Ich – Einfach unverbesserlich 2

In der Fortsetzung des Erfolgsfilms „Ich – Einfach unverbesserlich“ ist der Großschurke Gru endgültig auf die Seite des Guten gewechselt: Mit Hilfe der Agentin Lucy soll Gru einen Bösewicht schnappen, der nach der Weltherrschaft strebt. Zusammen mit seinen Adoptivkindern und Horden der quietschgelben Minions erlebt Gru aufregende, abwechslungsreiche Abenteuer. Der Spaß besticht mit Witz, Finesse und Originalität.

Webseite: www.unverbesserlich2-film.de

USA 2013 – Animationsfilm
Regie: Pierre Coffin, Chris Renaud
Buch: Ken Daurio, Cinco Paul
Länge: 98 Minuten
Verleih: Universal
Kinostart: 4. Juli 2013

PRESSESTIMMEN:



FILMKRITIK:

Wir erinnern uns: In „Ich – Einfach unverbesserlich“ war der finster aussehende Schurke Gru durch drei kleine Mädchen davon abgehalten worden, seinen Plan, den Mond zu stehlen, zu verwirklichen. Nun lebt er in seinem dunklen, aber lustigen Haus in friedlicher Nachbarschaft, verkleidet sich auf einer Geburtstagsparty schon mal als Prinzessin und geht ganz in seiner Rolle als Adoptivvater auf. Statt finstere Pläne zu schmieden, benutzt er sein gigantisches Untergrundlabor nun zur Herstellung von Marmelade, sehr zum Unwillen seines Assistenten Dr. Nefario, der sich schwer langweilt. Den Horden gelber Minions dagegen ist es egal woran sie arbeiten: Sie tollen wie immer aufgedreht und wirr durch die Gegend

Doch nun sind Grus besondere Fähigkeiten gefordert: Ein unbekannter Schurke ist dabei, die ganze Welt zu bedrohen. Um die Katastrophe zu verhindern, schickt die Anti-Verbrecher-Liga AVL ihre beste, quirligste Agentin ins Feld: Lucy. Sie überzeugt Gru davon, sich diesmal auf die Seite des Gesetzes zu schlagen und in einem Einkaufszentrum als Bäcker zu agieren, wo der Verdächtige vermutet wird. Schnell erkennt Gru im mexikanischen Restaurantbesitzer Eduardo einen scheinbar verstorbenen Bösewicht. Doch ohne Beweise ist die AVL skeptisch und misstraut Grus Intuition…

Vor drei Jahren war „Ich – Einfach unverbesserlich“ nicht nur ein Überraschungserfolg, sondern auch ein besonders origineller Animationsfilm. Mit dem grau gekleideten, hakennäsigen Gru gelang den Machern ein Antiheld, der trotz seiner äußerlich finsteren Erscheinung das Herz am rechten Fleck trug. Und nicht zuletzt waren es die in einem unverständlichen Kauderwelsch brabbelnden gelben Minions (die ungefähr die Form von Überraschungseiern haben, nur mit blauen Hosen und Gesichtern), die für anarchische Momente sorgten.

Die Fortsetzung bietet nun Mehr vom Gleichen, ohne aber in langweilige Wiederholung zu verfallen. Besonders die vielfältigen Gerätschaften, mit denen Gru und Lucy agieren, das ausladende unterirdische Labor, dass einem James Bond-Bösewicht Ehre machen würde, aber auch der Plan des Schurken sorgen für viel Witz: Denn der sieht vor, die Minions mittels einer Injektion in lilafarbene Derwische zu verwandeln, die die Welt überrennen sollen. Mit welchem Einfallsreichtum die kleinen Viecher charakterisiert sind ist erstaunlich. Manche nur mit einem Auge, manche mit Haaren, manche mit Glatze, manche ungeschickt, manche neugierig, aber allesamt auf originelle Art komisch.

Und das ist vielleicht das Bemerkenswerteste an den „Ich – Einfach unverbesserlich“-Filmen: Auch wenn sie technisch hervorragend gemacht sind, verweigern sie sich auf angenehme Art der Tendenz des zeitgenössischen Computer-Animationsfilm, zu immer größeren, immer hektischeren Szenen und setzen stattdessen auf Witz und Finesse. Zwar gibt es auch hier einen großen Showdown, doch der besticht wie der ganze Film weniger durch Bombast, als durch Humor und Originalität.

Michael Meyns