Tinkerbell und die Legende vom Nimmerbiest

Im dritten Kinoabenteuer der niedlichen Fee Tinkerbell aus dem Hause Disney bekommen es die Feen-Freundinnen mit einem riesigen, aber liebenswürdigen Wesen zu tun, dem Nimmerbiest. Mehr denn je ist das Franchise um die beliebte Fee aus dem Peter-Pan-Universum hier auf die Zielgruppe der weiblichen und besonders jungen Zuschauer zugeschnitten. "Tinkerbell und die Legende vom Nimmerbiest" ist zwar nicht ganz frei von klebrig-süßem Kitsch, am Ende steht dennoch ein zu jeder Zeit sympathischer und visuell bestechend umgesetzter Animationsfilm mit wichtiger, universeller Botschaft.

Webseite: www.disney.de

USA 2014
Regie: Steve Loter
Drehbuch: Robert Schooley, Tom Rogers, Kate Kondell, Mark McCorkle
Länge: 76 Minuten
Verleih: Walt Disney
Kinostart: 30. April 2015

 

FILMKRITIK:

Eines Morgens wird das Tal der Feen von einem grünen Feuerball am Himmel erleuchtet. Die Bewohner wissen zunächst nicht, was es damit auf sich hat und als kurze Zeit später auch noch ein lautes Gebrüll zu hören ist, ist die Verwirrung groß. Tierfee Emily (Stimme: Shandra Schadt) will der Sache nachgehen und macht sich auf in den Wald. Dort stößt sie bald auf ein geheimnisvolles Wesen mit smaragdgrünen Augen: das Nimmerbiest. Die Wächterfeen sehen in der riesigen Kreatur eine Gefahr für ihre Heimat und planen, sie zu fangen. Doch das kommt für Tierfreundin Emily nicht in Frage. Gemeinsam mit einigen anderen Tierfeen versucht sie, das Wesen rechtzeitig in Sicherheit zu bringen. 

"Tinkerbell und die Legende vom Nimmerbiest" ist bereits der dritte Film um die niedliche gute Fee aus dem Peter-Pan-Universum, der es ins Kino schafft. Zuvor erschienen bereits drei Direct-to-DVD-Produktionen. Ihren ersten Auftritt auf der Leinwand hatte Tinkerbell 1953 in der legendären Disney-Verfilmung von "Peter Pan". Wie schon die Vorgängerfilme um die in Deutschland auch als Glöckchen bekannte Fee, ist auch das neueste Abenteuer wieder ein herzerwärmender Film für Kinder ab drei Jahren geworden.

Rein optisch kann der Film die hohe visuelle Qualität vor allem des Vorgängerwerks "Tinkerbell und die Piratenfee" halten. Die Welt der Feen erscheint erneut als kunterbunter, bis ins kleinste Detail liebevoll ausgestalteter Mikrokosmos voller liebenswürdiger Wesen und schillernd-leuchtender Farben. Die 3D-Effekte kommen auf der großen Leinwand vor allem in den wenigen rasanten Szenen gut zur Geltung, auch wenn Action und Spannung wie schon in den bisherigen Tinkerbell-Filmen hier freilich nicht im Zentrum stehen. Vielmehr rückt der Film auf sympathische Art Themen wie "Tierliebe", "Freundschaft" und "Toleranz" auch (und vor allem) Fremdem gegenüber in den Mittelpunkt.

Das mag mitunter ein wenig süßlich und rührselig daherkommen, für die Zielgruppe der Kinder ab drei Jahren eignet sich der Film aber dennoch bestens: die einfache Handlung,  der klare Spannungsaufbau und die farbliche Ausgestaltung machen den Film zielgruppenkompatibel. Darüber hinaus verfügt er mit dem "Nimmerbiest" über ein herrlich abseitiges, charmantes Wesen, das wie eine Mischung aus der Grinsekatze aus "Alice im Wunderland" und dem Glücksdrachen Fuchur erscheint. Und: Auch wenn der Film klar auf das weibliche Publikum zugeschnitten ist, vermittelt er doch eine ganz universelle, zentrale Botschaft, die kein Alter und kein Geschlecht kennt:  Nicht alles, was zunächst bösartig und befremdlich anmutet, ist es auch. Zu oft lassen wir uns von dem Gefühl der Angst täuschen und blenden.

Ein Rätsel bleibt am Ende des Films aber dennoch ungelöst: Wieso der Film nicht "Emily und die Legende vom  Nimmerbiest" heißt, bleibt das Geheimnis der Macher, da die titelgebende Figur Tinkerbell hier praktisch keine Rolle spielt und lediglich vereinzelt als Stichwortgeber auftritt. 

Björn Schneider