Kleiner Aladin und der Zauberteppich

Die dänische Produktion „Kleiner Aladin und der Zauberteppich“ ist bereits die zweite Verfilmung von Ole Lund Kirkegaards Roman „Hodja im Orient“. 1985 wurde er noch als Realfilm umgesetzt, nun ist es ein computeranimierter Film, der zwar mit Karsten Kiilerich den Ko-Regisseur von „Der kleine Vampir“ am Steuer hat, aber technisch unter dem Durchschnitt bleibt. Die Geschichte um den kleinen Aladin, der mit seiner Ziege und einem fliegenden Teppich ein Abenteuer ungeahnten Ausmaßes erlebt, ist gefällig und mit guten Lektionen für junge Zuschauer ausgestattet.

Webseite: www.littledream-entertainment.com

Hodja fra Pjort
Dänemark 2018
Regie: Karsten Kiilerich
Buch: Vicki Berlin, Karsten Kiilerich
Darsteller: Julian Janssen, Annika Preil, Jessica Lange
Länge: 80 Minuten
Verleih: Little Dream Entertainment
Kinostart: 11. Juli 2019

FILMKRITIK:

In seinem Wüstendorf ist der kleine Aladin alles andere als glücklich, denn Schneider wie sein Vater möchte er nicht werden. Ihn dürstet nach großen Abenteuern. Er möchte die Welt sehen und erhält die Chance dazu, als ihm sein Nachbar El Faza einen fliegenden Teppich gibt. Als Gegenleistung dafür soll er nach Petto, der Stadt des Sultans, fliegen und von dort El Fazas Enkelin zurückbringen. Doch der Teppich erweckt auch die Aufmerksamkeit des fiesen Sultans, der den Teppich an sich bringen will. Mit Hilfe der gewieften Smaragda muss Aladin nun nicht nur nach dem Teppich, sondern auch nach der Enkelin suchen – und beides erweist sich als ausgesprochen schwierig.
 
Im Original ist es nicht Aladin, der ein Abenteuer erlebt, sondern Hodja. Ob man sich im Deutschen für die namentliche Veränderung entschieden hat, weil Disney seine große „Aladdin“-Realverfilmung in die Kinos bringt? An der Geschichte selbst ändert das natürlich nichts, an der doch recht mageren Umsetzung leider auch nicht.
 
Die Animationen erscheinen sehr oberflächlich. Hintergründe wirken oftmals leer, Bewegungsabläufe lassen Esprit vermissen und Texturen gehen nie in die Tiefe. Dass man eine dänische Produktion nicht mit einem Pixar-Film vergleichen kann, ist selbstverständlich, rein technisch ist man hier aber auf einem Niveau, das man im Fernsehen verorten kann – und dort wäre der Film dann auch gut aufgehoben.
 
Dass es ihn überhaupt gibt, ist wohl der Beliebtheit von Ole Lund Kirkegaars Roman „Hodja im Orient“ zu verdanken, der bereits 1985 als damals teuerste dänische Produktion als Realfilm umgesetzt worden ist und noch heute viele Bewunderer hat. Man setzte wohl auch darauf, dass die mittlerweile groß gewordenen Zuschauer von damals mit ihren Kindern in den neuen Film gehen.
 
Die Geschichte ist einfach, aber gefällig gehalten. Im Kern geht es um Werte wie Freundschaft und Zusammenhalt, aber auch darum, in sich den Mut zu finden, etwas zu tun, wenn man auf Ungerechtigkeiten stößt. Das sind moralische Werte, die Filmen dieser Couleur häufig inne sind, weil den jüngsten Zuschauern spielerisch geholfen werden soll, einen eigenen moralischen Kompass zu entwickeln. Das ist es auch, was zu den Pluspunkten von „Kleiner Aladin und der Zauberteppich“ gehört.
 
Schön geworden ist auch die Synchronisation mit Julian Janssen, der als Moderator der KiKA-Serie „Checker Julian“ bekannt ist und Aladin spricht. Annika Preil, die Moderatorin der KiKA-Serie „Anna und die wilden Tiere“ leiht Smaragda ihre Stimme. Sie mühen sich, den Film so lebendig und verspielt wie möglich zu machen. Letzen Endes ist „Kleiner Aladin und der Zauberteppich“ aber ein Film, der nur für die kleinsten Zuschauer tauglich ist. Alle anderen werden sich schon an der limitierten Animation stören.
 
Peter Osteried