7 oder warum ich auf der Welt bin

Kinder, wie sie die Welt sehen – das ist der Ansatz des Dokumentarfilms von Antje Starost und Hans Helmut Grotjahn. Sieben Kinder zwischen sieben und 13 Jahren aus Deutschland, Ecuador, Frankreich und Griechenland lässt der Film erzählen, über ihre Leben, ihre Vorstellungen von der Welt und allerlei anderes. Bisweilen ist das pointiert und originell, oft aber auch unzusammenhängend und unfokussiert.

Webseite: www.7oderwarumichaufderweltbin-derfilm.de

Deutschland 2009 – Dokumentation
Regie: Antje Starost, Hans Helmut Grotjahn
Drehbuch: Antje Starost, Hans Helmut Grotjahn
Länge: 87 Min.
Verleih: Starost Filmverleih
Kinostart: 25. November 2010
 

PRESSESTIMMEN:

Herzerfrischend und –erweichend.
zitty Berlin

Authentisch und phantasievoll, mit einem Witz wie er nur Kindern eigen ist.
filmecho/filmwoche

Ebenso verspielte wie philosophisch angehauchte Dokumentation.
Blickpunkt Film

Auch visuell ein überzeugender Film, der vom Elan und Witz seiner Protagonisten lebt.
Filmdienst

Der Film ist ein Geschenk, das den Blick weitet und das Herz öffnet.
Berliner Zeitung

FILMKRITIK:

Schon nach wenigen Minuten weiß man es zu schätzen, dass „7 oder Warum ich auf der Welt bin“ einen so umständlichen Titel trägt. Denn ohne ihn würde man sich bald zu fragen beginnen, worum es denn hier eigentlich geht. Aus dem Film selbst, aus den Interviewschnipseln mit sieben jungen Kindern, erschließt sich nicht wirklich, was die Regisseure Antje Starost und Hans Helmut Grotjahn mit ihrem Film versuchen. Nun darf man natürlich nicht erwarten, dass 7-bis 13jährige überlegte, komplexe Aussagen über den Sinn des Lebens von sich geben können. So lassen die Regisseure sie plaudern, über ihr Leben, ihre Eltern, ihre Wünsche, die Vorstellungen, die sie vom Leben haben.

Zwei Kinder aus Berlin sind zu sehen, der 10jährige Jonathan, der Butler werden will und Albrecht, der mit seinen sieben Jahren schon erstaunlich altklug daherkommt und in den gestellten Szenen auf dem Spielplatz wirkt, als wäre er zum ersten Mal aus seinem Kinderzimmer gekommen. In Hof leben die Geschwister Vici und Vivi, 13 und elf Jahre alt, und aus Bulgarien stammend. Durch den Tod eines Bruders haben sie schon früh Erfahrung mit der Endlichkeit des Lebens gemacht und erzählen anrührend über ihre Erinnerung an den toten Bruder. Neben diesen vier Kindern aus Deutschland, zeigt der Film Kinder aus Frankreich, Ecuador und Griechenland. Einen Vergleich zwischen den Lebenswelten verschiedener Länder, dem Aufwachsen in unterschiedlichen sozialen Sphären, was besonders bei dem Indianermädchen Vanessa aus Ecuador interessant gewesen wäre, strebt der Film allerdings nicht an. So erzählen auch diese drei Kinder mehr oder weniger Interessantes aus ihrem Leben, man sieht sie in ihren jeweiligen Umgebungen, teils in der Natur, teils in der Stadt und beobachtet sie bei Spiel, Sport oder Hausarbeit.

In seiner losen Form, die ohne Zuspitzung nur durch die Aussagen der Kinder eine Linie erzeugen will, schwankt der Film zwischen banalem und pointiertem. Manchmal fragt man sich, warum es von Interesse sein sollte, einem siebenjährigen Kind dabei zuzusehen und zu hören, wie es sich eben wie ein siebenjähriges Kind verhält. Immer wieder aber gibt es die Momente, um die es den Regisseuren offensichtlich in erster Linie geht: Überraschend pointierte Bemerkungen über den Sinn des Lebens und die Rätsel des menschlichen Verhaltens, die mit jener unreflektierten Gradlinigkeit geäußert werden, die den meisten Kindern eigen sind und die meisten Erwachsenen verlernt haben. Für diese Momente lohnt sich „7 oder Warum ich auf der Welt bin“, sie lassen fast das gehörige Maß an Leerlauf zwischen ihnen vergessen.

Michael Meyns

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