Noise and Resistance

Von den modernen Musikformen wie Pop, Rock, Rap ist Punk die härteste. Darum geht es in diesem Film.

Webseite: www.noise-resistance.de

Deutschland 2011
Regie: Julia Ostertag, Francesca Araiza Andrade
Mitwirkende: Active Distribution, Antimaster, CRASS, Disfear, Fall of Efrafa, La Casa Fantom, Personangrepp, PolitZek
Freigegeben ab 12 Jahren
O.m.d.U.
Länge: 91 Min.
Verleih: Neue Visionen
Start: 16.6.2011

PRESSESTIMMEN:



FILMKRITIK:

Die beiden Regisseurinnen Franny Araiza und Julia Ostertag bereisten die halbe Welt, um mit Punk-Bands zu diskutieren, ihre Botschaften zu übermitteln, ihr Musik zu Gehör zu bringen.

Entstanden war mit Punk etwa in den 70er Jahren eine musikalische Widerstandsbewegung, die nunmehr fast weltweit vernetzt ist. Die hier geschilderten Punker sind gleichzeitig Idealisten und Extremisten. Sie sind mit den herrschenden kapitalistischen und hierarchischen Gesellschaftssystemen nicht einverstanden und wollen dies mit ihrer Musik verkünden. Sie kämpfen im Idealfall nur um zu überzeugen – notfalls allerdings auch mit Häuserbesetzungen oder Revolution.

Von Bands in England, Schweden, Mexiko, Russland, Deutschland, Spanien usw. ist die Rede.

Die Punker wollen frei sein. Die Aktivisten verlangen totale Unabhängigkeit. Sie dulden keinerlei Bindung. „Do it Yourself“ ist die Losung.

Sie sind „populäre Anarchisten“, die gegen Deportationen auftreten, gegen die Atomkraft, gegen „kapitalistische Affen“, gegen falsche Bauvorhaben, gegen strenge Heteronormen, gegen „ein paar Arschlöcher, die die Welt zerstören“, gegen Lohnsklaverei, gegen „beschissene Kriege“, gegen „schmutziges Geld“, gegen den Neonazismus, gegen Unterdrückung durch die Macht.

Sie treten ein für den Feminismus, für das Vegetarische, für die Natur, für das Selbstgeschaffene, für die „positive Aggression“, für Flüchtlinge.

An der englischen Gruppe „Crass“ wird historisch sehr gut demonstriert (Zeitzeugen), wie die Punkbewegung entstand und welche Bedeutung sie heute hat.

Spezielles Augenmerk wird auf in dieser Beziehung besonders miserable Zustände im heutigen Russland gerichtet.

„Keiner ist illegal“ oder „Ohne Narben kommt ihr nicht davon“, so lauten die Parolen.

A propos illegal. Manches, was die Punker treiben, dürfte sehr wohl illegal sein.

Aber sie sind „wütende“, hoffnungsfrohe, radikale, aktive, idealistische Anarchisten, die wie so viele die Welt verändern wollen.

Der Dokumentarfilm gibt einen soliden Überblick über die relativ kleine aber durchaus existenzberechtigte Szene. Ihr Kampf gegen die Missstände ist richtig! Ihr Kampf gegen die Missstände ist auch alles andere als überflüssig.

Die Regisseurinnen haben viel Gutes zusammengetragen und exzellent montiert.

Thomas Engel