The Choice – Bis zum letzten Tag

Bestsellerautor Nicholas Sparks liefert einmal mehr die Vorlage für eine anrührende Romanze. Diesmal stand sein Bruder Micah Pate für seine Hauptfigur Travis, der feststellt, dass sein unbeschwertes Junggesellenleben nicht die Erfüllung ist. Benjamin Walker („Im Herzen der See“) verkörpert den charmanten Filou sympathisch. Und Teresa Palmer („Warm Bodies“, „Knight of Cups“) lockt als selbstbewusste Medizinstudentin Gabby den Frauenheld furios aus der Reserve. Natürlich spielt auch diese dramatische Lovestory schamlos mit den klassischen Zutaten. Doch Regisseur Ross Katz stimmige Inszenierung schafft  es trotzdem, halbwegs ohne kitschige Entgleisungen Gefühle zu wecken.

Webseite: www.wildbunch-germany.de

USA 2015
Regie: Ross Katz
Drehbuch: Bryan Sipe
Kamera: Alar Kivilo
Darsteller: Teresa Palmer, Benjamin Walker, Maggie Grace, Tom Welling, Tom Wilkinson, Alexandra Daddario, Noree Victoria, Anna Enger, Wilbur Fitzgerald, Callan White, Jesse C. Boyd, Dianne Sellers, Brett Rice.
Länge: 111 Minuten
Verleih: Wild Bunch
Kinostart: 10.03.2016
 

FILMKRITIK:

Nicholas Sparks hat ein Imperium aufgebaut, das unter Schriftstellern seinesgleichen sucht. Elf seiner inzwischen siebzehn Romane wurden verfilmt. Die Hollywood-Adaptionen des 49jährigen haben international mehr als 660 Millionen Dollar eingespielt. Der Sohn eines Wirtschaftsprofessors bewegt sich dabei immer diesseits von kitschigen Schmachtfetzen. Geschickt variieren seine Romanzen das Motiv der Erlösung durch Liebe. In schwelgenden Bildern überwinden seine Protagonisten am Ende meist alle Schrecken.

„Man muss aus etwas schöpfen“, sagt der unermüdliche Bestsellerautor, „Menschen, die man kennt, Dinge, die man erlebt hat, eigene Erfahrungen“. Diesmal stand sein Bruder Micah Pate für seinen Helden, der nach und nach feststellt, dass sein unbeschwertes Junggesellenleben nicht die Erfüllung ist. An die große Liebe glaubt der charmante Frauenheld Travis Parker (Benjamin Walker) keine Sekunde. Der junge Tierarzt ist mit seinen Affären ganz zufrieden. Tiefe Gefühle haben in seinem Leben keinen Platz. Das ändert sich freilich, als im Strandhaus direkt daneben die patente Medizinstudentin Gabby Holland (Teresa Palmer) einzieht.

Seine bildhübsche Nachbarin ist auf den Womanizer jedoch überhaupt nicht gut zu sprechen. Grund: Ihre Collie-Hündin Molly ist trächtig. Schuld an dem Desaster kann in ihren Augen nur der Rüde dieses unseriösen Filous sein. Nach einem stressigen Tag platzt ihr der Kragen. Frustriert stapft sie deshalb in seinen Garten und macht dem smarten Sonnyboy eine Szene, die sich gewaschen hat. Der gibt ihr nur trocken den Tipp, zum ortsansässigen Tierarzt zu gehen. Am nächsten Tag jedoch traut sie ihren Augen kaum. Völlig verdattert steht sie in der Tierarztpraxis seines Vaters (Tom Wilkinson) Travis im weißen Arztkittel gegenüber.

Der erklärt ihr nun seelenruhig, dass sein Hund schon vor einigen Jahren kastriert wurde. Sympathischer wird er Gabby dadurch zunächst nicht. Zudem ist die selbstbewusste Blondine bereits in festen Händen. Auch, wenn ihr Verlobter Ryan (Tom Welling), Arzt und Sohn reicher Eltern, sie immer öfter allein lässt. Nichts desto trotz fängt Travis allmählich Feuer. Für den eingefleischten Junggesellen steht immer mehr fest, dass er die Liebe seines Lebens gefunden hat. Dafür ist er auch bereit zu kämpfen. Beide ahnen aber nicht, dass die größte Herausforderung ihnen noch bevor steht.

Natürlich spielt auch diese bitter-süße Lovestory schamlos mit den klassischen Zutaten. Doch Regisseur Ross Katz stimmige Inszenierung schafft  es trotzdem, ohne kitschige Entgleisungen, Gefühle zu wecken. Denn wie so oft bei Nicholas Sparks Vorlagen sorgt ein schwerer Schicksalsschlag für einen unerwartet tragischen Twist. Erneut ist North Carolina mit seinem Südstaatencharme Schauplatz dieser herzerwärmenden Geschichte. Außerdem verleiht der erfrischende Auftritt der australischen Schauspielerin Teresa Palmer der Story das gewisse Etwas. Und auch Benjamin Walker, der schon als Action-Star und junger Liam Neeson gehandelt wurde, gibt überzeugend den geläuterten Beau.

Luitgard Koch