Mister Link – Ein fellig verrücktes Abenteuer

Sir Lionel Frost ist ein gestandener Abenteurer, der nach den sagenumwobenen Kreaturen dieser Welt sucht. Erst macht er Nessie ausfindig, dann geht es in den USA, um den Beweis anzutreten, dass der Sasquatch existiert. Der ist eigentlich ganz nett, kann reden und hat Sir Lionel selbst eingeladen. Weil er seine Hilfe benötigt. Der in Kombination aus Stop-Motion und Computeranimation gefertigte Film „Mister Link – Ein fellig verrücktes Abenteuer“ ist perfekte Unterhaltung für die ganze Familie.

Webseite: www.MisterLink-derFilm.de

Missing Link
USA 2019
Regie & Drehbuch: Chris Butler
Darsteller: Bastian Pastewka, Christoph-Maria Herbst, Collien Ulmen-Fernandes
Länge: 94 Minuten
Verleih: Studio Hamburg / Entertainment One Germany (eOne)
Kinostart: 30. Mai 2019

FILMKRITIK:

Sir Lionel Frost (Christoph Maria Herbst, im Original Hugh Jackman) möchte in einen exklusiven Club großer Abenteurer aufgenommen werden, doch ihn, den Jäger kryptozoologischer Kuriositäten, will man nicht aufnehmen. Also schließt er mit dem Vorsitzenden des Clubs eine Wette ab: Wenn es ihm gelingt, die Existenz des Sasquatch zu beweisen, wird er zum Clubmitglied. Sir Lionel reist in die USA und findet dort auch den Sasquatch. Ein armes, sprechendes Wesen, das den Engländer selbst eingeladen hat, weil es seine Hilfe braucht. Mister Link (Bastian Pastewka), wie Sir Lionel ihn tauft, ist der Letzte seiner Art und möchte gerne zu seinen entfernten Verwandten, den Yetis, in den Himalaya. Sir Lionel ist gewillt zu helfen, doch einige Schurken sind ihnen auf den Fersen, die die Mission unbedingt verhindern wollen.
 
Die neueste Laika-Produktion ist erst der sechste Stop-Motion-Film, der in einer Ratio von 2,35:1 produziert wurde. Gerade bei diesem Film lohnt sich das breitere Format aber, da er wie ein klassisches Abenteuer gestrickt ist und die Hauptfiguren vor exotischen Örtlichkeiten agieren lässt, die eine Wucht fürs Auge sind. Technisch betrachtet ist der Film praktisch perfekt, kombiniert er doch klassische Stop-Motion-Animation, die so sauber wie selten zuvor gestaltet ist, mit Computeranimation, so dass das Beste beider Welten in einer verbunden wird.
 
Nur von der Technik kann ein Film aber auch nicht leben, in allererster Linie kommt es auf die Geschichte an. Aber auch hier kann man punkten. Die Geschichte ist ausgesprochen schön ausgefallen, weil man es hier geschafft hat, ein Animationsabenteuer für alle Altersstufen zu bieten. „Mister Link – Ein fellig verrücktes Abenteuer“ hätte problemlos auch als Realfilm funktioniert, das liebevoll und teils überdrehte Design der Figuren trägt aber dazu bei, dem Film einen märchenhaften Charakter zu verleihen.
 
Die Geschichte ist dabei die eines waschechten Abenteuers, bietet aber auch reichlich Humor, der sich aus der Situation heraus ergibt – so etwa bei der anfänglichen „Jagd“ auf das Monster von Loch Ness – oder aus kulturellen Missverständnissen, da Mister Link vieles von dem, was Sir Lionel sagt, einfach wörtlich nimmt. Der Humor ist dabei breit aufgestellt, so dass er für jede Zuschauergruppe etwas zu bieten hat.
 
Auch das trägt zur Brillanz dieses flott erzählten Abenteuers bei, da er sein Publikum nie unterschätzt, aber immer auch Wege findet, die Geschichte für jeden spannend und unterhaltsam zu gestalten. Das Duo Sir Lionel und Mister Link ist dabei phänomenal und erinnert an Phileas Fogg und Passepartout aus Jules Vernes „In 80 Tagen um die Welt“. Anders als bei diesen darf man bei Frost und Link aber die berechtigte Hoffnung haben, dass ein weiteres Abenteuer kommt. Am Ende wird alles für ein Sequel vorbereitet, bei dem die zwei ungleichen Partner eine sagenumwobene Stadt suchen werden …
 
Peter Osteried