Tabaluga – Der Film

Erstaunlich lange hat es gedauert bis aus dem multimedial erfolgreichen, von Peter Maffay erdachten Drachen Tabaluga nun auch ein Kinofilm geworden ist. Unter der Regie von Sven Unterwaldt erlebt der kleine, elternlose Drache Tabaluga ein aufregendes Abenteuer, bei dem er mit Hilfe der Eisprinzessin Lilli Grün- und Eisland zusammenbringt.

Webseite: www.tabaluga-film.de

Animationsfilm
Deutschland 2018
Regie: Sven Unwaldt
Buch: Gerrit Hermans, Marco Petry, Hortense Ullrich, Toby Genkel
Länge: 85 Minuten
Verleih: SONY
Kinostart: 6. Dezember 2018

FILMKRITIK:

Als Waisenkind oder genauer gesagt als Waisendrache ist Tabaluga in Grünland aufgewachsen, behütet vom Drachen Kolk, der sich redliche Mühe gibt, Tabaluga zu erziehen. Soweit ist ihm das auch ganz gut gelungen, allein dass er nicht fliegen kann und vor allem kein Feuer spucken kann, macht Tabaluga zu schaffen. Denn ohne diese Fähigkeiten ist man doch nur ein halber Drache.
 
Als Tabaluga auf einem Hinkelstein eine von Moos überwachsene Botschaft seiner Mutter findet, die ins benachbarte Eisland weist, macht er sich zusammen mit seinem besten Freund,
dem Marienkäfer Bully auf die Reise. Furchtlos stürzen sie sich in den grauen Nebel, der die beiden Länder trennt und findet sich bald im eisigen Eisland wieder. Eigentlich hatte man ihnen beigebracht, dass dort furchterregende Wesen hausen, doch der tollpatschige Eisbär Limbo und vor allem die hinreißende Eisprinzessin Lilli lassen sie schnell erkennen, dass auch die Eisländer nette Personen sind.
 
Fast alle, denn beherrscht werden sie vom finsteren Schneemann Arktos (Heinz Hoenig), der die ganze Welt regieren will und dazu alle Drachen töten will. So hat er es auch auf Tabaluga abgesehen, der noch nicht erkannt hat, zu was er alles fähig ist.
 
Schon 1983 erfanden der Rocksänger Peter Maffay, sein langjähriger Texter Gregor Rottschalk und der für seine Kinderlieder bekannte Rolf Zuckowski den Drachen Tabaluga, der Hauptfigur eines Konzeptalbums war. Erstaunlicherweise entwickelte sich die Platte zur erfolgreichsten von Maffays Karriere und so folgten im Lauf der Jahre diverse Fortsetzungen und eine Verwertung der Tabaluga-Figur in fast allen erdenklichen Medien. Als Bühnenproduktion wurde Tabaluga aufgeführt, Plüschtiere erfreuten Kinder ebenso wie eine Zeichentrickserie, doch erst jetzt findet der Stoff den Weg ins Kino.
 
Regie führt der Komödien-erfahrene Sven Unterwaldt, der mit diversen Otto-Filmen wie „7 Zwerge – Männer allein im Wald“ oder „Otto's Eleven“ große Erfolge feierte und sich zuletzt mit „Hilfe, ich habe meine Lehrerin geschrumpft“ auch dem Kinderfilm zuwandte. Mit „Tabaluga – Der Film“ inszeniert er nun einen Animationsfilm, der es technisch nicht mit amerikanischen Konkurrenten aufnehmen kann. Bunt und grell ist die Welt von Grünland zwar, doch eher rustikal animiert, weder Gräser noch das Fell der vielen Tiere bewegt sich und erinnert in seiner Statik eher an Animationen moderner Computerspiele.
 
Ebenso schlicht entwickelt sich die Handlung, die von Freundschaft und Zusammenhalt erzählt und eine kindgerechte Moral vermittelt. Zusammengehalten wird das von zahlreichen Songs, manchen alten, die teils auch von Peter Maffay gesungen werden, manchen neuen, gesungen von Yvonne Catterfeld, die auch die Rolle der Lilli spricht. Neben ihr sind Michael „Bully“ Herbig, Rick Kavanian und Heinz Hoenig zu hören, die den kindgerechten Film zu einem professionellen, wenn auf nicht unbedingt überraschendem Erlebnis machen.
 
Michael Meyns