Mr. Magoriums Wunderladen

Der 243 Jahre alte Spielzeugerfinder und Ladenbesitzer Mr. Magorium will sein einzigartiges Lebenswerk an sein Lehrmädchen Molly Mahony abtreten. Leider fehlt ihr jegliche Magie, um in seine übergroßen Fußstapfen zu treten. Regisseur und Drehbuchautor Zach Helm („Stranger Than Fiction“) überzeugt mit seinem nur bedingt magischen Leinwanddebüt aufgrund der liebevollen Ausstattung und einem herrlich verspielten Dustin Hoffman.

Webseite: www.magorium.de

Originaltitel: Mr. Magorium’s Wonder Emporium
USA 2007
Regie: Zach Helm
Darsteller: Dustin Hoffman, Natalie Portman, Jason Bateman, Zachary Mills, Ted Ludzik, Marcia Bennett, Philippe Bergeron, Jonathan Potts, Rebecca Northan
94 Minuten
Verleih: Universum
Kinostart: 06.12.2007

PRESSESTIMMEN:

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FILMKRITIK:

Mr. Edward Magorium ist ein Liebhaber von Wundern und Spielzeug aller Art. Und das bereits seit wenigstens 114 Jahren. Solange betreibt der liebenswert-verrückte Spielzeugerfinder schon seinen Wunderladen und beschert seitdem Kindern aller Altersgruppen eine magische Freude. Bis zur Decke ist sein fantastisches Reich mit einer Vielfalt an vertrauten, wunderlichen und erstaunlichen Dingen angefüllt. Von fliegenden Autos, über tanzende Würfel bis hin zu einer Vielzahl an kuscheligen Freunden wird hier alles geboten. Tatkräftig unterstützt wird Mr. Magorium von seinem zuverlässigen Lehrmädchen Molly Mahony. Ein musikalisches Wunderkind, dass das zauberhafte Spielzeuggeschäft gekonnt managt. Wenngleich ihr, entgegen ihrem unterdessen 243 Jahre alten Arbeitgeber, die eigene innere Magie fehlt. Davon zumindest ist sie überzeugt.

 

Dementsprechend wenig begeistert ist Molly, als ihr skurriler wie exzentrischer Chef sein einzigartiges Lebenswerk an sie übergeben will. Angeblich sei seine Zeit gekommen und er wolle den Wunderladen nur ihr anvertrauen. Und damit hierbei alles seine rechte Ordnung hat, wird kurzerhand der Buchhalter Henry Weston engagiert, der sich zwar auf den Umgang mit Rechnungen und Belegen, weniger jedoch auf den mit der wundersamen Welt der Magie versteht. Erst die sich allmählich entwickelnde Freundschaft zu Molly und dem neunjährigen Eigenbrötler Eric, der nahezu seine ganze Freizeit im Spielzeugladen verbringt, lässt ihn die vorhandene Magie spüren. Ein wichtiger Schritt, denn nur gemeinsam und durch den Glauben an sich selbst gestärkt, können die Hinterbliebenen den Laden, der mit der „Abreise“ des Mr. Magorium zu verfallen droht, retten.

Regiedebütant Zach Helm hat jüngst durch sein Drehbuch zu „Stranger Than Fiction“ („Schräger als Fiktion“) auf sich aufmerksam gemacht. Ein Glücksfall für das Publikum wie auch für ihn, hat der damalige Nebendarsteller Dustin Hoffman doch nicht zuletzt aufgrund dieser ersten Zusammenarbeit die Titelrolle in Helms „Mr. Magoriums Wunderladen“ übernommen. Eine Fügung, die dem Film so manchen Pluspunkt beschert. Nicht vielen Schauspielern würde man eine Figur, die sich irgendwo zwischen Altersweisheit und ewiger Kindheit bewegt, ohne weiteres abnehmen. Dustin Hoffman gelingt diese Gradwanderung im wahrsten Sinne spielerisch. Dabei kommt es ihm zugute, dass man glücklicherweise darauf verzichtet hat, das hohe Alter seiner Rollenfigur durch den übermäßigen Einsatz von Make-Up zu betonen.

Eine kluge Entscheidung, die sich in der weiteren Umsetzung des Films fortsetzt. So basiert die durchgängige Magie nur minimal auf digitalen und pyrotechnischen Elementen. In der Folge ist die Kombination aus Realismus, Surrealismus und Nostalgie sehr geglückt, was insbesondere beim eigentlichen Hauptdarsteller des Films, dem Wunderladen, zum Ausdruck kommt. Überdies gelingt es dem Film leider nur bedingt, den Zuschauer in seine magische Welt zu entführen. Zu bemüht wirken teilweise die Versuche, eine zauberhafte Stimmung zu erzeugen. Zu teilnahmslos folgt man der vorhersehbaren Geschichte. Dabei reduziert sich „Mr. Magoriums Wunderladen“ nicht auf eine verspielte und leichte Seite. Gedanken über die Sterblichkeit und das Zurücklassen von Lieb gewonnen finden ebenso ihren Raum. Die optimistische Weltsicht siegt in einem Zeitalter des Zynismus. Wundervoll!

Gary Rohweder

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Versuch einer Geschichte, die von Phantasie, Magie, Zeitlosigkeit und lebensbejahender individueller Aufbruchstimmung handelt. Dass der Film sehr amerikanisch ist, springt sofort ins Auge.

Mr. Magorium besitzt einen Spielzeugladen, keinen üblichen allerdings. Denn die Spielsachen stehen nicht geordnet an ihrem Platz, sondern bewegen sich, wirbeln durch die Luft, glitzern. Magorium selbst ist auch alles andere als ein gewöhnlicher Mann. Aussehen tut er wie 65, in Wirklichkeit ist er schon 243 Jahre alt.

Molly Mahony, eine Pianistin, die aus Verdruss über mangelndes Talent ihre Kunst aufgegeben hat, fungiert als seine Assistentin. Henry ist der Buchhalter, der nach 114 Jahren die Papiere in Ordnung bringen, eine Bilanz erstellen und den Wert des Ladens ermitteln soll. Und dann gibt es da noch Eric, der zwar noch ein Kind ist, aber im Laden schon tatkräftig mithilft. Die vier sind es, die im Mittelpunkt der Geschichte stehen.

Magorium meint, dass es für ihn Zeit sei, Abschied zu nehmen. Die drei übrigen versuchen mit allen Mitteln, mit List und Tücke, aber auch mit schönen Stunden, ihn davon abzuhalten. Doch er lässt sich nicht beirren. Er wird die Erde verlassen.

Was aber geschieht, wenn Magoriums Zauber nicht mehr wirkt? Was ist mit dem Laden? Was mit dem rätselhaften Kubus, den Magorium Molly hinterlassen hat? Wie sieht die Zukunft aus?

Molly Mahony will den Spielzeugladen aufgeben. Denn seit Magoriums Abgang ist alles düster und grau geworden. Eric, der Hütesammler, der inzwischen Henrys Freund wurde, will das verhindern.

Und was ist mit Mollys Selbstbewusstsein? Mit dem Glauben an sich selbst (und nicht zuletzt an den magischen Kubus)? Vielleicht ist ein neues Leben, auch des Ladens, doch möglich. Denn, so heißt es, das Ende einer jeden Geschichte ist der Anfang einer neuen.

Wie gesagt ein reines Phantasieprodukt, ein Sammelsurium aus künstlerischer und künstlicher Erfindung, aus Zauberversuchen, aus unzähligen digitalen Effekten, aus einigen netten Ideen auch und aus der Moral von der Geschicht’, dass man nie aufgeben soll, weil sich dann auch das Glück des Tüchtigen einstellt.

Dustin Hoffman als Magorium ist immerhin dabei, wenn auch wahrlich nicht in seiner stärksten Rolle. Natalie Portman mimt apart wie immer die Molly; in tiefer gehenden Schichten spielt sich da aber nichts ab. Ein Familienfilm. Durchschnittliche Unterhaltung. 

Thomas Engel