Anaconda

Sony hat schon lange versucht, den Erfolgsfilm „Anaconda“ zu rebooten – nachdem es einige billige Sequels für den Heimkinomarkt gab. Die einzig richtige Idee, wie man ein solches Franchise aber neu startet, hatten offenbar Tom Gormican und Kevin Etten, die das Skript zum neuen Film schrieben, in dem alles ein bisschen meta wird. Denn es geht um eine Neuverfilmung von „Anaconda“.

 

Über den Film

Originaltitel

Anaconda

Deutscher Titel

Anaconda

Produktionsland

USA

Filmdauer

100 min

Produktionsjahr

2025

Produzent

Form, Andrew / Fuller, Bradley

Regisseur

Gormican, Tom

Verleih

Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Starttermin

25.12.2025

 

Griff (Paul Rudd) ist ein erfolgloser Schauspieler, Doug (Jack Black) wollte Regisseur werden, dreht jetzt aber Hochzeitsvideos, und Claire (Thandiwe Newton) wurde nicht Schauspielerin, sondern Juristin. Als Griff nach Hause nach Buffalo kommt und erklärt, dass er die Rechte an „Anaconda“ hätte und sie mit kleinem Budget einen Reboot am Amazonas drehen könnten, sind zwar nicht gleich alle Feuer und Flamme, aber dennoch mit dabei. So dauert es nicht lange, bis ein Skript steht und das kleine Team zum Amazonas aufbricht, um dort die Mutter aller Schlangenfilme zu drehen – mit Hilfe von Santiago und seiner Schlange Heitor. Aber die Dreharbeiten verlaufen nicht ganz so, wie geplant. Es dauert nicht lange, bis es klar wird, dass man eine neue Schlange braucht. Aber damit nicht genug: Hier treibt eine riesige Anakonda ihr Unwesen. Schon bald wird klar: Sie drehen kein Remake von „Anaconda“, sondern stecken mittendrin in einem!

Es ist schon witzig, dass Jack Black die Hauptrolle in einem Film spielt, in dem einige Leute sich zusammenfinden, um ein Billigremake zu drehen. Man könnte sagen: Sie „schweden“ den Film – wie in Jack Blacks Komödie „Abgedreht“, in der Billig-Remakes großer Kinofilme produziert wurden, um sie unter die Leute zu bringen. Das allein ist amüsant, der Film selbst punktet aber mit reichlich zündenden Gags. Und nicht nur das: die Chemie zwischen Jack Black und Paul Rudd ist großartig, sie hauen sich die Sprüche nur so um die Ohren. Ganz zu schweigen von der gelungenen Situationskomik.

Dabei setzt das Drehbuch immer noch einen drauf und überrascht mit herrlich schrägen und völlig irrsinnigen Ideen – das aus dem Trailer bekannte Schwein, das auf Jack Blacks Rücken mit Panzertape festgeklebt wird, ist da fast noch das Harmloseste.

Der Film schafft es dabei, die Balance aus Humor und Spannung zu halten, weil die Szenen mit der mörderischen Schlange durchaus gut sind. Und, das muss man auch sagen, die CGI-Effekte 27 Jahre nach dem Originalfilm natürlich um Welten besser aussehen. Es gibt zahlreiche Verweise auf den Originalfilm, aber nicht nur den, weil die Figuren im Film auch allesamt Filmfans sind, die sich an ihre Jugend erinnern, die nicht nur musikalisch an die Jugendserie „Dawson’s Creek“ erinnert. Zwei Gastauftritte von „Anaconda“-Veteranen gibt es auch. Der zweite hat im Grunde sogar das Zeug dazu, alles für eine Fortsetzung vorzubereiten, sollte dieser hier gut gehen.

Dass er das nicht tut, ist kaum vorstellbar, denn „Anaconda“ – man mag es kaum glauben – ist einer der amüsantesten und unterhaltsamsten Filme des Kinojahrs 2025.

 

Peter Osteried

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