Nix wie weg vom Planeten Erde

Wie mögen wohl außerirdische Wesen unsere Erde betrachten, vor allem die merkwürdigen Wesen, die sich auf ihr bewegen? Dass ist die Ausgangsidee, die Callan Brunker in dem Animationsfilm „Nix wie weg – Vom Planeten Erde“ zu einer hübschen, sehr familienfreundlichen Komödie ausreizt, die inhaltlich kindgerecht ist und für die begleitenden Erwachsenen viele hübsche Gags bereithält.

Webseite: www.nixwieweg-film.de

OT: Escape From Planet Earth
USA 2013
Regie: Callan Brunker
Buch: Callan Brunker & Bob Barlen, Tony Leech, Cory Edwards
Länge: 89 Minuten
Verleih: Sony
Kinostart: 29. Mai 2014

FILMKRITIK:

Scorch Supernova ist der Held seines Heimatplaneten Baab. Wann immer es ein Problem zu lösen gibt, macht er sich voller Elan an die Aufgabe und rettet den Tag – nicht zuletzt dank zuletzt seines kleinen (aber älteren) Bruders Gary, der zu Hause in der Kommandozentrale sitzt und vor allem eins ist: vorsichtig. Ganz im Gegensatz zu Scorch, der Feuer und Flamme ist, als ein Notruf vom dunklen Planeten eine Rettungsmission erfordert. Auf diesem dunklen Planeten lebten einst intelligente Wesen, man nannte sie Dinosaurier, doch inzwischen ist das Niveau deutlich zurückgegangen. Vor allem aber ist dieser dunkle Planet (auch bekannt als Erde) ein schwarzes Loch für Aliens aller Art: Immer wieder sind fremde Wesen dort gelandet und spurlos verschwunden.

Und so geht es auch Scorch, der irgendwo im amerikanischen New Mexiko landet, vom grellen Licht eines 7/11-Supermarktes angezogen wird – und bald in der sagenumwobenen Area 51 landet. Die wird vom radikalen General Shanker beherrscht, der nur ein Ziel hat: Die Herrschaft über das Universum. Zu diesem Zweck hat er im Lauf der Jahre immer wieder Aliens entführt und lässt sie nun für sich arbeiten. Ziel der Forschung: Eine gigantische Laserwaffe, mit der er sämtliche fremden – also gefährlichen – Planeten des Universums auslöschen kann. Doch Shanker hat die Rechnung ohne Gary gemacht, der sich kurz entschlossen auf eine Rettungsmission begibt, um seinen Bruder zu befreien, das Universum zu retten und gleichzeitig sich selbst und seiner Familie zu beweisen, dass er mehr kann, als nur Knöpfchen an einem Computer zu drücken.

Im Ansatz ganz einfach, in der Umsetzung sehr originell. Die Umkehr des Blicks auf das Fremde, die satirische Darstellung der menschlichen Eigenheiten durch eine außerirdische Perspektive ist ausgesprochen pointiert. Zumal es Regisseur und Co-Autor Callan Brunker und seinen Mitstreitern gelingt, eine einfache, kindgerechte Geschichte voller bunter Kreaturen und poppiger Bilder mit treffenden Gags zu kombinieren, die mit Mythen und Klischees über Aliens spielen.

Besonders wie die legendäre „Area 51“ parodiert wird, in der die amerikanische Regierung Gerüchten bzw. Verschwörungstheorien zu Folge seit Jahrzehnten Aliens versteckt und untersucht, ist sehenswert. Zumal mit dem erzkonservativen General Shanker (in der Originalversion gesprochen von William Shatner) auch die Xenophobie des Kalten Krieges weitergeführt und gleich auf alles Fremde erweitert wird.

Solche Passagen werden für die eigentliche Zielgruppe kleinerer Kinder zwar unverständlich bleiben, doch angesichts zahlreicher abenteuerlicher Momente, lustiger Alien-Figuren und den sympathischen, mit ihrer blauen Farbe entfernt an Schlümpfe erinnernden Wesen vom Planeten Baab hat „Nix wie weg – Vom Planeten Erde“ genügend Schauwerte zu bieten, um als unterhaltsamer Animationsfilm für die ganze Familie zu funktionieren.
 
Michael Meyns