Elliot – Das kleinste Rentier

Kein Schmunzelmonster sondern ein kleines Pferd ist Elliot in Jennifer Westcotts atemlosen Animationsfilm „Elliot – Das kleine Rentier“, das mit seiner bunten Bilderflut für einen vorweihnachtlichen Zuckerschock sorgt. Seinen großen Traum, dem Weihnachtsmann als Rentier zu dienen, versucht der Titelheld mit allen Mitteln zu erreichen und findet am Ende vor allem neue Freunde.

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Animationsfilm
Elliot the littlest Reindeer
Kanada 2018
Regie: Jennifer Westcott
Buch: Mark van de Veen, Jennifer Westcott
Länge: 89 Minuten
Verleih: Splendid
Kinostart: 8. November 2018

FILMKRITIK:

Auf einer Farm in Kanada lebt das kleine Pferd Elliot und träumt von Größerem. Nur gelegentlich im Streichelzoo bewundert zu werden, ist auf Dauer nicht erfüllend, doch da eröffnet sich eine Gelegenheit: Eines der Rentiere des Weihnachtsmannes geht in den Ruhestand und so ist ein Posten frei. Wenige Tage vor Weihnachten veranstaltet der Weihnachtsmann am Nordpol ein großes Rentier-Rennen, bei dem sich zahlreiche Kandidaten um den Posten bewerben.
 
Und auch Elliot hat sich zusammen mit seiner besten Freundin, der Ziege Hazel, auf den Weg gemacht. Doch es gibt viele Hindernisse zu überwinden, ganz abgesehen von seiner Körpergröße: Die anderen, die richtigen Rentiere nehmen Elliot nicht für voll, eine Anmeldung für das Rennen hat er auch nicht und dann ist da noch der Elf Lemondrop, wichtigster Assistent des Weihnachtsmannes, der finstere Pläne verfolgt. Und zu allem Überfluss ist auch noch Elliots Heimat in Gefahr, denn der Streichelzoo steht kurz vor der Pleite und soll an einen windigen Geschäftemacher verkauft werden.
 
Reichlich Handlung hat Jennifer Westcott in ihren ersten Film gepackt, so viele Verwicklungen und zu überwindende Hindernisse, dass kaum ein Moment Ruhe aufkommt. Ein besinnlicher Weihnachtsfilm, wie man ihn vielleicht von skandinavischen Kinderfilmen gewohnt ist, ist „Elliot – Das kleinste Rentier“ in keinem Moment. Zwar ist dies keine Hollywood-, sondern eine kanadische Produktion, die mit ihrer atemlosen Geschichte und Ästhetik jedoch auf einen möglichst großen Markt abzielt.
 
Das ist nicht verwerflich, man sollte es nur wissen und dementsprechend nichts anderes erwarten. Grob gezeichnet sind die Figuren und ihre Konflikte, klar und eindeutig ihre Ziele und die Hindernisse, die ihnen im Weg stehen. Ein wenig schematisch mutet es bisweilen an, wie Elliots Abenteuer erzählt wird, wie moralische Lektionen eingefügt werden, wie Elliot lernt zu erkennen, was wirklich wichtig ist. Ganz im Stile moderner amerikanischer Animationsfilme jenseits von Pixar, setzt auch Jennifer Westcott auf zunehmend atemlose Action: Das Rentier-Rennen wird in rasanten Breitwand-Bildern erzählt, die so bunt und schnell sind, dass kein Moment der Ruhe bleibt. Weihnachtlich besinnlich ist das zwar nicht, sondern harmlose, souveräne Unterhaltung für die Vorweihnachtszeit.
 
Michael Meyns