My Big Fat Greek Wedding 2

Die amüsante Independent-Produktion „My big fat Greek Wedding“ avancierte in den USA zum Überraschungshit, der sensationelle fünf Millionen Dollar einspielte. Nun versuchen die Macher  an den phänomenalen Box-Office-Erfolg von einst anzuknüpfen. Das Kunststück gelingt auf jeden Fall für die Fans der impulsiven Portokalos-Großfamilie, der mit ihrer bunten Chaotik und den wunderbar, schrägen Charakteren die nächste Hochzeit ins Haus steht. Um kein Klischee verlegen liefert das charmante Sequel in klassischer Screwball-Manier erneut Situationskomik und beste Unterhaltung. Ein Sozialmärchen für die ganze Familie.

Webseite: www.facebook.com/Greek.Wedding.DE

USA  2015
Regie: Kirk Jones
Darsteller: Nia Vardalos, John Corbett, Michael Constantine, Lainie Kazan, Andrea Martin, Elena Kampouris, Gia Carides, Joey Fatone, Alex Wolff, Louis Mandylor, Bess Meisler,  Mark Margolis, Gerry Mendicino, Ian Gomez, Fiona Reid.
Drehbuch: Nia Vardalos
Länge: 100 Minuten
Verleih: Universal Picture Germany
Kinostart:  24. März 2016

FILMKRITIK:

„Es gibt zwei Arten von Menschen“, pflegt Gus Portokalos (Michael Constantine), Pater familias des griechisch-amerikanischen Clans aus Chicago, zu sagen. „Griechen und solche, die es gerne wären.“ Und so ist für ihn nach wie vor klar, dass alle Wörter eigentlich aus dem griechischen stammen und seine Enkelin Paris (Elena Kampouris) besser einen griechischen Jungen heiraten soll. Vor allem, da das bei seiner Tochter Toula (Nia Vardalos), die mit ihrem amerikanischen Iren Ian Miller (John Corbett) im Haus gleich nebenan wohnt,  ja nicht geklappt hat.
 
Bald jedoch hat der Patriarch, in seinem der Akropolis nachempfunden Domizil, noch ganz andere Sorgen. Der Pope hat seine Heiratsurkunde damals nicht unterschrieben. Somit lebt er in wilder Ehe. Das freilich beschert der ganzen Großfamilie die nächste griechische Hochzeit – inklusive Drama. Denn der sture Gus will seiner Maria (Lainie Kazan), einer gewitzten Matriarchin,  partout keinen neuen Antrag machen.  Gleichzeitig entdeckt seine bessere Hälfte die Freuden des späten Single-Daseins.
 
Toula dagegen kämpft mit ihrer Mutterrolle. Denn mit dem Gedanken, dass ihre Teenager-Tochter Paris nun flügge wird und bald in Florida, Texas oder New York aufs College geht, kann sie sich nicht anfreunden. Gleichzeitig kümmert sich das einstige Mauerblümchen nach wie vor selbstlos um den sich in alles einmischenden Familienclan. Doch ihre exzentrische Tante Voula (Andrea Martin) macht ihr klar, was sie wirklich braucht.  Und wenn dann noch Onkel Takis (Gerry Mendicino) aus Griechenland anreist, heißt es augenzwinkernd: „Auf die Drachme“.
 
Erneut gibt die warmherzige Chaostruppe der Großfamilie Portokalos das Tempo vor. Jeder von ihnen ein Meister der theatralischen Geste, impulsiv, laut und amüsant. Ein Haufen individueller Dickköpfe, die das Herz auf dem rechten Fleck haben. Auch wenn die Inszenierung der bunten Culture-Clash-Romantic-Comedy teilweise mehr dem typischen Sitcomstandard ähnelt, garantiert die witzige, generationenübergreifende  Darstellerriege samt trefflicher Situationskomik und bewährten Running Gags wieder espritvolle Unterhaltung.
 
Besonders Michael Constantine und Lainie Kazan überzeugen nach wie vor mit virtuoser Komik. Aber auch die junge Generation der griechischen Sippe liefert mit der 18jährigen Schauspielerin Elena Kampouris einen authentischen Auftritt. Im Mittelpunkt dieses augenzwinkernde Spiel mit platten Vorurteilen steht auch diesmal Drehbuchautorin und Hauptdarstellerin Nia Vardalos. „Es ist wie ein warmes Bad für mich, wenn die Leute lachen“, verrät der einstige Shootingstar. „Das genieße ich noch mehr als Essen“. Ihre turbulente Hochzeitsfarce Nummer zwei verbreitet auf jeden Fall gute Laune und macht gleichzeitig Lust auf  Gyros, Ouzo und Sirtaki.
 
Luitgard Koch