Meine schöne Bescherung

Sara und Jan feiern Weihnachten. Mit von der Partie die Ex-Partner und leiblichen Elternteile ihrer Kinder. Ein Fest, das mit Harmonie und Besinnlichkeit wenig gemein hat. Ein Film, der alles andere als ein klassischer Weihnachtsfilm ist. Regisseurin Vanessa Jopp beschert uns stattdessen eine turbulente Komödie, die durch ein pointiertes Drehbuch und ein glänzend aufspielendes Ensemble überzeugt.

Webseite: www.meineschoenebescherung.de

Deutschland 2007
Regie: Vanessa Jopp
Darsteller: Martina Gedeck, Heino Ferch, Jasmin Tabatabai, Roeland Wiesnecker, Rosa Enskat, Andreas Windhuis, Ursula Doll, Matthias Matschke, Meret Becker, Rainer Sellien, Alexandra Neldel, Bjarne Ingmar Mädel
90 Minuten
Verleih: X Verleih
Kinostart: 22.11.2007

PRESSESTIMMEN:

Die wunderbare Regisseurin Vanessa Jopp hat einen sehr lustigen, sehr ironischen Film gemacht und dafür jede Menge toller Darsteller um den Baum geschart. Dem Film mangelt es weder an Witz noch an Wärme – er ist also genau das, was man in diesen Tagen richtig gebrauchen kann.
Brigitte

Pressestimmen auf film-zeit.de hier…

FILMKRITIK:

Weihnachten, das Fest der Liebe. Ein Fest, das Jan (Heino Ferch) am liebsten ganz traditionell begangen hätte. Ein reich behängter Weihnachtsbaum, Geschenke für die vier Kinder und eine Weihnachtsgans als Festessen für die zusammen gewürfelte Patchwork-Familie. Stattdessen erwartet ihn alles andere als eine schöne Bescherung. Seine Frau Sara (Martina Gedeck) ist auf die zweifelhafte Idee gekommen, den Kreis ihrer Lieben in diesem Jahr ein wenig zu erweitern. So hat sie neben ihrer Mutter, all ihre Ex-Ehepartner samt Anhang sowie die Ex von Jan mit ihrem neuen Lover eingeladen. Hierunter die leiblichen Elternteile des besagten Nachwuchs, denn Jan und Sara haben bislang noch kein gemeinsames Kind in die Welt gesetzt. Ein Zustand, den insbesondere Sara gerne geändert wissen möchte. Doch eins nach dem anderen.  

Ein drohendes Unheil, welches sich nicht mehr abwenden lässt, als Jan beim Anblick der drei Weihnachtsgänse in der Küche von den Plänen seiner Frau erfährt, nimmt seinen katastrophalen Lauf. Nach und nach erscheinen die Verflossenen wie Relikte einer längst erfolgreich verdrängten Vergangenheit. Jan bleibt nichts anderes übrig, als gute Miene zum bösen Spiel zu zeigen. Sei es den Kindern, sei es seiner Frau oder sei es der Harmonie der Weihnachtszeit zuliebe. So lässt er all die kleinen Sticheleien und auch die größeren Gemeinheiten seiner Vorgänger mehr oder weniger gelassen über sich ergehen. Als jedoch Sara vor versammelter Festgemeinde verkündet, dass sie ein Kind der Liebe erwartet, wendet sich das Blatt. Die ach so frohe Kunde trifft ihren Gatten wie ein Schlag, denn Jan hatte sich unlängst und zwar heimlich sterilisieren lassen. Und da er auch an einem heiligen Tag wie den heutigen nicht an die unbefleckte Empfängnis zu glauben bereit ist, muss er stattdessen denjenigen ausfindig machen, der ihm dieses faule Ei ins Nest gelegt hat. Glücklicherweise befinden sich ausreichend Verdächtige in greifbarer Nähe. Eine schöne Bescherung!

Der neue Film von Regisseurin Vanessa Jopp („Vergiss Amerika“, „Engel und Joe“, „Komm näher“) ist alles andere als ein Weihnachtsfilm im klassischen Sinne. Wer also die Besinnlichkeit und die Harmonie sucht, die dieser Tage für gewöhnlich zelebriert wird, ist hier völlig fehl am Platze. Stattdessen wird dem Zuschauer der ganz normale Wahnsinn vorgeführt, der sich so oder so ähnlich in einer beliebigen Großfamilie zutragen könnte. Ein bissiger Geschlechterkampf, der sich in einer turbulenten Beziehungskomödie ausdrückt. Ein locker inszeniertes Filmvergnügen, das von Anfang bis Ende einfach nur Spaß bereitet. Das liegt zum einen an dem guten weil pointierten und durchaus intelligenten Drehbuch und zum anderen an dem guten weil durchweg überzeugenden Ensemble. Die wenigen Momente, in denen der Film in den Klamauk abzudriften droht, bleiben verzeihlich. Entscheidend ist, dass uns hier das viel zu seltene Geschenk einer guten Komödie gemacht wird, die uns in der teilweise ja auch recht deprimierenden Winterzeit ein Lächeln auf die Lippen zaubert. Ein Lächeln, welches teilweise zu einem breiten Grinsen wenn nicht gar zu einem schallendem Gelächter mutiert. Wahrlich eine schöne Bescherung!

Gary Rohweder

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Sara und Jan sind verheiratet und haben vier Kinder: Lieselotte, Richard, Johanna und Emilie. Richard ist Jans Sohn, die anderen drei sind Saras Kinder von drei verschiedenen Vätern.

Weihnachten. Das Fest der Liebe – auch für diese Patchwork-Familie. Das Besondere daran ist, dass dieses Mal Sara ohne Jans Wissen die Väter ihrer Kinder samt neuen Partnerinnen zum Fest eingeladen hat – und noch ein paar andere dazu. Heiligabend mit an die 15 Personen.

Jan versucht das Ganze noch zu stoppen, doch es ist zu spät: Schon stehen nacheinander alle vor der Tür.

Die Frauen sind in der Küche beschäftigt oder tuscheln miteinander, die Männer bereiten sich in der Sauna auf das vor, was dann den ganzen Abend folgt: auf das Essen, auf Reden, auf Sticheleien, auf Vermutungen, auf Gemeinheiten, auf Tränen, auf Überraschungen, auf den verunglückten Besuch des Weihnachtsmannes, auf das unerwartete Erscheinen der Nachbarn, auf sexuelle coming-outs.

Nicht zu glauben: Sara will unbedingt noch ein Kind. Doch Jan ist der Ansicht, vier Kinder seien genug.

Vanessa Jopp ist die Regisseurin. Sie hat all die vielen Vorkommnisse dieses Abends unter einen Hut gebracht. Unter einen lustigen Hut noch dazu. Denn der Film ist turbulent, sehr geschickt dramatisiert, originell dialogisiert und insgesamt witzig in seinen Einfällen. Eine Patchwork-Komödie, wie sie gehört und wie man sie in diesem Schlag-auf-Schlag-Rhythmus und dieser Kompaktheit eher selten antrifft. Gut gemacht!

Natürlich geht das nicht ohne glänzende Darsteller. Und die gibt es hier. Martina Gedeck ist eine Frau mit übergroßem Herzen, Heino Ferch ein teils verzweifelter, teils aber doch glücklicher Jan. Jasmin Tabatabei, Meret Becker und viele andere teilweise renommierte Schauspieler sind ebenfalls dabei.

Glänzende, überspitzte, sarkastische Patchwork-Heiligabend-Satire.

Thomas Engel