Die Vampirschwestern 3 – Reise nach Transsilvanien

Langsam werden die beiden Vampirschwestern Daka und Silvania flügge und unternehmen im dritten Teil der erfolgreichen Film-Reihe einen Ausflug nach Transsilvanien. Alte und neue Bekannte treffen sie bei ihren Abenteuern, die erneut um die Akzeptanz des Anderssein kreisen, vor allem aber einen unterhaltsamer Teeniefilm bilden.

Webseite: www.VampirSchwestern3.de

Deutschland 2016
Regie: Tim Trachte
Buch: Sigrun de Pascalis, nach den Romanen von Franziska Gehm
Darsteller: Marta Martin, Laura Roge, Christiane Paul, Stipe Erceg, Jana Pallaske, Michael Kessler, Tim Oliver Schultz, Richy Müller
Länge: 95 Minuten
Verleih: SONY
Kinostart: 8. Dezember 2016

FILMKRITIK:

Die Vampirfamilie Tepes, die im beschaulichen Bindburg in einem zumindest äußerlich höchst spießigem Reihenhaus lebt, hat Nachwuchs bekommen: Franz heißt der kleine Sohn von Menschen-Mutter Elvira (Christiana Paul) und Vampir-Vater Mihai (Stipe Erceg), ein weiterer Halbvampir also, gerade so wie die Schwestern Daka (Laura Roge) und Silvania (Marta Martin). Auch wenn sich die Familie im kleinen Dorf immer noch nicht öffentlich zum Vampirsein bekennt und auch der Nachbar und Vampirjäger Dirk van Kombast (Michael Kessler) immer noch nicht ahnt, neben wem er wohnt, scheint das Glück perfekt.
 
Wäre da nicht eine dunkle Bedrohung aus der Heimat der Vampire: Im tiefen Transsilvanien hat Antanasia (Jana Pallaske) Wind vom Nachwuchs im Hause Tepes bekommen, der genau zum richtigen Zeitpunkt geboren wurde. Denn bald ist der Tag gekommen, der es nur alle 375 Jahre ermöglicht, einen neuen König von Transsilvanien zu krönen. Ein Menschenbaby ist dafür nötig oder zumindest ein halber Mensch wie Franz und so entführt Antanasia das Baby kurzerhand und setzt das Abenteuer in Bewegung.
 
Da die Eltern durch einen Spuk der pubertierenden Silvania außer Gefecht sind und sich höchst merkwürdig verhalten, machen sich die Vampirschwestern auf den Weg nach Transsilvanien, um ihren Bruder zu retten. Daka fliegt los und bekommt von ihrem Schwarm, dem Vampir-Rock-Sänger Murdo (Tim Oliver Schultz) Unterstützung, während Silvania und der Nachbar Dirk den Bus nehmen, um ins Gefecht um den kleinen Franz einzugreifen.
 
Im zwei Jahrestakt kamen die Filme um die Vampirschwestern ins Kino, die Hauptdarstellerinnen werden langsam erwachsen, aus den einstigen Kinderfilmen ist im dritten Teil ein Teeniefilm geworden. Die Nöte und Sorgen der Pubertät werden zwar nicht so deutlich thematisiert, wie noch im zweiten Teil, der seinem Untertitel „Vampire im Bauch“ gerecht wurde, doch die Abnabelung der beiden Schwestern von ihren Eltern zieht sich als roter Faden durch das kurzweilige Abenteuer.
 
Besonders Silvania, die stets weniger locker mit ihren besonderen Gaben umgegangen ist, als ihre Schwester Daka, beginnt sich zunehmend wie ein Vampir zu verhalten, wenn auch eher unfreiwillig: Beim Sportunterricht schießt sie in einem emotionalen Moment kleine Feuerblicke durch die Gegend und verzaubert später gar ihre Eltern. Nun sind die Rollen vertauscht, benehmen sich die Eltern wie Kinder, tollen im Haus herum und machen Blödsinn, während Silvania und Daka die Rettung ihres kleinen Bruders selbst in die Hand nehmen müssen.
 
Auch die dritte Zusammenarbeit des Ensembles, diesmal unter der Regie von Tim Trachte, überzeugt durch das Zusammenspiel der Darsteller, wobei besonders Christiane Paul und Stipe Erceg viel Spaß mit ihren exaltierten Rollen haben. Neu dabei ist diesmal Jana Pallaske, die in düsterem Goth-Outfit perfekt in die Rolle der unfreiwilligen Fürstin der Finsternis passt und den zwar harmlosen, aber unterhaltsamen Spaß abrundet.
 
Michael Meyns