Buddhas Lost Children

Die Liste an Festivalscreenings ist im Fall des bereits 2006 fertig gestellten niederländischen Dokumentarfilms „Buddhas Lost Children“ lang, einen Preis verliehen bekam die Produktion unter anderem beim Dokumentarfilmfest Leipzig. Mehr als ein Jahr verbrachten Regisseur Mark Verkerk und sein Team in der entlegenen Bergregion im Norden Thailands, begleiteten und beobachteten einen buddhistischen Mönch und seine Arbeit mit Waisen und verlassenen Kindern. Herausgekommen ist das Porträt nicht nur einer ungewöhnlichen Tempelgemeinschaft, sondern auch ein Blick auf das Leben in einer abgeschiedenen Welt.

Webseite: www.buddhaslostchildren.de

Die Liste an Festivalscreenings ist im Fall des bereits 2006 fertig gestellten niederländischen Dokumentarfilms „Buddhas Lost Children“ lang, einen Preis verliehen bekam die Produktion unter anderem beim Dokumentarfilmfest Leipzig. Mehr als ein Jahr verbrachten Regisseur Mark Verkerk und sein Team in der entlegenen Bergregion im Norden Thailands, begleiteten und beobachteten einen buddhistischen Mönch und seine Arbeit mit Waisen und verlassenen Kindern. Herausgekommen ist das Porträt nicht nur einer ungewöhnlichen Tempelgemeinschaft, sondern auch ein Blick auf das Leben in einer abgeschiedenen Welt.
 

Festivals:

American Film Festival, Los Angeles: Grand Jury Prize for International Documentary.
• DOK Leipzig: Silberne Taube.
• Nederlands Film Festival, Utrecht: Kristallen Filmprijs.
• Asiaticafilmmediale, Rom: City of Rome Award.
• Newport Beach Film Festival, Kalifornien: Jury Award for Best Documentary.
• Jackson Hole, Wyoming: Best Global Insight Film Award.
• Wine Country Film Festival, Kalifornien: David L. Wolper Best Documentary Award.
• European Spiritual Film Festival, Paris: Best European Spiritual Film und Best Spritual Documentary.


FILMKRITIK:

Phra Khru Bah ist das, was man bei uns einen Streetworker oder Sozialarbeiter nennen würde. Ein Traum überzeugte den ehemaligen Thai-Boxer vor über 15 Jahren, ein Leben als Mönch zu führen. Als dieser ist Phra Khru Bah inzwischen eine kleine Berühmtheit, bietet er Waisen und verlassenen Kindern in der verarmten Bergregion im berüchtigten Goldenen Dreieck im Norden Thailands doch die Gelegenheit, als Novizen in seinem Kloster „Zum Goldenen Pferd“ den Grundstein für ein selbstbestimmtes Leben zu legen. Seine Devise: Kinder zu sicheren und stabileren Menschen zu machen, sie die Kunst des Lebens zu lehren und ihnen eine Perspektive für ein Leben zu geben, dass ihnen in ihrem Dorf so niemals offen gestanden hätte.

Die Region an der Grenze zu Birma (Myanmar) ist geprägt von einer Vergangenheit als Drogenanbaugebiet. Das oft skrupellose Vorgehen von Drogenbaronen und die Verfolgung durch die Junta in Myanmar haben ihre Spuren bei den Menschen oft unauslöschlich hinterlassen – oft wissen die Menschen hier nicht zwischen gut und Böse zu unterscheiden. Viele der hier lebenden Kinder haben nie die Wärme einer Familie erfahren. Bei Phra Khru Bah, dem auf den ersten Blick gar nicht typischen Mönch, lernen die sieben bis 16 Jahre alten Novizen das Lächeln wieder, entdecken Lebensfreude und schöpfen Mut und Zuversicht für ihren weiteren Lebensweg. Als Mittel zum Zweck dient dabei nicht allein nur die Meditation, sondern auch Tricks und Kniffe beim Thai-Boxen. Der charismatische Phra Khru Bah und die ihn unterstützende Nonne Khun Ead sparen dabei nicht an Mitgefühl für ihre Schützlinge. Sie scheuen aber auch nicht davor zurück, ihre erzieherischen Ziele hier und da mit einem Klaps und deutlich energischen Worten durchzusetzen.

Mark Verkerk und sein Team haben vor dem ersten Dreh drei Monate in der Tempelgemeinschaft zugebracht und so das Vertrauen aller Beteiligten gewonnen. Nur so konnte es ihnen wohl auch nur gelingen, wirklich authentische Momente mit der Kamera festzuhalten. „Buddhas Lost Children“ beschränkt sich auf nur wenige eingesprochene Kommentare, der Trumpf der Dokumentation liegt in der Kraft der Beobachtung gepaart mit immer wieder auch gelungenen Aufnahmen der Umgebung.

Beeindruckend ist aber auch der Zeitraum, während dem gefilmt wurde. Mehr als ein Jahr war das Filmteam mit Phra Khru Bah unterwegs und hat ihn und die Novizen auf ihrem Ritt in die Dörfer und zu den bis zu 100 Kilometer vom Basislager im „Goldenen Pferd“ entfernten Tempeln begleitet. Ein Zeitraum, in dem am Beispiel von zwei anfangs sehr schüchternen Jungen gezeigt wird, welche positive Persönlichkeitsentwicklung diese im Laufe der Monate gemacht haben. „Schenk mir ein Lächeln“ ist dabei ein Satz, den zu verinnerlichen auch hiesigen Zeitgenossen gut anstehen würde. Voll drauf hat ihn ein vierjähriger, wegen mangelnder Ernährung noch wackelig auf den Beinen stehender Junge, der Phra Khru Bah von einer verarmten Familie anvertraut wurde. In ihm glaubt der Wandermönch bereits seinen Nachfolger entdeckt zu haben.

Thomas Volkmann

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