Lauras Stern und die Traummonster

Der dritte Film um die siebenjährige Laura und ihren Stern führt das Mädchen in die Welt der Traummonster, die sich als deutlich harmlosere Figuren erweisen, als ihr Name verspricht. Der unterhaltsame Film überzeugt nicht nur durch seine schöne, originelle Animation, sondern vor allem durch seine Geschichte, deren Lehre angenehm subtil bleibt. Ein sehenswerter Kinderfilm.

Webseite: www.laurasstern.de

Deutschland 2011 – Animationsfilm
Regie: Ute von Münchow-Pohl, Thilo Rothkirch
Buch: Ute von Münchow-Pohl, Sabine Mädel, Rolf Giesen, Klaus Baumgart, Thilo Rothkirch
Länge: 70 Minuten
Verleih: Warner Bros.
Kinostart: 13. Oktober 2011

PRESSESTIMMEN:



FILMKRITIK:

Eine der erfolgreichsten Kinderbuchreihen sind die Abenteuer der kleinen Laura und ihres Sterns, die Erfinder Klaus Baumgart seit gut 15 Jahren in beeindruckenden Variationen veröffentlicht. Ein Teil der modernen Verwertungskette sind natürlich Filme und so kommt nun schon der dritte Film mit Laura ins Kino. „Lauras Stern und die Traummonster“ beginnt ganz harmlos beim Fußballspiel. Ein paar Nachbarskinder fordern Laura und ihren Bruder Tommy heraus, doch ohne seinen geliebten Beschütz-mich-Hund traut sich Tommy nicht so recht. Also muss der Hund dabei sein – und landet nach einem verpatzen Schuss im dunklen Keller. Laura nimmt all ihren Mut zusammen und wagt es, den Keller zu betreten, doch die Schatten machen auch ihr Angst. Ohne den Beschütz-mich-Hund geht eben nichts, wie auch die Traummonster merken. Die leiden daran, dass Tommy und Laura immer seltener Angst haben, immer mehr schöne Träume haben und keine Alpträume. Aber ohne die Angst der Kinder schrumpfen die Traummonster und müssen um ihre Existenz bangen. So hecken sie einen Plan aus: Des nachts entführen sie Tommys Beschütz-mich-Hund in das Land der Träume und locken so die Kinder, begleitet von Lauras Stern, in das unterirdische Traumlabyrinth. Dort hinein drinkt kein Funken Sternenstaub, dafür sorgt nicht zuletzt der Lichtfänger, der mit einer Art fliegendem Staubsauger Jagd auf alle Lichtquellen macht und es nun besonders auf Lauras funkelnden Stern abgesehen hat.

Eine ziemlich phantasievolle Geschichte, die man sich durchaus auch in einem Tim Burton-Film vorstellen könnte. Doch so düster und gruselig soll es hier nicht sein, das Zielpublikum von Lauras Stern entspricht eher dem Alter der Heldin. Doch auch ohne Schreckmomente entfaltet „Lauras Stern und die Traummonster“ ein erhebliches Maß an Unterhaltung. Dass liegt vor allem an den originellen Figuren, die das Traumland bevölkern. Während Laura und Tommy eher blass bleiben, sind die Traummonster deutlich phantasievollere Figuren. Da gibt es zum Beispiel glitschige Tentakel, Fresso, der alles anknabbert, was ihm in den Weg kommt, Beule, der ständig neue Beulen bekommt und den hübsch bizarren Lichtfänger, der in seiner Begeisterung für alles Leuchtende gern seine Aufgabe als Traummonster vergisst.

Besonders gelungen ist allerdings die Metapher der Traummonster, die wachsen und schrumpfen, je nachdem wie viel Angst die Kinder haben. Was eine typisch moralische Botschaft hätte werden können, wird hier zu einem beiläufigen Bild, das man wahrnehmen und in die wirkliche Welt mitnehmen oder einfach nur als packenden Kinomoment genießen kann. Aus all diesen Figuren und Ideen formen die Filmemacher einen sehr schönen Kinderfilm, der in kaum 70 Minuten Spielzeit mehr Originalität entwickelt als so mancher „Erwachsenenfilm.“

Michael Meyns

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