Shana – The Wolf’s Music

Ausschließlich mit indianischen Laiendarstellern ist das spirituell angehauchte Familien-Drama "Shana – The Wolf's Music" besetzt. In der auf einem beliebten Kinderbuch von Federica de Cesco beruhenden Geschichte begibt sich ein Indianermädchen auf die Suche nach ihrer geliebten Wolfskopf-Geige. Zur Seite steht ihr dabei ein weißer Wolf, der ihr auf ihrer Reise immer wieder  begegnet. "Shana" ist eine mit wunderschönen Landschaftsbildern und einem atmosphärischen Soundtrack ausgestatteter Film, der ganz auf die mystischen, übernatürlichen Elemente seiner Geschichte baut.

Webseite: www.shanafilm.com

Kanada, Schweiz 2014
Regie: Nino Jacusso
Drehbuch: Nino Jacusso
Darsteller: Sunshine O'Donovan, Delilah Dick, Alan Aspinall, Marcel Shackelly
Länge: 100 Minuten
Verleih: One Filmverleih
Kinostart: 23. April 2015
 

Pressestimmen/Auszeichnungen:

"Mit seinen wunderschönen Bildern und seiner ruhigen atmosphärischen Stimmung entführt der Film die Zuschauer in eine Welt voller Mystik und natürlicher Schönheit. Die mitreißende Musik führt auch ungeübte Ohren in die Klänge der Indianerstämme ein und bietet nicht nur damit einen wichtigen und informativen Einblick in diese so fremde Welt. Mit seiner fesselnden und bewegenden Coming-of-age Geschichte und seinen lebensbejahender Botschaft bietet SHANA – THE WOLF’S MUSIC fesselnde Unterhaltung, die nicht nur jugendliche Kinogänger begeistern wird. – Prädikat besonders wertvoll."
FBW

FILMKRITIK:

Shana (Sunshine O`Donovan) ist ein aufgewecktes junges Mädchen, das alleine mit ihrem Vater (Marcel Shackely) in einem kleinen Indianerdorf in Kanada lebt. Eigentlich gab es für sie nichts schöneres, als auf ihrer Violine zu spielen, doch seitdem die Mutter die Familie verließ, hat Shana auch daran ihre Freude verloren. Wenn sie das Instrument dann doch einmal auspackt, wird sie stets von einem geheimnisvollen, weißen Wolf beobachtet. Die einzige Person, die an Shanas Talent glaubt ist ihre Lehrerin, die das Mädchen an der Musikschule von Vancouver anmeldet. Kurz vor der alles entscheidenden Aufnahmeprüfung trifft ihr immer mehr dem Alkohol verfallener Vater jedoch die fatale Entscheidung, Shanas uralte Geige zu verkaufen. Da Shana das Instrument unbedingt zurück haben will, begibt sie sich auf eine abenteuerliche Reise. Auf der Suche nach dem Instrument begegnet Shana dem weißen Wolf.

"Shana – The Wolf's Music" ist der neue Film des italienisch-schweizerischen Regisseurs Nino Jacusso, der sich das gleichnamige Kinderbuch der Autorin Federica de Cesco zur Vorlage nahm. Jacusso vereint in seinem neuesten Werk Elemente eines Familien-Dramas, Abenteuerfilms und einer Coming-of-Age-Erzählung und legte beim Dreh größten Wert auf Authentizität. Dies zeigt sich vor allem bei der Besetzung und den Schauplätzen: zum Einsatz kamen ausschließlich Laien-Darsteller und Angehörige des Indianerstamms der Scw'exmx, die Jacusso an Originalschauplätzen in British Columbia als Darsteller einsetzte.

Dies macht einen wesentlichen Anteil des wahrhaftigen Realismus, der sich durch den gesamten Film zieht, aus. Die Laien-Darsteller präsentieren sich vor der Kamera ausgesprochen sicher und glaubwürdig, sie füllen ihre Rollen mit einer gelungenen Mischung aus Zurückhaltung und Spielfreude. Eine echte Entdeckung ist die junge Sunshine O`Donovan die der emotionalen, künstlerisch hoch begabten Hauptfigur Shana mit einem hohen Maß an Sensibilität Leben einhaucht.

Jacusso versteht es, die Geschichte des Films ruhig und getragen zu erzählen, immer wieder greift er dabei auf lange Einstellungen zurück und verzichtet auf allzu viele Schnitte, die er jederzeit mit Bedacht und Sorgfalt einsetzt. Ein großer Reiz des Films besteht neben dem sphärisch anmutenden Soundtrack des 28-jährigen Komponisten und Pianisten Roman Lerch zudem in den prachtvollen Landschafts- und Naturaufnahmen. Die Drehorte im kanadischen British Columbia sind vielseitig und geprägt von ihrer abwechslungsreichen Mischung aus gewaltigen Bergketten sowie unzähligen Seen und Flüssen. In anmutigen Bildern fängt Jacusso die betörende Pracht der Umgebung ein, so auch die langen Pazifikküsten der Region oder die riesigen Sumpflandschaften.

"Shana – The Wolf's Music" ist aber auch ein Film, der ganz auf die Spiritualität und Mystik seiner Geschichte und seiner Figuren baut. Jacusso verzichtet daher auch nicht auf die etlichen Traumsequenzen des Buches, die er ab und an ein wenig zu pathetisch darstellt und allzu sehr ins Metaphysische abdriften lässt, etwa dann, wenn Shana der Geist ihrer Mutter erscheint, um der Tochter aus einer Art Parallelwelt zur Seite zu stehen. Wer sich an diesen übersinnlichen Elementen nicht stört, erlebt mit "Shana" ein sehenswertes, sinnliches Coming-of-Age-Drama.

Björn Schneider