Molly Monster – der Kinofilm

Aus der Buch- und TV-Serie um die kleine Monsterin ist ein farbenfrohes Spektakel für die ganze Familie entstanden: Das Monstermädchen Molly wartet auf ein kleines Schwesterchen oder Brüderchen. Heimlich folgt sie Papa und Mama, die auf dem Weg zur Eierinsel sind, wo traditionell alle Monsterbabys auf die Welt kommen. Die ideenreiche Animation und eine detailfreudige Ausstattung begleiten Molly und ihren Freund Edison auf ihrer abenteuerlichen Reise. Im bekannten Monsterstil geht es sehr kindgerecht vor allem um Freundschaft und Familie. Ein hübscher Filmspaß, auch für Kinoanfänger!

Webseite: www.mollymonster-derkinofilm.de

Deutschland, Schweiz, Schweden 2016 – Animationsfilm
Regie: Ted Sieger, Michael Ekblad, Matthias Bruhn
Buch: John Chambers, nach einer Vorlage von Ted Sieger
Länge: 72 Minuten
Verleih: Wild Bunch Germany, Senator Film – Vertrieb: Central
Kinostart: 8. September 2016
 

FILMKRITIK:

In der Monsterwelt geht es normalerweise sehr gemütlich zu. Aber jetzt ist alles anders, denn Molly Monster soll Schwester werden – ein Ei ist unterwegs. Zu Mollys großer Enttäuschung machen sich ihre Eltern ganz allein auf den Weg zur Eierinsel, wo das Baby schlüpfen soll. Angeblich ist Molly zu klein, um mitzufahren. Weil die Eltern Mollys Geschenk für das neue Monsterkind vergessen haben, eine tatsächlich von Molly selbst „handgestrockene Mütze“ fürs Baby, hat Molly eine prima Ausrede, um ihren Aufpassern zu entkommen und gemeinsam mit ihrem Spielzeugfreund Edison den Eltern hinterherzufahren. Doch der Weg zur Eierinsel ist weit und mühsam, besonders für ein so junges Monster wie Molly. Edison erweist sich als nicht immer idealer Reisebegleiter. Glücklicherweise finden sich hier und da ein paar Helfer und Weggefährten, zum Beispiel die beiden Brüder Hick und Hack, die sich immer streiten müssen. Wie kaum anders zu erwarten, kann am Ende eine glückliche Familie gemeinsam feiern. Und Edison muss erkennen, dass er ganz grundlos eifersüchtig auf das neue Monsterkind war.
 
Wie in einem Road Movie üblich erleben die beiden Helden – das Aufziehtierchen Edison und das liebenswerte Monster Molly mit Stern auf der Brust, Pfeil am Schwanz und einer schwebenden Haarschleife über dem Kopf – eine Menge Abenteuer, die gerade so aufregend sind, dass auch wohl behütete Fünfjährige die milde Spannung genießen können. Zwischendurch gibt es eingängige Songs, die hübsch mit den knallbunten Bildern harmonieren. Auffällig gut gelungen ist die Synchronisation mit sorgsam ausgewählten, nicht allzu alltäglichen und vor allem nicht zu niedlichen Stimmen: Die wunderbar knarzige Sophie Rois spricht Molly, Gerrit Schmidt-Foß den Edison und Judy Winter die Mutter.
 
Auch wenn manches hier und da ein wenig bemüht kindgerecht wirkt, so ist doch der deutliche Wille erkennbar, einen unterhaltsamen, flotten Film schon für die ganz Kleinen zu präsentieren. Hier wird auf jeden Fall eine Menge geboten: kurze, leicht verständliche Episoden, die aneinandergereiht eine Story über Freundschaft und Familie bilden, dazu ein hoher Schauwert und viel Musik. Die Kinder haben ihren Spaß, und Erwachsene finden ebenfalls was zum Staunen: zum Beispiel Aufziehschlüssel an jedem möglichen und unmöglichen Gegenstand oder interessante Transportmittel. Aber natürlich steht hier eher die ganz junge Zielgruppe im Vordergrund, die bei der Weltpremiere auf der Berlinale 2016 (Sektion Generation Kplus) hoch zufrieden war. Insgesamt also angenehm leichte Kost und gute Unterhaltung für Kinder im besten Sandmännchenalter.
 
Gaby Sikorski