Als der Weihnachtsmann vom Himmel fiel

Basierend auf dem Roman von Erfolgsautorin Cornelia Funke inszeniert Oliver Dieckmann mit „Als der Weihnachtsmann vom Himmel fiel“ einen stimmungsvollen, unterhaltsamen, zum Ende auch besinnlichen Weihnachtsfilm. Besonders Alexander Scheer als letzter echte Weihnachtsmann weiß in einem Film zu überzeugen, der vor allem dann Spaß macht, wenn er sich auf seine Fantasie verlässt und nicht auf Spezialeffekte.

Webseite: weihnachtsmann-film.de

Deutschland 2011
Regie: Oliver Dieckmann
Buch: Benjamin Biehn, Robin Getrost, Uschi Reich, nach dem Roman von Cornelia Funke
Darsteller: Alexander Scheer, Noah Kraus, Mercedes Jadea Diaz, Jessica Schwarz, Fritz Karl, Volker Lechtenbrink
Länge: 106 Minuten
Verleih: Constantin Film
Kinostart: 24. November 2011

PRESSESTIMMEN:

Wunderbarer Weihnachtsfilm nach Cornelia Funke für Familien mit Kindern im Grundschulalter und größer.. Alle Jahre wieder liefert Hollywood die Märchenfilme zum Fest. In diesem Jahr gibt’s mal eine wunderbare einheimische Alternative!
Es ist schön, dass "Tom Sawyer" ordentlich neu verfilmt wurde und ganz wunderbar, dass "Nils Holgersson" als Weihnachts-Zweiteiler ins Fernsehen kommt. Aber richtig erfreulich ist es, wenn es auch mal eine Kindergeschichte ins Kino schafft, die noch ganz frisch und unverbraucht ist! Solche Gelegenheiten sind nämlich rar. Über Cornelia Funkes Erzählung vom letzten Weihnachtsmann Niklas Julebukk, der auf der Erde crash-landen muss, können Groß und Klein noch richtig staunen.
ARD

FILMKRITIK:

Es herrscht Aufruhr im Weihnachtsland: Der finstere Waldemar Wichteltod (Volker Lechtenbrink) hat es fast geschafft, die Macht an sich zu reißen und Weihnachten in ein seelenloses Konsumgeschäft zu verwandeln. Zusammen mit seinen schwarz gekleideten Helfern und einer Horde überdimensionaler Nussknacker ist es ihm gelungen, alle verbleibenden echten Weihnachtsmänner in Eisstatuen zu verwandeln. Doch nicht ganz! Ein Weihnachtsmann ist den Fängen des Kommerz entkommen und hält tapfer die Fahne einer besinnlichen Weihnacht aufrecht: Niklas Julebokk (Alexander Scheer), dem mit fleißiger Hilfe zweier winziger Engel und Kobolde gerade noch der Sprung aus der Weihnachtswelt gelungen ist. Unsanft ist er in einer Kleinstadt gelandet, ein Schicksal, dass ihn mit dem neunjährigen Ben (Noah Kraus) verbindet.

Der ist gerade mit seinen Eltern Lena und Fred (Jessica Schwarz und Fritz Karl) zugezogen und alles andere als begeistert über die neue Umgebung. Während sein Vater verzweifelt eine neue Arbeit sucht, hat seine Mutter einen alten Schokoladen-Laden aufgemacht und verkauft selbstgebackene Lebkuchen, Stollen und andere Leckereien, die sich der kommerziellen Konkurrenz stellen müssen. In der Schule wird der Neuling Ben traditionell gehänselt, allein die burschikose Charlotte (Mercedes Jadea Diaz) freundet sich mit ihm an. Und natürlich der Weihnachtsmann. Der hat seinen Wagen geschickt getarnt und hofft ihn repariert zu haben, bevor Wichteltod und seine Schergen auch ihn in Eis verwandeln und damit den Geist der Weihnacht endgültig besiegt haben.

Ein bisschen ironisch ist es natürlich schon, in einem kommerziellen Produkt wie diesem Film den Verfall des „richtigen“ Weihnachten zu beklagen. Doch dankenswerterweise ist dieser ideologische Unterbau eher subtil in die Geschichte eingeflochten. Zwar werden auch Ben und Charlotte als Kinder geschildert, die lieber selbstgebrauten Kakao trinken und sich Schnee und die Rückkehr verlorener Elternteile wünschen, während ihre Schulkameraden lieber Pommes und Laptops wollen. Vor allem die entspannte Leichtigkeit, mit der Alexander Scheer den letzten echten Weihnachtsmann gibt, verhindert aber das Abdriften in ideologischen Dogmatismus. Ohne die typischen Erkennungsmerkmale wie einen dicken Bauch und einen langen, weißen Bart, ist dieser Weihnachtsmann ein lässiger Typ, der zusammen mit den Kobolden und Engeln an Geschenken bastelt und auch mal entspannt zur Gitarre greift.

Während Szenen mit den Eltern bisweilen etwas süßlich geraten sind, ist das Zusammenspiel zwischen Scheer und den Kinderdarstellern ausgesprochen charmant. Was man von manchen der arg vielen Computereffekte nicht behaupten kann, die mit den finanziell beschränkten Möglichkeiten einer kleinen Produktion kaum akzeptabel umzusetzen sind. Doch zum Glück verlässt sich „Als der Weihnachtsmann vom Himmel fiel“ über weite Strecken gerade nicht auf seine Effekte, sondern auf seine Geschichte und vor allem seine Darsteller, so dass am Ende ein schöner, witziger, am Ende auch besinnlicher Weihnachtsfilm entstanden ist, der Kinder sicher gut unterhalten, aber auch die sie begleitenden Eltern nicht langweilen wird.

Michael Meyns

Die Weihnachtszeit nähert sich, also auch die ersten Weihnachtsfilme, vor allem für die Kinder. Hier ist einer davon.

Mit Weihnachten als einem religiösen Fest hat er allerdings nichts zu tun. Früher hieß es, vor allem im Süden unseres Landes, auch nicht Weihnachtsmann, sondern Nikolaus. Religiöse Bezüge gibt es nicht mehr. Das scheint vorbei zu sein.

Der (letzte) Weihnachtsmann, Niklas Julebukk (gut Alexander Scheer), landet, als sein vom Rentier „Sternschnuppe“ gezogener Wagen während eines Gewitters abstürzt, auf der Erde am Rande eines Städtchens. Mit an Bord sind zwei sogenannte Weihnachtskobolde und zwei Weihnachtsengel. Der kleine Ben Schuster, soeben mit seinen Eltern, die eine Confiserie betreiben, neu in den Ort gezogen, entdeckt den Wagen.

Julebukk ist zwar jung, aber trotzdem noch einer von der alten Sorte. Er will, dass die Geschenke von Herzen kommen, dass die Kinder sich freuen, dass Weihnachten noch eine echte Weihnacht bleibt.

Angefeindet wird er von dem bösen Waldemar Wichteltod, der mit seinen Begleitern auf dem Motorrad und bedrohlichen Nussknackern aus dem Weihnachtsfest eine reine Orgie des Konsums machen will.

Julebukk kommt ein ums andere Mal schwer in Bedrängnis. Aber Ben und seine Freundin Charlotte werden ihn natürlich auf keinen Fall im Stich lassen.

Ein frischer, durchaus unterhaltsamer, regielich routinierter, in herrlicher Landschaft spielender, mit vielen virtuellen Phantasiebildern angereicherter Kinderfilm mit einer sehr begrüßenswerten Moral: Weihnachten sollte nicht ein Konsumrausch sein, sondern etwas für die Kinder, für die Herzen, für die Familien, ein Fest, an dem die Geschenke Freude bereiten und nicht nur den Überfluss noch größer machen.

Jessica Schwarz (Bens geschäftstüchtige Mutter), Fritz Karl (Bens ein wenig zu zurückhaltender Vater) oder Volker Lechtenbrink (der gemeine Waldemar Wichteltod) sind dabei. Die Kinder Noah Kraus (der tapfere Ben) und Mercedes Jadea Diaz (die zuerst zickige, dann sehr liebe Charlotte) sind gut geführt und spielen unbeschwert auf.

Für Kinder.

Thomas Engel