Der kleine Rabe Socke

Eine der beliebtesten Kinderbuchfiguren Deutschlands erlebt in „Der kleine Rabe Socke“ sein erstes großes Kinoabenteuer. Gesprochen mit der unverwechselbaren Stimme des Musikers Jan Delay, sorgt der Unsinn von Rabe Socke fast für den Bruch eines Staudamms, der nur mit vereinter Mühe der Freunde verhindert werden kann. Ein schöner kurzer Kinderfilm.

Webseite: www.rabe-socke-film.de

Deutschland 2012 – Zeichentrickfilm
Regie: Ute von Münchow-Pohl, Sandor Jesse
Buch: Katja Grübel, nach den Kinderbüchern von Annet Rudolph, Nele Moost
Länge: 75 Minuten
Verleih: Universum Film
Kinostart: 6. September 2012

PRESSESTIMMEN:



FILMKRITIK:

Der kleine Rabe Socke, gut zu erkennen an seiner unverwechselbaren rot-weiß gestreiften Socke, lebt im Wald und hat nur Unfug im Kopf. Sehr zum Unwillen von Frau Dachs, die ihre liebe Müh und Not hat, die wilde Tierhorde unter Kontrolle zu halten. Neben Rabe sind das vor allem der Bär Eddi, das Schaf Wolle und das Wildschwein Stulle. Zusammen spielen sie meist friedlich, allein Rabe neigt immer wieder zum Egoismus. Alle Spielzeuge will er für sich, Rücksicht nimmt er kaum, der Ärger, den er immer wieder verursacht, macht seiner Umwelt das Leben schwer. Zumal er sich mit immer neuen Notlügen aus der Bredouille befreien will und damit die Freundschaft der anderen Tiere auf eine harte Probe stellt.

Mit seinem neuesten Streich könnte er deren Geduld endgültig überstrapaziert haben: Beim Spiel auf dem Staudamm, der den malerischen Wald vor den Fluten eines riesigen Sees schützt, hat Rabe das morsche Bauwerk an den Rand des Einsturzes gebracht. Mühsam mit ein paar Tannenzäpfen gestopft, sickert dennoch ein immer breiter werdender Strom durch den Wald und droht die Behausung der Tiere einzureißen. Hilfe versprechen nur die Biber, die aber weit weg wohnen. So weit von zu Hause weg, wie keines der Tiere jemals war. Gemeinsam macht man sich nun auf den Weg, gerät an eine singende Schafherde, fiese Dornenhecken und zahlreiche andere Hindernisse, bis man schließlich zu den Bibern gelangt. Doch angesichts von Rabes unentwegter Notlügen haben die bald keine Lust mehr, Rabe und seinen Freunden zu helfen…

Millionenfach sind die Kinderbücher von Zeichnerin Annet Rudolph und Autorin Nele Moost verkauft, in 20 Sprachen übersetzt, zur Fernsehfigur avanciert und nun auch im Kino. Mit 75 Minuten ist der angenehm kurz und nicht nur dadurch sehr kindgerecht. Die Geschichte der Freunde ist einfach gestrickt, aber klar und spannend erzählt. Und auch die moralischen Lehren, die sich fast wie in einer Fabel über die Abenteuer-Geschichte legen, sind für Erwachsene deutlich erkennbar, für Kinder aber nicht zu aufdringlich. Hier erweist sich der Sänger Jan Delay als talentierter Synchronsprecher, der dem kleinen Raben Socke mit seiner unverwechselbar näselnden Stimme viel Charme und Charakter verleiht.

Doch über allem steht der Spaß, das Abenteuer, die bunte Reise durch Wald und Wiesen. Aufwändig wie in modernen amerikanischen Animationsfilmen kann und will so eine kleine Produktion natürlich nicht sein. Hier ist alles etwas kleiner, dafür aber auch klarer, bleibt Zeit, sich an den teilweise außerordentlich schönen Hintergrundzeichnungen zu erfreuen. Die wirken wie lebende Aquarelle, geprägt von warmen, weichen Farben und bilden einen schönen Kontrast zu den klar gezeichneten Figuren. Die sind liebevoll animiert und vermitteln neben den kleinen moralischen Geschichten, die schon die Buchvorlage prägte, vor allem viel Spaß und Phantasie.

Michael Meyns

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