Beautiful Creatures – Eine unsterbliche Liebe

Wie der Untertitel „Eine unsterbliche Liebe“ schon sagt, hat die Adaption des Bestsellers „Sixteen Moons – Eine unsterbliche Liebe“ von Kami Garcia und Margaret Stohl alles, was das Genre für die pubertierende Zielgruppe anzubieten hat, und überrascht außerdem durch eine hochkarätige Besetzung, die ihr Bestes gibt, um die allzu vorhersehbare Geschichte aufzuwerten. Dennoch, es bleibt, was es ist: der Kampf der Guten gegen die Bösen mit nicht ungewissem Ausgang, wenn es auch ein paar Generationen dauert, bis der Fluch sich auflöst und die magischen Kräfte der Zwischenwelten ihren Kampf für dieses Mal entschieden haben. Schön anzuschauendes Genrekino ohne größere Überraschungen.

Webseite: www.beautifulcreatures-derfilm.de

USA 2013
Drehbuch und Regie: Richard LaGravenese
Darsteller: Jeremy Irons, Emma Thompson, Alice Englert, Alden Ehrenreich, Emmy Rossum, Viola Davis
Verleih: Concorde
Start: 4. April 2013
Länge: 124 Minuten

PRESSESTIMMEN:



FILMKRITIK:

Als Ethan (Alden Ehrenreich) und Lena (Alice Englert) sich zum ersten Mal begegnen, ist es Liebe auf den ersten Blick und mehr, denn wie sich bald herausstellen wird, ist Lena ein ganz besonderes Mädchen. Und es ist nicht die erste Schule, die sie besucht. Ginge es nach dem Willen der anderen Mitschüler, insbesondere Mitschülerinnen, würde sie ganz schnell auch von dieser Schule fliegen. Denn den kleinbürgerlichen Südstaatlern im beschaulichen Gatlin, das nur ein einziges Mal in seiner Geschichte ein wenig brillieren durfte, und zwar 1863 bei der Bürgerkriegsschlacht von Honey Hill, denen macht diese Familie um den Gutsbesitzer Macon Ravenwood (Jeremy Irons) Angst. Dieser undurchsichtige Herr hat nun auch noch seine Nichte Lena in seiner verwunschenen Villa außerhalb des Städtchen aufgenommen.

Wir ahnen es, Lena ist Mitglied einer verzweigten Familie von Castern und Hexen, diesen Zwischenwesen aus dem Reich der Fantasy, die die magischen Kräfte repräsentieren, die das Leben der einfachen Menschen bestimmen, ob die nun dran glauben oder nicht. Wie bei allen Castern ist auch Lenas Zukunft vorbestimmt, an ihrem 16. Geburtstag wird es sich entscheiden, ob die bösen oder guten Kräfte über sie siegen. Dieser Tag steht kurz bevor.
Dass sie sich in einen normalen Jungen verliebt, ist da natürlich äußerst störend, noch dazu, wo dieser junge Mann die Begegnung mit ihr sogar geträumt hat. Dann findet er auch noch auf dem ehemaligen Schlachtfeld von 1863 ein Amulett, das den beiden Verliebten – berühren sie es nur gemeinsam – auch gemeinsame Visionen beschehrt, nämlich Bilder von eben jener Schlacht mit viel Getöse und Tod, und einer offenbar unerlösten Liebesgeschichte.

Dem geübten Fantasyfan ist spätestens an dieser Stelle klar, wie die Geschichte weiter und ausgehen wird. Offenbar haben Lena und Ethan etwas zu tragen, was weit zurück liegt in der Vergangenheit. Und richtig, es gibt da einen Fluch und den gilt es aufzulösen, aber das hat seinen Preis. Als Lena in der Geheimbibliothek der Caster liest, was ihre Bestimmung ist, muss sie sich von Ethan trennen. Die Szene gehört zu den wenigen wirklich überraschenden und poetischen Momenten des Films nach dem Bestseller „Sixteen Moons – Eine unsterbliche Liebe“ von Kami Garcia und Margaret Stohl, wenn Lena es Ethan zuliebe mitten im Sommer schneien läßt und sich in der Umarmung ganz leise und unbemerkt von ihm verabschiedet.
Ansonsten bemüht sich die aufwendige Verfilmung von Richard LaGravenese (u.a. „P. S. Ich liebe dich“) zwar um differenzierte Figuren und eine assoziationsreiche Verknüpfung der wirklichen mit der magischen Welt, aber die Geschichte ist insgesamt so vorhersehbar, dass man allzu schnell auf das Ende wartet, und das kommt erst nach 124 Minuten!
Man muss kein Liebhaber dieses Genres sein, um das Potential dieses modernen Märchens anzuerkennen, das für die Zielgruppe der pubertierenden Lenas und Ethans alles hat, was diese Lebensphase an Themen bietet. Da gibt es die Suche nach der eigenen Bestimmung, den Kampf um die Abnabelung von den Eltern, das unbestimmte Wissen um die eigenen Wurzeln und natürlich die Liebe, die mindestens unsterblich sein muss.

Richard LaGravenese konnte für seine Adaption eine hochkarätige Besetzung casten, angefangen von Jeremy Irons und Emma Thompson als übersinnlich sich durch die Zeiten bekämpfendes Geschwisterpaar, den Protagonisten der Gut – Böse – Schlacht. Ein schöner Einfall ist auch, dass Thompsen in einer Doppelrolle auch noch die religiös fanatische Mutter von Ethans bestem Freund spielen darf, und beide Figuren in Macons Blick durchlässig ineinander verschmelzen. Solche Momente, in denen die Geschichte tiefer schürft, sind aber selten, hier von Thompsen äußerst exaltiert und mit Spaß an der Überzeichnung gespielt.

Alden Ehrenreich als Ethan bleibt zu sehr Spielball der „höheren Mächte“, als dass er mehr zeigen kann als treuherzige Verliebtheit und großes Staunen angesichts der Ereignisse, die sein Weltbild erschüttern. Alice Englert, die Tochter von „Piano“ – Regisseurin Jane Campion, hat mehr Möglichkeiten zur Differenzierung und überzeugt auch durch eine intelligente und geheimnisvolle Ausstrahlung. Emmy Rossum darf eine schön durchgeknallte weitere Verwandte der Macon – Sippe spielen, die in der Verkleidung einer Femme Fatale unter Gatlins unbescholtener Bürgerschaft böse wütet, und die sich mit Lena beim Familiendinner ein im wahrsten Wortsinn überdrehtes Zauberduell liefert. Die ohne Computeranimation sozusagen „in echt“ gedrehte Szene wirkt dadurch zwar sympatisch, aber auch irgendwie altmodisch. Vielleicht ist das genau die Crux, die diesen Film nicht wirklich zum Ereignis werden läßt; Zu viel gewollte, aber zu wenig sich entfaltende psychologisch – philosophische Tiefe, aber auch zu wenig extravagante Action und Raffinesse, die das Manko aufwiegen könnte.

Der Zielgruppe wird das egal sein, dazu ist die Latte in diesem Genre zu niedrig gelegt, sieht man von „Harry Potter“ und „Herr der Ringe“ ab, die schon vom Buch her in einer anderen Liga spielen.

Caren Pfeil

Ethan, kaum der Pubertät entwachsen, hat Albträume. Er erlebt darin u. a. öfter den amerikanischen Bürgerkrieg, sieht dort ein schönes Mädchen – und möchte es fassen. Doch das gelingt ihm nicht. Schweißgebadet wacht er jeweils auf.

Welche Überraschung, als dieses Mädchen, Lena, plötzlich in seiner Schulklasse auftaucht. Die junge Frau ist die Nichte des Gutsbesitzers Ravenwood, der, leicht exzentrisch, zurückgezogen in seiner schlossartigen Behausung lebt.

Ethan versucht an Lena heranzukommen. Das ist nicht leicht, dauert eine Zeitlang. Dann aber fängt das Mädchen selbst an, sich zu verlieben.

Und doch ist Lena keine Frau wie andere. Vererbt innerhalb der Familie wirkt in ihr ein Gen, das sie immer wieder zum Spielball dunkler Mächte macht. Und nun steht ihr 16. Geburtstag bevor. An diesem wird sich entscheiden, ob sie fortan im Licht oder im Dunkel weilen, also beispielsweise als Hexe leben muss.

Was bis dahin (und danach) alles passiert, wie Lena und Ethan, inzwischen längst ein Paar, in realen und übernatürlichen Situationen durcheinander geschüttelt werden, macht die Story aus. Wie wird sie enden?

Mit der Geschichte und der Filmhandlung tut man sich nicht leicht. Übrigens ist sie nach Meinung vieler dem Twilight-Stoff angeglichen. Pompöseres und Ergötzlich-Genüsslicheres ergibt sich aus der Form. An menschlichen und Liebesszenen, an Farbe, an Ausstattung, an Kostümen, an locations, an Zeitreisen, an Rückblenden, an virtuellen Einfällen, an Fantasy-Zutaten wurde wahrlich nicht gespart.

In sofern Kino von der besseren Sorte.

Die solide Schauspielergarde verleiht dem Ganzen den nötigen Schliff. Emma Thompson als Mrs. Lincoln und Jeremy Irons als Macon Ravenwood sind dabei, Alice Englert spielt die charmante Lena, Alden Ehrenreich den Ethan.

Thomas Engel