergen soll. Ein unheimlicher Ort, der den drei Detektiven aus Rocky Beach das Blut in den Adern gefrieren lässt. Nun müssen sie all ihren Mut zusammennehmen, um diesen beklemmenden Fall zu lösen. Den Fall um das verfluchte Schloss.

Nachdem es die drei ??? in ihrem ersten Leinwandabenteuer von vor zwei Jahren auf die sogenannte Geisterinsel verschlug, kehren sie nun in der Verfilmung eines weiteren Kapitels der Jugendbuch-Serie in die Kinos zurück. Wenngleich der erste Versuch, den über Jahrzehnte gereiften Kultstatus der Buch- und nicht zuletzt auch der Hörspielvorlage, für das Kino zu adaptieren, nur bedingt funktioniert hat, wird die Filmreihe nun in aller Konsequenz fortgesetzt. Dabei waren es wohl insbesondere die größeren Fans der besagten Vorlagen, die eben diese in Florian Baxmeyers Interpretation nur schwerlich wieder fanden. Wie in den meisten Fällen, tut sich der vorbelastete Zuschauer schwer damit, seine eigenen Bilder – in liebevoller Kleinarbeit über Buch und Hörspiel geformt – durch die Visionen eines anderen ersetzt zu wissen. Im Falle von „Die drei ??? – Das Geheimnis der Geisterinsel“ kam erschwerend hinzu, dass der Film auch völlig losgelöst von jedwedem Vergleich, wohl nur die kleineren Zuschauer zu fesseln vermochte.

All jenen, die noch die ersten Hörspielkassetten der legendären Meisterdetektive im Regal oder auch im Schuhkarton auf dem Dachboden verwahren; ebenso wie all jenen, die nach über 100 Büchern der drei ??? noch immer nicht genug von dem Phänomen haben; all jenen, die aus vorgenannten Gründen von der ersten Kinofilmadaption enttäuscht waren, sei folgendes gesagt: Der zweite Anlauf macht diese Enttäuschung weitgehend wieder wett. Nicht nur, dass „Die drei ??? – Das verfluchte Schloss“ den Vorgängerfilm in Sachen Spannung, Witz und Tempo um Längen schlägt. Florian Baxmeyer gelingt es überdies, durch die zuvor erwähnte Konsequenz, einen ganz neuen Kult um die Privatdetektive zu etablieren. Ein Kult, der spätestens beim dritten Kinofilm all die müheseligen Vergleiche wieder vergessen macht und den Weg zum vorbehaltslosen Genuss tadelloser Familienunterhaltung ebnet.

Gary Rohweder

Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews, den jungen „Drei???“, fällt nach Justus Geburtstagsparty, auf der ein unbekannter Clown Verdacht erregte, ein Videoband in die Hände, aus dem erstaunlicherweise hervorgeht, dass Justus’ Eltern Detektive waren, die vor ihrem mysteriösen Tod einen speziellen Fall nicht lösen konnten. Also ist es wohl an den Jungen, die Sache weiterzuverfolgen.

Einzige Anhaltspunkte: ein Teil einer Landkarte, die nach Allington in Nordkalifornien führt, und der ominöse Satz, dass die Augen einer Tänzerin den Weg weisen würden. Also auf nach Allington. Dort nun beginnen die zum Teil erschreckenden Abenteuer.

Da ist zuerst einmal das alte, dunkle, gespenstische Schloß, dann der Furcht erregende Sheriff Hanson mit seinem gefährlichen Schäferhund, weiter dessen Tochter Caroline, die Visionen hat und überzeugt ist, dass sie in einem früheren Leben Kleopatra gewesen sei (und Bob der römische Feldherr Marc Anton), schließlich der geniale, aber unheimliche Erfinder Stephen Terril, von dem man nicht so genau weiß, ob er überhaupt noch lebt. Und was ist mit dem unbekannten Clown von der Geburtstagsparty?

Die „Drei???“ müssen sich durch weite Hallen, geheimnisvolle Gänge, gefahrvolle Apparaturen und sehr folgenschwere Entdeckungen kämpfen, bis sie die vor ihnen liegenden Rätsel gelöst haben.

Der dritte Film über die „Drei???“ – geschöpft aus dem kaum versiegenden Fundus des amerikanischen Bestsellerautors Robert Arthur. 

Auf das Alter zwischen sechs und etwa dreizehn Jahren wurde der Film erklärtermaßen zugeschnitten. Entsprechend sind die handlungsmäßigen, die spannenden, die abenteuerlichen, die gruseligen und auch die romantischen Effekte kalkuliert. Szenisch ist so – natürlich mit ausgiebiger virtueller Hilfe –  eine für die Zielgruppe wahrscheinlich nicht uninteressante Kinder- und Familien-Show entstanden, die von den jungen Schauspielern Chancellor Miller (Justus Jonas), Nick Price (Pete Shaw), Cameron Monaghan (Bob Andrews) und Annette Kemp (Caroline) gut gemeistert wird. 

Thomas Engel