Die Schlümpfe – Das verlorene Dorf

2011 und 2013 bevölkerten die berühmten Schlümpfe in zwei 3D-Filmen die Kinoleinwände, die in New York und Paris gefilmte Realszenen mit Computeranimationen kombinierten. Der neue Film kommt nun als komplett animiertes 3D-Reboot daher, das in die magischen Wälder rund um Schlumpfhausen führt. Dem Gnomeo & Julia“-Regisseur Kelly Asbury gelingt ein unterhaltsames, sehr farbenfrohes Abenteuer mit einigen aufregenden Szenen und Slapstick-Elementen, in dem Schlumpfine mit ihrer Identität hadert.

Webseite: www.schlümpfe-film.de

OT: Smurfs: The Lost Village
USA 2017
Regie: Kelly Asbury
Drehbuch: Stacey Harman & Pamela Ribon
Sprecher: Demi Lovato, Danny Pudi, Joe Manganiello, Jack McBrayer, Rainn Wilson, Ariel Winter, Ellie Kemper, Michelle Rodriguez, Julia Roberts, Jake Johnson
Laufzeit: 89 Min.
Verleih: Sony
Kinostart: 6. April 2017

FILMKRITIK:

Natürlich sucht Erzfeind Gargamel (deutscher Sprecher: Christoph Maria Herbst) die Schlümpfe auch in der Neuauflage heim, doch erst einmal geht es um Schlumpfine (Nora Tschirner) und ihre Sonderrolle in Schlumpfhausen. Sie ist das einzige Mädchen im Dorf und wurde zudem vom bösen Zauberer Gargamel aus einem Klumpen Lehm erschaffen. Ist sie überhaupt ein „echter“ Schlumpf? Was unterscheidet sie von den anderen? Ihre Bestimmung meint Schlumpfine zu erkennen, als sie und ihre Freunde Schlaubi, Hefty und Clumsy (Axel Stein, Rick Kavanian & Tim Oliver Schultz) erfahren, dass Gargamel dank einer Karte den Weg zu einem bislang unentdeckten Schlumpfdorf kennt. Um die fremden Schlümpfe zu warnen, begeben sich Schlumpfine & co ohne Wissen von Papa Schlumpf (Heiner Lauterbach) in den Verbotenen Wald, wo magische Wesen wie feuerspeiende Fliegen leben. Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit, denn Gargamel, seine Katze Azrael und der Geier Harold sind bereits unterwegs…
 
Ihr Debüt feierten die Schlümpfe 1958 als Teil der Serie „Johann und Pfiffikus“, doch bald etablierten sich die vom belgischen Zeichner Pierre Culliford (1928-1992) entworfenen Comicfiguren mit ihrem wuseligen Charme als eigenständige Marke. Bis heute haben die blauen Gesellen Auftritte quer durch alle Medienformate absolviert, von Fernsehserien über Videospiele bis hin zu Hörspielen. So wundert es nicht, dass nach den Realfilmen nun ein weiterer, diesmal vollständig animierter Film ins Kino kommt.
 
Das bunte 3D-Abenteuer überzeugt mit der fantasievollen Gestaltung, wenn im Verbotenen Wald das Wasser eines Flusses über dem Boden schwebt oder sich die Schlümpfe in einer weitläufigen Höhle verirren und das Bild einen Querschnitt der chaotischen Situation zeigt. Das Drehbuch von Stacey Harman („Die Goldbergs“) und Pamela Ribon („Vaiana“) verhandelt das Kinderfilm-typische Thema Freundschaft sowie den Mut, an sich selbst zu glauben. Schlumpfine hinterfragt ihre Identität und lernt schließlich, dass ihre Taten mehr über sie aussagen als ihre Herkunft. „Du kannst alles sein, was du willst,“ lautet die am Ende an Schlumpfine gerichtete Botschaft, die den kurzweiligen Animationsfilm gelungen abrundet.
 
Christian Horn