Pettersson und Findus – Das schönste Weihnachten überhaupt

Nicht nur nordische Krimis, auch nordische Kinderbücher sind in Deutschland beliebt und so kommt zwei Jahren nach dem ersten deutschen "Pettersson und Findus"-Film nun die Fortsetzung ins Kino. Diesmal schlüpft Stefan Kurt in die Rolle des bärbeißigen Pettersson, dem der computeranimierte Kater Findus zur Seite steht. Etwas gewöhnungsbedürftig ist die Mischung aus Real- und Animationsfilm zwar immer noch, doch am Ende entfaltet "Das schönste Weihnachten überhaupt" besinnliche Festtagsstimmung.

Webseite: www.Pettersson-und-Findus-Weihnachten.de

Deutschland 2016,
Regie: Ali Samadi Ahadi
Buch: Thomas Springer, nach den Kinderbüchern von Sven Nordqvist
Darsteller: Stefan Kurt, Marianne Sägebrecht, Max Herbrechter
Länge: 82 Minuten
Verleih: Senator
Kinostart: 3. November 2016

FILMKRITIK:

Zwei Tage sind es noch bis Weihnachten, doch im kleinen Häuschen von Pettersson und Findus herrscht so gar keine Weihnachtsstimmung. Ein Schneesturm hat unsere beiden Helden eingesperrt, das Essen wird langsam knapp und an einen Weihnachtsbaum ist schon gar nicht zu denken. Während Pettersson (Stefan Kurt) so tut, als würde ihn das ganze Getue um das Fest der Liebe ohnehin nerven, freut sich Findus wie verrückt auf das Fest.
 
Am nächsten Tag erlaubt das Wetter einen Ausflug, doch bevor man im Dorf die nötigen Weihnachtszutaten besorgt hat, verletzt sich Pettersson am Bein. Weihnachten scheint ins Wasser zu fallen, zumal Pettersson auch die angebotene Hilfe seine Nachbarn Gustavsson (Max Herbrechter) und Beda Andersson (Marianne Sägebrecht) ausschlägt. Stattdessen hinterlassen Pettersson und Findus in einer Höhle einen Wunschzettel an den Weihnachtsmann, der ihnen das schönste Weihnachten aller Zeiten bescheren soll.
 
Doch während Findus des Nachts von einem schmucken Baum und Unmengen Schokoladenpudding träumt, ahnt Pettersson, dass er den Kater enttäuschen wird und wird von Alpträumen geplagt. Am Weihnachtsmorgen ist die Höhle zwar eingestürzt, doch der Weihnachtsmann lässt auf sich warten. Doch statt zu verzagen, beginnen Pettersson und Findus zu improvisieren und schließlich sind da ja auch noch die hilfsbereiten Nachbarn.
 
So beliebt sind in Deutschland die seit Anfang der 80er Jahre veröffentlichten Geschichten des schwedischen Autors Sven Nordqvist, dass vor zwei Jahren die erste heimische Verfilmung ins Kino kam. "Pettersson & Findus – Kleiner Quälgeist, große Freundschaft" war mit einem Budget vom über acht Millionen Euro extrem teuer, konnte technisch jedoch dennoch nur bedingt mit Animationsfilmen aus Hollywood oder Japan mithalten. Reichlich künstlich wirkte der ganz im Computer entstandene Kater Findus, der in reale Sets eingefügt wurde und sich mit dem von Ulrich Noethen gespielten Pettersson kabbelte. Den spielt diesmal Stefan Kurt, das Problem der holprigen Animation bleibt bestehen.
 
Da "Pettersson und Findus – Das schönste Weihnachten überhaupt" jedoch durch und durch ein Kinderfilm ist, eine schlichte, schöne Geschichte erzählt, die am Ende sanft moralische, aber auch besinnliche Töne anschlägt, passt auch dieser oft etwas krude Stil. Künstlich wirken die Bilder ohnehin, Hütte, See und Landschaft sind offensichtliche Studiokulissen, das Budget war dieses Mal wohl deutlich geringer, was das Vergnügen aber nicht schmälert.
 
Gerade zum Ende, wenn die drohende Katastrophe des gescheiterten Weihnachtsfestes doch noch abgewendet wird, sich auch bei Findus die Erkenntnis durchsetzt, dass man mit Phantasie und Vorstellungskraft auch ohne "richtigen" Weihnachtsbaum, richtige Weihnachten feiern kann, entfaltet Ali Samadi Ahadis Film besinnliche Festtagsstimmung.
 
Michael Meyns