Ghosted

Der neue Film von Monika Treut. Eine schöne, wenn auch traurige Liebesgeschichte zwischen zwei Frauen, eingerahmt von asiatischen Toten-, Ahnen- und Geistermythen.

Webseite: www.ghosted-film.de

D/Taiwan 2009
Regie: Monika Treut
Mit Inga Busch, Huan-Ru Ke, Ting-Ting Hu
89 Minuten, dt./engl./chin. Omdt.U
Verleih: Salzgeber
Kinostart: 30.4.2009

PRESSESTIMMEN:



FILMKRITIK:

Eine Liebes-, Todes- und Geistergeschichte von Monika Treut, in der verschiedene Zeit- und Ortsebenen miteinander verwoben werden.

Die junge Taiwanesin Ai-ling Chen arbeitet in Hamburg bei ihrem „Onkel“ Chen Fu in einem China-Restaurant. Sie kam nach Deutschland, um etwas über ihren Vater zu erfahren, der sehr früh starb.

Einige Monate später. Die Künstlerin Sophie Schmitt widmet in Taipeh der durch einen mysteriösen Unfall ums Leben gekommenen Ai-ling eine Video-Installation. Denn Ai-ling war ihre Geliebte, um die sie sehr trauert.

In Taipeh stellt sich die „Journalistin“ Mei-li Wang Sophie vor. Sie will mehr über Ai-lings Tod erfahren. Und sie möchte Sophie näher kommen,  doch diese ist noch viel zu sehr und viel zu schmerzlich mit ihrer Geliebten verbunden.

Rückblende. Während ihrer gemeinsamen Hamburger Zeit klammert sich Ai-ling ein wenig zu sehr an Sophie. Nicht zuletzt deshalb begibt sich diese nach Berlin. Ai-ling flirtet aus reiner Verzweiflung mit der Rechtsanwältin Katrin Bendersen. Sie will, als Sophie zurückkommt, dieser entgegen eilen. Da macht ein Autounfall ihrem Leben ein Ende.

Jetzt erst begreift Sophie den Verlust. Das Leid blockiert sie lange Zeit.

Mei-li taucht wieder auf, spioniert Sophies Leben und die Umstände von Ai-lings Tod aus. Sophie bringt in Erfahrung, dass eine taiwanesische Journalistin namens Mei-li Wang gar nicht existiert. Ist sie ein Geist? Ist sie eine Art „Doppelgängerin“? Hat sie mit dem taoistischen oder buddhistischen Ahnenglauben zu tun?

Sophie nimmt in der 14. Nacht des „Geistermonats“ (siebter Mondmonat) bei Ai-lings Mutter in Taiwan am Gedenken für die tote Tochter teil.

Eine schöne, wenn auch traurige Liebesgeschichte zwischen zwei Frauen, eingerahmt von asiatischen Toten-, Ahnen- und Geistermythen, die fremdartig und schwer nachvollziehbar erscheinen mögen, die aber der Geschichte auch Spannung und Mysterium verleihen. Monika Treut versteht ihr Regiehandwerk und hat dafür gesorgt, dass schöne Aufnahmen beigesteuert wurden. Das lesbische Verhältnis zwischen den Frauen ist mit großer Natürlichkeit dargestellt.

Die drei Damen Inga Busch (Sophie Schmitt), Huan-Ru Ke (Ai-ling) und Ting-Ting Hu (Mei-li) spielen exzellent. Huan-Ru Ke ist eine besonders aparte Erscheinung.

In Filmkunsttheatern und Programmkinos, besonders aber beim Zielpublikum sehr gut möglich.

Thomas Engel